Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Ein Fest für Körper und Sinne

von Carina Kühne

Anfang September fand in Wiesbaden zum sechsten Mal ein großes Inklusionsfest statt. Veranstalter waren das Bistum Limburg, die Stadt Wiesbaden und der Arbeitskreis Wiesbadener Behindertenorganisationen.

Autorin auf Tauchstation (Foto: Marko Bertges / Wasserflöhe)

Zunächst wurde in der Bonifatiuskirche ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten. Anschließend fand ein für Deutschland einmaliges Fest mitten auf dem Schlossplatz für Menschen mit und ohne Handicap statt. Sinn dieser Veranstaltung sollte es sein, die Abgrenzungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu lösen und das gegenseitige Verständnis zu verbessern. An den rund 30 Ständen konnte man sich informieren und auch mitmachen: weben, malen oder basteln beispielsweise. Auch Essbuden gab es genug, Spielmannszüge und Polizeiorchester sorgten für gute Stimmung.

Café Dunkelzelt

Auf der Bühne sangen verschiedene Chöre, Theaterstücke wurden aufgeführt, und Tanzgruppen zeigten ihr Können. Besonders interessant war das Café Dunkelzelt. Mit verbundenen Augen und einem Stock konnte man versuchen, sich in der Dunkelheit zu orientieren. An der Dunkelbar war der blinde Barkeeper eindeutig im Vorteil. Beim Mitmachprogramm konnte man einen Rollatorführerschein machen oder an einem Rollstuhlparcours teilnehmen.

Abtauchen vor dem Landtag

Höhepunkt war der "Tauch-Truck" direkt vor dem Landtag. Betreut wurde dieser von der DLRG Idstein, dem TC Oktopus Rüdesheim mit den Bewohnern des St. Vincenzstift Aulhausen und den "Wasserflöhen" aus Darmstadt. Jeder Verein hatte seinen eigenen Stand mit Infomaterial. Für mich war es das erste Mal, dass ich in einem Truck getaucht bin! Abwechselnd mit den Tauchern der anderen Vereine führten wir einige Übungen wie Maske ausblasen, Druckausgleich und Unterwasserzeichen vor. Besonders die Unterwasserspiele wie Eierlaufen, Unterwasser-Frisbee und Parcours-Tauchen fanden viel Beachtung. Natürlich mussten wir die Veranstaltung auch moderieren, um die Zuschauer zu informieren. Da wechselten sich die Vereine ab. Für die Wasserflöhe übernahmen das Marko Bertges, unser Tauchlehrer, und ich. Wer Lust hatte, konnte am Schnuppertauchen teilnehmen. Dafür hatten wir in den Umkleidekabinen genügend Tauchanzüge bereitgestellt.

Nicht ganz barrierefrei

Leider war die Veranstaltung dann doch nicht so barrierefrei, wie gedacht. Für einen 16-jährigen Rollstuhlfahrer, der gerne mittauchen wollte, gab es keine Möglichkeit, auf den Tauch-Truck zu kommen, obwohl die Feuerwehr und das THW vor Ort waren und um Mithilfe gebeten wurden.

Zum Schluss gab es noch eine Weinprobe der besonderen Art. Die Weinkönigin schenkte an Land verschiedene Weinsorten aus und ließ raten, um welchen Wein es sich handelte. Für die Unterwasserweinprobe bekamen die Taucher ihren Wein in Einwegspritzen. Da auch im Landtag Tag der offenen Tür war, nutzte ich eine Mittagspause, um an einer Schlossführung teilzunehmen. Das war sehr beeindruckend! Niemals hätte ich gedacht, dass dieses Stadtschloss so prunkvoll ist.

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