Aktion Mensch-Blog

"Gemeinsam ist besser"

von Sibylle Kölmel

Ausblick auf die Gorknitzer Fußballtage vom 15. bis 17. Juni 2012

Es ist ein sehr warmer Abend Ende Mai, die Sonne steht schon tief und taucht alles, auch den großen Rasen-Sportplatz, in ein gelbgoldenes Licht. Hier in Gorknitz, einem kleinen Ort in der Sächsischen Schweiz, trainieren heute zum ersten Mal zwei Gruppen miteinander: Bewohner des ehemaligen Rittergutes „Gut Gamig e.V.“, einer Einrichtung zur Förderung chronisch psychisch kranker und seelisch behinderter Menschen, gemeinsam mit Mitgliedern des Landsportverein Gorknitz 61 e.V..
Die Mannschaften sind gemischt und die Stimmung ist ausgelassen. Kleine und größere Kinder laufen lachend über den Rasen dem Ball hinterher, ebenso Frauen und Männer. Mit dabei sind auch die Wohnstättenleiterin, der Übungsleiter und der Initiator des Projektes.
Unter dem Motto „Gemeinsam ist besser“ wird es im Rahmen der diesjährigen dreitägigen Gorknitzer Fußballtage erstmalig einen integrativen sportlichen Dreikampf in Fußball, Tischtennis und Volleyball geben - mit Unterstützung der Aktion Mensch. „Als Schatzmeister eines anderen Vereins hatte ich von der aktuellen Förderaktion ,Miteinander gestalten' gehört. Mein Antrag wurde dann schnell bewilligt, das hat uns natürlich sehr gefreut“, erzählt Rolf Weigel, Hobbyfußballer und Ideengeber für das integrative Sportprojekt.
Der, der die Fäden für Training und Organisation zusammenhält, ist Christian Müller, ebenfalls Fußballer. Sein Grundstück grenzt direkt ans Vereinshaus. „Wir Gorknitzer spazieren so oft am Gut Gamig vorbei oder gehen dort ins Café. Schon oft habe ich mir gedacht, dass die Heimbewohner und wir mehr miteinander machen sollten“, erzählt er. „Dass das jetzt konkrete Formen annimmt, finde ich toll.“
Im Anschluss an das letzte Punktspiel der 1. Männermannschaft des Vereines werden am Fußballtage-Samstag gegen 15:30 Uhr vier gemischte Teams in allen drei Sportarten gegeneinander antreten. Sämtliche Teilnehmer erhalten ein extra für diesen Tag angefertigtes T-Shirt und eine Medaille, dem Sieger winkt ein Pokal.
„Bereits der erste Kontakt zur Gorknitzer Fußballgemeinschaft hat gezeigt, dass alle Beteiligten mit Freude und Spaß an der körperlichen Bewegung dabei waren“, so Ines Dauterstedt, die Wohnstättenleiterin. „Erst die finanzielle Unterstützung zur Eingliederung in die Gesellschaft, die auch der überörtliche Sozialhilfeträger finanziert, hat für Menschen unserer Einrichtung eine regelmäßige sportliche Betätigung im Freien überhaupt möglich gemacht. Dafür sind wir den Initiatoren sehr dankbar.“
Und noch ein spannendes integratives Projekt steht an diesem Juni-Wochenende in Gorknitz auf dem Plan: Am Jugendturnier am Sonntag werden erstmals Kinder aus Tschechien teilnehmen. Die Gruppe reist bereits einen Tag vorher an, nimmt an dem Sportfest teil und fährt danach zu einer Stadtbesichtigung ins unweit gelegene Dresden.
Angedacht für die Zeit nach dem Juniwochenende sind nun regelmäßige weitere gemeinsame Trainingseinheiten und das gemeinschaftliche Nutzen der Sportanlagen. „Mit den Fußballtagen möchten wir in der Region auch ein Zeichen gegen Rechts und für mehr Toleranz setzen“, resümiert Rolf Weigel am Ende des Abends. Nicht nur er würde sich freuen, wenn die Begegnungen von Mensch zu Mensch auch zum weiteren Abbau von Vorurteilen führen.

Mehr zum Turnier beim LSV Gorknitz

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