Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Fehlende Erfahrungen

Ich mag mich. Inzwischen. Es war nicht immer so, aber jetzt bin ich soweit und kann mit fester Stimme und klarem Blick sagen: "ICH MAG MICH! Und meine Behinderung auch." Doch die Energie in mir... die bleibt. Und sie lässt mich manchmal schwitzen wollen. Da fielen mir diese Zeilen ein:

Foto: Jessica Prautzsch

Die Kinder aus der Nachbarschaft spielten fast jeden Nachmittag Brennball, Verstecken oder andere Kinderspiele ... sie hat nie mitgespielt. Man merkt es auch daran, dass sie jetzt im erwachsenen Alter kaum Kinderspiele kennt. Sie sah die Kinder immer nur schnell und laut an sich vorbei rennen. Ständig waren sie außer Atem. Ständig haben sie geschwitzt und haben Wasser oder Saft mit kleinen Strohhalmen getrunken. Sie saß nur da. Und man wusste nicht, ob und wie man mit ihr spielen kann. Sie wusste es auch nicht. Schon mit sieben Jahren konnte sie Schach spielen. Sie hatte einige Puppen, am liebsten waren ihr die "Papierpuppen", bei denen man so leicht die Kleider aus Papier wechseln konnte. Dafür brauchte sie keine Kraft und konnte leichter mit ihnen spielen. Ihre Kindheit verbrachte sie oft in Einsamkeit. Sie hatte kein Problem damit, stundenlang allein zu spielen, ihre Fantasie kannte keine Grenzen, ihre Gedanken trugen sie in andere Welten ... Dorthin, wo es keine Hindernisse gab, dort war ihr Körper leicht und sie konnte über Wiesen fliegen ... Als kleines Mädchen träumte sie davon, mit nackten Füßen über eine Wiese zu springen, Blumen zu pflücken und den Wind auf ihrer Haut zu spüren. Später hatte sie ein großes Bedürfnis, auf einem Trampolin zu springen oder auf einen Sandsack einzuprügeln oder zu joggen.

Laufen ohne Ziel. Dabei den Wind in den Haaren und im Gesicht verspüren und laufen. Spüren, wie sich jeder Muskel an- und entspannt. Wie die Beine und Arme sich taktvoll und gleichmäßig zu jedem Schritt und der Musik im Ohr bewegen. Versuchen, den Atem zu kontrollieren, den Herzschlag zu hören, den Schweiß auf der Haut zu spüren und glücklich zu sein. Laufen ohne Ziel. Ja, das wäre wohl das wahre Glück.


Linktipps:
Inklusion zwischen Kühen und schlechten Straßen. Ein Blogbeitrag von Anastasia Umrik über ihre Kindheit in Kasachstan
Down Under – Steht alles auf dem Kopf? Ein Blogbeitrag von Petra Strack über ihr Auslandssemester in Australien
Gehwalt. Ein Blogbeitrag von Raúl Krauthausen über seine Erfahrungen mit Gewalt

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