Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Gebt den Kindern das Kommando ...

 

KiKA-Nachhaltigkeitstag 2013: "Eine große Ungerechtigkeit" Fotos: KiKA / Melanie Grande

Seit dem Jahr 2011 wird der Nachhaltigkeitstag des Kinderkanals KiKA jährlich veranstaltet. Viele engagierte Kinder kommen seitdem zusammen, um Ideen und Forderungen für eine bessere Zukunft zu entwickeln. Die gesammelten Forderungen wurden in einer Zukunftsdeklaration an den Rat für nachhaltige Entwicklung und an die UNEP übergeben.
Neben den Themen Datenschutz im Internet, nachhaltiger Papierkonsum und fair gehandelte Schokolade ging es auch um die Frage, wie behinderte und nicht-behinderte Menschen besser und inklusiv zusammenleben können.

"Kann es Johannes?"-Moderator Johannes, Christoph aus der Sendung mit der Maus, das Team der Aktion Mensch und ich planten und gestalteten für die Kinder gemeinsam den Inklusionsworkshop. Zusammen mit den Schülern überlegten wir, wie Inklusion besser gelingen kann.

Barrierefreiheit checken

Teil der Aktion war auch ein Barrierefreiheitscheck des Gebäudes, in welchem die Konferenz stattfand. Mit Augenbinden, Kopfhörern und Rollstühlen ausgerüstet, zogen wir als blinde, gehörlose oder mobilitätseingeschränkte Menschen durch die Räume und entdeckten, wie (un)zugänglich ein Konferenzort sein kann und was man noch verbessern könnte zu sehen in der (KiKA-Sendung über den Nachhaltigkeitstag – ab Minute 4:50).
Die Kinder waren zwischen 8 und 14 Jahren alt. Was mich besonders berührte, waren die Geschichten und Erfahrungen, die sie zum Thema Behinderung zu erzählen hatten. Viele von ihnen waren an ihren Schulen in neu eingerichteten Inklusionsklassen und berichteten, dass es "ganz normal" sei, dass die Sitznachbarin das Tafelbild vorgelesen bekommt, weil sie eine Sehbehinderung hat, oder der kleinwüchsige Klassenkamerad in der Schule einfach "nur klein" sei und in Mathe die besten Noten schreibt.

Als es an das Experimentieren und Erkunden des Hauses auf Barrierefreiheit ging, bemerkten wir, wie schwierig es für blinde, mobilitätseingeschränkte oder gehörlose Menschen sein muss, zu reisen und sich an neuen Orten zurecht zu finden. Eine große Ungerechtigkeit, wie die Kinder feststellten.

Wir fordern!

Also schlugen sie vor, in ihrer Zukunftsdeklaration die Forderung aufzunehmen, dass es mehr Aufzüge und Rampen an öffentlichen Gebäuden wie z. B. Schulen geben sollte. Unternehmen, die keine oder zu wenige behinderte Menschen beschäftigen, sollten höhere Strafen zahlen. Und überhaupt soll es mehr Menschen mit Behinderung in der Werbung und den Medien geben.

Aber meine Lieblingsforderung war eine ganz andere:
Alle Politiker und Chefs von Unternehmen müssen sich für eine Woche im Jahr als Mensch mit Behinderung durch den Alltag bewegen, um die Barrieren selber zu erleben, die uns umgeben.

Eine großartige Frage, wie ich finde. Was fordert ihr?


Linktipps:
Weitere Infos zum Nachhaltigkeitstag 2013 des Kinderkanals KiKA
Die KiKA-Sendung über den Nachhaltigkeitstag 2013

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