Gänsehautmomente gratis

Wie können wir Inklusion voran bringen? In der Schule, am Arbeitsplatz, in der Freizeit, im Internet? 140 Teilnehmer haben darüber am Samstag in Dortmund beim ersten Barcamp zum Thema Inklusion diskutiert.

Beim Barcamp diskutieren die Teilnehmer über das Thema Inklusion.

Andi Weiland | openTransfer CAMP

Meine Hashtags sind #Neugier #Netzwerken #Machen – 140 Engagierte sitzen Samstagvormittag (21.03.2015) in der Technischen Universität in Dortmund. Sie wollen reden, über Inklusionsprojekte und wie sie das ganze Thema weiter voran bringen können. Nach der Vorstellungsrunde, bei der alle ihre drei Hashtags des Tages setzen, kann jeder zum 45-Minuten-Experten und Ideengeber werden, denn das spannende an einem Barcamp ist, dass die Konferenz-Teilnehmer selbst entscheiden, über welche Themenaspekte sie an dem Tag in den Vorträgen, den sogenannten Sessions, diskutieren wollen – der Tagesplan entsteht also live vor Ort in Teamarbeit.

Zuerst werden die Session-Vorschläge gesammelt, statt geplanten 20 sind es am Ende 27. In den Sessions wird dann über unterschiedliche Inklusions-Konzepte und -Ideen gesprochen. Bei Anastasia Umrik geht es zum Beispiel um ihr Projekt inkluWAS und die Frage, wie Design das Denken verändert. Domingos de Oliveira spricht über Barrierefreiheit im Internet und Stefan Zollondz und Imke Meyer stellen ein Stufen-Modell vor, mit dem Teilhabe in verschiedensten Lebensbereichen funktionieren kann. In allen Sessions wird nicht nur fleißig getwittert, es sitzen auch immer Menschen vom Organisations-Team dabei, die die einzelnen Sessions dokumentieren, damit alle Interessierten online nachlesen können, über was bei den einzelnen Vorträgen diskutiert wurde.

Die Qual der Wahl

Das Schwierigste ist, sich für die einzelnen Sessions zu entscheiden. Es laufen jeweils sechs oder sieben parallel und für viele davon, sind die angesetzten 45 Minuten zu wenig. In der Session Inklusion in der Arbeit werden beispielsweise erstmal Faktoren gesammelt, die es Menschen mit Behinderung zurzeit erschweren, auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Job zu bekommen. Unter den Teilnehmern sind Menschen, die in Behindertenwerkstätten arbeiten, Unternehmer, Interessierte – da kommt viel zusammen. Die Tafel füllt sich mit Faktoren, als es dann darum gehen soll, wie die einzelnen Hürden angegangen werden könnten, sind die 45 Minuten schon rum.

Aus dem Internet in die „echte“ Welt

Aber nicht alles ist so komplex wie der Arbeitsmarkt. Die Idee von Johannes Mairhofer beispielsweise ist erstmal eher simpel. Er hat für sein Projekt #keinwiderspruch Menschen mit Behinderungen fotografiert. Die Fotografierten haben zu ihren Bildern dann Texte über sich geschrieben, in denen es darum geht, warum es kein Widerspruch ist, positiv mit einer Behinderung umzugehen, sie als Vorteil zu sehen und mit einer Behinderung erfolgreich zu sein. Fünf der Porträtierten lesen die Texte, die sie über sich geschrieben haben, dann in einer Mini-Lesung selbst vor – Gänsehautmomente gibt es gratis dazu. Zum Beispiel den, in dem das Rollifräulein, die eine Sprachbehinderung hat, ihren Text vorliest. Sie ist ziemlich nervös. Etwa 30 Teilnehmer sitzen ihr gegenüber, mitfiebernd. Die Handys liegen für 15 Minuten unberührt in der Ecke oder hängen an Steckdosen und freuen sich über Stromnachschub. Alle hören einfach zu, lassen sich nicht ablenken und freuen sich mit ihr, dass sie so mutig war, den Text zu lesen. Am meisten freut sich das Rollifräulein selbst. Später twittert sie: „ey leute, ich hab heute 1 1/2 seiten vorgelesen. wie krass das einfach ist. einfach unfassbar. für mich. #angstlisteStreichen“. Die Fotos und Texte des Projekts sollen dieses Jahr in einem Buch veröffentlicht werden.

Wiederholung, bitte

Bei der Verabschiedung am Nachmittag wünschen sich viele eine Wiederholung des Barcamps. Besonders gut angekommen ist die Mischung aus interessanten Sessions und dass sich die Teilnehmer „endlich mal“ über die Probleme bei der Umsetzung von Inklusion austauschen und voneinander lernen können. Der Twitterer @QuerDenkender fasst den Samstag so zusammen: „Das #otc15 war einfach geil.“ Er will jetzt Inklusions Dauercamper werden. Was noch getwittert wurde, ist hier zusammengefasst.

 

Dieser Beitrag nimmt an der Blogparade #otc15 teil.

 

Linktipps

Die Dokumentation der einzelnen Sessions

Das Inklusionsbarometer 2014

 

Bisher hat noch kein Besucher diesen Beitrag kommentiert – mach du den Anfang!


Mit Aktion Mensch-Nutzerkonto

Melde dich an und diskutiere mit!

Als Gast

Gib deinen Namen oder ein Pseudonym sowie deine E-Mail-Adresse an und kommentiere als Gast:

Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.


Filter

Schlagwort


Tags

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Noch kein
Geschenk?