Projekte & Förderung, Aktion Mensch-Blog

Fußball mit Perspektive

Beim Streetsoccer-Projekt „Hattrick“ in Oberhausen lernen Kinder und Jugendliche kulturelle Vielfalt schätzen

Der klassische Bolzplatz hat ausgedient, selbst im Ruhrgebiet. Dort, wo sich der Legende nach einst das Spitzenpersonal der großen Revierclubs erste Meriten mit dem runden Leder verdiente, werden heute Wohnhäuser oder Einkaufszentren gebaut. So auch in Oberhausen. „Das führt zu Streit mit der Nachbarschaft wegen des Lärms“, weiß Michaela Leyendecker, Sozialarbeiterin und Gemeindepädagogin der Christuskirchengemeinde in Oberhausen-Mitte.

Spaß am Spiel

„Und wenn dort Kinder und Jugendliche spielen, es das oft genug kein Miteinander.“ Je nach Herkunft und sozialer Hierarchie blieben die Mädchen und Jungen unter sich. Da die Fußballbegeisterung zwischen Ruhr und Emscher aber nach wie vor riesengroß ist, ging Michaela Leyendecker neue Wege. Mit ihrem Streetsoccer-Projekt „Hattrick“ holen Leyendecker und zwei Mitstreiter die Kinder und Jugendlichen wortwörtlich auf den verbliebenen Plätzen und Freiflächen im Oberhausener Zentrum ab und lotsen sie auf die Wiese hinter der Markuskirche, wo zwei Tore zur bewegungs- und aktionsreichen Freizeitgestaltung einladen.

Seit letztem Sommer lädt Leyendeckers Mitstreiter Denis Kun dort mittwochs und freitags zum offenen Kicken ein. „Ich würde das wohl kaum machen, wenn ich nicht selbst total fußballbegeistert wäre“, erzählt der Student. Anfangs sei er tatsächlich über die Plätze und Schulhöfe gezogen und habe die Jungs dort einfach angesprochen. Dann „setzte die Mund-zu-Mund-Propaganda ein“. Jetzt kommen regelmäßig bis zu 15 Jungs zwischen neun und 14 Jahren. „Das sind jetzt alles keine Asse, von denen spielt keiner im Verein. Wir haben einfach alle Spaß am Spiel.“ Soviel Spaß, dass auch jetzt im Winter, wo nach dem Vorbild der Profis eigentlich Pause sein sollte, durchgespielt wird.

Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven eröffnen

Und ganz nebenbei lernen sich ganz unterschiedliche Kinder und Jugendliche gegenseitig kennen, lernen kulturelle Vielfalt schätzen und geben im besten Fall offene oder latente Vorbehalte auf. Und wiederum ganz nebenbei „führen wir unsere Fußballer auch an andere Angebote der Kinder- und Jugendarbeit auch nichtkirchlicher Träger in Oberhausen heran“, erklärt Michaela Leyendecker. Selbst wenn auf der Wiese hinter der Markuskirche keine neuen Legenden des Fußballs im Ruhrgebiet geboren werden, ist das Streetsoccer-Projekt „Hattrick“ schon jetzt ein Erfolg und ein Freizeitangebot, das neben Spiel und Spaß den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven eröffnet.

Das Streetsoccer-Projekt „Hattrick“ wird von der Aktion Mensch mit 4.000 Euro unterstützt. Weitere Infos gibt es bei der Gemeindepädagogin der Christuskirchengemeinde in Oberhausen, Michaela Leyendecker, unter Tel: 0208-860578 oder per Mail unter Markuskirche@gmx.de.


Linktipps:
Inklusion in Reinkultur. Ein Blogbeitrag von Christian Schmitz über ein inklusives Sportprojekt in Kiel
Rudernd übers Land. Ein Blogbeitrag von Cornelia Heller über „Street Rowing“, ein mobiles Sportprojekt für Kinder und Jugendliche

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