Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus

Inzwischen dürfte es sich herumgesprochen haben: Das deutsche E-Rollstuhl-Hockey-Nationalteam hat mit seinem überraschenden WM-Titel 2010 in Italien die Weltmeisterschaft 2014 nach Deutschland geholt. Im August dieses Jahres wird es im Münchner Olympiapark gegen sieben internationale Elite-Mannschaften den Titel verteidigen.

Plakat zur E-Rollstuhl-Hockey-WM 2014 mit Nationalspieler Andreas Vogt: Von Stimmung und Spaß mitreißen lassen

Doch nicht nur die Spieler können sich auf dieses Event freuen. Dieser besondere Hockey-Sport hat sich im Laufe der Jahre mit seiner Dynamik, dem geschickten Manövrieren der E-Rollstühle sowie seiner beeindruckenden Hockeyschläger- und Ballführung zu einer äußerst attraktiven Mannschaftssportart entwickelt, die viele Zuschauer begeistert. Selbst diejenigen, die nicht zu den so genannten Sportfans gehören, lassen sich von der Spannung anstecken, die entsteht, wenn die Spieler in ihren E-Rollstühlen über das Spielfeld jagen, dann plötzlich stoppen, um mit einem Handschläger oder dem Schläger, der fest an ihrem E-Rollstuhl installiert ist, den Ball in Richtung gegnerisches Tor zu schießen.

Freier Eintritt für ein inklusives Publikum

Ich selbst jedenfalls habe mich bei jedem Turnier, das ich erleben konnte, von dieser Stimmung und dem Spaß mitreißen lassen. Aber ich wünschte mir jedes Mal mehr Publikum, dass nicht nur Angehörige und Freunde der Spieler den Weg in die Sporthalle fänden, sondern viele Sportbegeisterte, die erst einmal gar nichts mit dem so genannten Behindertensport zu tun haben – ein inklusives Publikum sozusagen. Umso wichtiger finde ich die Entscheidung der Verantwortlichen und Organisatoren der WM, den Eintritt für dieses Event kostenlos und ohne Tickets anzubieten. Damit hoffen sie, auch "Laufkundschaft" anziehen zu können, zum Beispiel Touristen im Olympiapark.

Der Boden muss halten

Im Gespräch mit Stefan Utz, dem Projektleiter des Vorbereitungskomitees der WM, habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Organisation dieses internationalen Wettkampfes in guten Händen liegt. So ist zum Beispiel eine akzeptable und bezahlbare Lösung für die Verlegung eines Spezialbodens im altehrwürdigen Eisstadion mit angrenzender Trainingshalle im Olympiapark gefunden worden, der auch den schweren Elektro-Rollstühlen standhält: Es wird ein Boden ausgeliehen und nicht gekauft. Immerhin sind die Gesamtkosten für die WM nicht unerheblich und werden vor allem durch Sponsoren und Unterstützer gedeckt.

Starke internationale Konkurrenz

Schon ziemlich festgezurrt ist auch der vorläufige Ablaufplan der WM. Keine leichte logistische Herausforderung. Immerhin werden ca. 120 Sportler, Trainer und Betreuer erwartet, ein Großteil der Sportler fährt im Rollstuhl – und das sind dann keine leichten wendigen Aktivrollstühle, sondern große, schwere Elektrogefährte.
Doch nicht nur die logistischen Aufgaben müssen bewältigt werden. Um die Chancen auf eine Titelverteidigung zu erhöhen, müssen die Spieler die verbleibende Zeit vor allem dazu nutzen, sich gründlich auf das Turnier vorzubereiten. Denn mit den Mannschaften aus Australien, Belgien, Dänemark, der Schweiz, Italien, Finnland und den Niederlanden warten sieben starke Gegner auf das deutsche Team. In der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach bei Heidelberg finden deshalb insgesamt sechs Kaderlehrgänge statt. An diesen idealen Ort mit seinem ruhigen Ambiente, seinen rollstuhlgerechten Zimmern und integrierten Sporthallen lädt Bundestrainer Deniz Genç aus Heidelberg im April und Mai nun erneut 16 Spielerinnen und Spieler aus ganz Deutschland ein. Anschließend werden dann 10 Spielerinnen und Spieler für die Nationalmannschaft nominiert. Die Spannung steigt!


Linktipps:
Mehr Infos zur E-Rollstuhl-Hockey-Weltmeisterschaft 2014 in Deutschland
Elektro-Rollstuhl-Hockey im Deutschen Rollstuhl-Sportverband
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