Aktion Mensch-Blog

Ein schönes Theater ist das mit der Integration

von

Zu Besuch bei einem Förderprojekt der Aktion Mensch

"Integrationsarbeitet findet schon in der Begegnung statt", erzählt uns Ute Plaumann, Theaterpädagogin beim off-Theater NRW. Sie meint damit das Aufeinander-Zugehen in unserer Gesellschaft, damit alle einander besser verstehen.

Wir sitzen bei den Caritas-Sozialdiensten in Neuss und wollen es genauer wissen: Wie ist das mit der Integration und diesem Theater, seinen Akteuren und seiner Akzeptanz? Wir, das sind drei Kolleginnen aus dem Presseteam der Aktion Mensch, auf Besuch vor Ort bei einem Förderprojekt. Heute wird uns "Auf gleicher Augenhöhe - Sinfonie der Religionen" vorgestellt. Das ist ein interkulturelles Theaterprojekt der Caritas, das die Zuwanderung thematisiert und das Zusammentreffen unterschiedlicher Religionen und Kulturen. 20 Laiendarsteller aus Neuss haben daran mitgewirkt. Männer und Frauen, die aus dem Kongo stammen oder der Türkei, aus Portugal, Brasilien, Kroatien, Dänemark oder Russland. 20 Menschen, die sich vorher nie begegnet sind, sich aber dafür jetzt umso besser kennen. Weil sie gemeinsam ein Stück entworfen haben und geprobt, und viel darüber miteinander gesprochen haben und nachgedacht und gelacht "Die Theaterwelt ist ein geschützter Raum", weiß Ute Plaumann. "Was hier stattfindet, kann keine Beratung bieten." In diesem geschützten Raum, der Theaterbühne, ist Humor erlaubt, wo in der Welt draußen sonst keiner lacht: Eine Frau als Vorbeterin in der Moschee? Ein bestechlicher Priester? Zwei Frauen, die in der Synagoge lauthals Kochrezepte austauschen? Dieses Theaterstück führt vor, wie ein gleichberechtigtes und respektvolles Miteinander aussehen könnte, und wo es noch immer in unserer Gesellschaft hakt.

Es geht um das friedliche Miteinander, das von der Vielfalt lebt. Besonders rühren die fotografischen Erinnerungen an religiöse Rituale und Traditionen der eigenen Familie an, die die Spielerinnen und Spieler als Foto-Collage in das Stück haben einfließen lassen: Der ernst dreinblickende Konfirmand, die islamische Doppelhochzeit, die verschleierte Braut – alles alte Familienfotos, die stumm an mögliche Gemeinsamkeiten und noch mehr an bestehende Unterschiede gemahnen. Und genau darin besteht die eigentliche Leistung dieses Theaterprojektes. Es löst auf spielerische Weise festgefahrene Vorstellungen von Integration auf. Vor, auf und hinter der Bühne. Denn oft werden die religiösen Gemeinschaften als Nebengesellschaften kritisiert, die sich in ihrer eigenen Welt vor uns verschließen. Dabei können auch sie zu Integration beitragen, weil sie Migrantinnen und Migranten "die soziale und kulturelle Stabilität in einer fremden Umgebung ermöglichen", wie es im Programmheft heißt.
Ein Satz, der lohnt, genauer darüber nachzudenken.

Bisher hat noch kein Besucher diesen Beitrag kommentiert – mach du den Anfang!


Mit Aktion Mensch-Nutzerkonto

Melde dich an und diskutiere mit!

Als Gast

Gib deinen Namen oder ein Pseudonym sowie deine E-Mail-Adresse an und kommentiere als Gast:

Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.


Filter

Schlagwort


Tags

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Noch kein
Geschenk?