Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Förderprogramm Inklusion – einfach erklärt

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In diesem Jahr hat die Aktion Mensch das Förderprogramm Inklusion aufgelegt. Es versteht sich als Schritt zur Umsetzung der UN- Behindertenrechtkonvention, in der die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen festgeschrieben ist. Erster Baustein des am 1. April gestarteten Programms ist die Förderung von sogenannten Vorlauf- und Planungsaktivitäten. Ab Januar 2012 kommt nun Baustein zwei dazu, die Förderung von Inklusionsprojekten. Damit die komplexe Struktur des neuen Programms verständlich wird, hat Ulrike Pfaff mit dem Leiter der Projekt- und Inklusionsförderung Stefan Burkhardt gesprochen.

U. Pfaff: Mit Beginn der Förderung von Inklusionsprojekten im kommenden Januar befürchten viele Organisationen, dass damit automatisch der Förderzeitraum für die Planungs- und Vorlaufphasen abgelaufen ist.
S. Burkhardt: Das hat zu einigen Irritationen geführt. Richtig aber ist: Eine Förderung für die Vorlaufphasen kann auch im nächsten Jahr und darüber hinaus beantragt werden. Beide Förderbausteine stehen also ab Januar parallel zu Verfügung.

U. Pfaff: Unabhängig voneinander?
S. Burkhardt: Richtig.
Die reinen Inklusionsprojekte können mit oder ohne Vorlaufsphase gefördert werden. Wer eine Förderung für ein Inklusionsprojekt will, muss nicht vorher zwingend eine Planungsphase durchlaufen haben.

U. Pfaff: Warum diese Trennung in „Planung“ und „Projekt“?
S. Burkhardt: Mit der Förderung von Vorlaufphasen wollen wir vor allem den kleinen Einrichtungen und Organisationen die Chance geben, sich in Ruhe, mit Zeit und Geld auf ein Inklusionsprojekt in ihrem Lebensumfeld vorzubereiten. Denn uns ist es wichtig, dass sich neben den großen und starken Verbänden auch kleinere Träger am Inklusionsprozess beteiligen.

U. Pfaff: Das heißt, wenn ich als Verein oder Einrichtung eine Idee habe, unterstützt die Aktion Mensch zunächst und gesondert nur die Planung dieser Idee?
S. Burkhardt: Genau, und das bis zu 15.000 Euro in einem Förderzeitraum von maximal 12 Monaten. Damit geben wir den Antragstellern die Möglichkeit, in einen vernünftigen Planungsprozess zu kommen, mit potenziellen Partnern zu sprechen, sich mit allen Partnern an einen Tisch zu setzen, sich inhaltlich mit Inklusion zu befassen und – ganz wichtig – bei Bedarf auch den Sozialraum zu analysieren, damit das geplante Inklusionsprojekt später entsprechend umgesetzt werden kann.

U. Pfaff: Kann ein Träger auch ohne Planungsvorlauf einen Förderantrag für ein Inklusionsprojekt stellen?
S. Burkhardt: Ja. Der Planungsvorlauf kann, muss aber nicht Voraussetzung für ein Inklusionsvorhaben sein. Das heißt, man kann aus den beiden verschiedenen Förderbausteinen den jeweils passenden für die eigene Einrichtung oder Organisation aussuchen.
Inklusionsprojekte werden mit bis zu 250.000 Euro über maximal drei Jahre gefördert und verfolgen ganz andere Ziele als Planungsvorhaben. Nämlich die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, die aus der Behindertenhilfe kommen mit Initiativen, die bislang nicht in diesem Bereich tätig sind, anzustoßen. Hier spielt der Vernetzungsgedanke eine ganz große Rolle. Für eine erfolgreiche Förderung müssen deshalb neben dem Antragsteller mindestens zwei weitere Kooperationspartner eingebunden werden. Wir meinen, nur in der Zusammenarbeit mit Kommunen, Bildungsträgern und Unternehmen kann Teilhabe möglich werden.

U. Pfaff: Ein Beispiel?
S. Burkhardt: Wenn ich im Bereich „Arbeit“ als Organisation erkenne, dass Menschen hier mit geistiger Behinderung extrem benachteiligt sind, gilt es, entsprechende Partner zur Umsetzung von Teilhabe zu finden. Bei einem inklusiven Arbeitsprojekt wäre das beispielsweise die Bundesagentur für Arbeit oder das örtliche Integrationsamt, ein Bildungsträger oder die ARGEn. Es kann aber auch eine Kommune sein, die Interesse hat oder ein gemeinnütziger Träger, der in der Berufsbegleitung schon sehr aktiv ist und hier viele Erfahrungen mit einbringen kann.

U. Pfaff: Gibt es Ausschlusskriterien?
S. Burkhardt: Nicht gefördert werden in diesem Programm einzelne Projekte, die zwar das Thema Inklusion beinhalten, aber nicht dem Vernetzungsgedanken folgen. Das heißt: Hier haben inklusive Jugendprojekte, Stadtteilfeste oder Sportveranstaltungen keinen Platz. Dafür gibt es andere Förderbausteine.

U. Pfaff: Was geben Sie möglichen Antragstellern mit auf den Weg?
S. Burkhardt: Wir möchten sie einladen, sich an dem Programm zu beteiligen. Sie ermutigen, Vernetzungs- und Kooperationspartner zu suchen, weil das nicht immer einfach ist. Die Aktion Mensch hat das Thema Teilhabe ganz stark nach vorne gestellt und hält entsprechend Mittel bereit. Insofern können wir noch viele Projekte fördern.

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