Freiwilliges Engagement

Freifunk – ein Netz für alle

Wer sich bei Freifunk engagiert, will an einem flächendeckenden Netz von Internetzugängen mitarbeiten, die jeder zu jedem Zeitpunkt nutzen kann. Arnd Siebke ist Freifunker in Hamburg und erklärt, wie man Netzzugänge vermehrt, indem man sie teilt.

CC BY 2.0 / Steffen Voß / Flickr

„Ich saß in der Nähe von Lübeck an einer Bushaltestelle und weit und breit war kein Bus zu sehen. Aus Langeweile habe ich meinen Laptop aufgeklappt und war ziemlich überrascht, als ich tatsächlich ins Netz kam – über einen WLAN-Router der Freifunk-Gruppe in Lübeck – ohne Anmeldung und ohne bezahlen zu müssen.“

Arnd Siebke ist kein Informatiker und hat seine Jugend auch nicht im Chaos Computer Club verbracht. Es war der reine Zufall, durch den der heute 29-jährige Erzieher von Freifunk erfuhr. Als sich dann die zwischenzeitlich inaktive Hamburger Gruppe wieder traf, war er sofort mit dabei. Er hatte eine üppige Bandbreite Zuhause, die er aber nur wenig nutzte und wollte diese mit anderen teilen. Inzwischen koordiniert er die Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe, managt die Anfragen von NDR oder Arte und berät Partnervereine bei der richtigen Außendarstellung des Projekts.

Jeden Montag und Freitag trifft sich Freifunk Hamburg und sorgt dafür, dass immer mehr Knotenpunkte entstehen, über die man in Hamburg ohne Zugangsbarriere ins Netz kommt. Mehr als 360 sind es bereits. Der Verein sorgt technisch und organisatorisch dafür, dass WLAN-Netze geöffnet und miteinander verknüpft werden. So soll Kommunikation demokratisiert und nicht wenigen Telekommunikationskonzernen überlassen werden. Nebenbei sorgt das virtuelle Netz auch für ganz reale neue Kontakte zwischen Nachbarn, die denselben Netzzugang nutzen.

Arnd Siebke ist es wichtig, dass bei Freifunk jeder mitmachen kann: „Man braucht keine einschlägige Vorbildung, um bei uns einzusteigen.“ Wenn jemand bei den Treffen nichts mehr versteht, weil die Informatiker Know-how austauschen, „übersetzt“ Arnd Siebke einfach. Er kennt beide Gruppen gut und weiß, wie unter ganz verschiedenen Menschen ein Wir-Gefühl entsteht. Er erklärt: „Von der alleinerziehenden Mutter bis zum Airbus-Ingenieur ist hier alles vertreten.“ Niemand wird ausgeschlossen, und wenn wie neulich eine Frau mit Gehbehinderung nicht zum Treffen kommen kann, bekommt sie Besuch von einem Freifunker, der ihr ihre Fragen beantwortet.

Bei allen Unterschieden haben die Mitglieder eine gemeinsame Vision: von einer kostenfreien Grundversorgung in Sachen Internet. Sie arbeiten an einem Netz, das diejenigen, die es nutzen, selbst aufgebaut haben. Sie geben sich eigene Regeln und leben Unabhängigkeit.

http://hamburg.freifunk.net/

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