Aktion Mensch-Blog

Echte Leuchttürme

von Jutta Pagel-Steidl

Ausgezeichnet! Acht barrierefreie Gemeinden in Baden-Württemberg

Wettbewerbs-Logo „Barrierefreie Gemeinde 2012“ Grafik: Kreativ plus GmbH Stuttgart

Zugegeben, die ringsherum perfekte barrierefreie Gemeinde gibt es bislang nur in unseren Träumen. Aber es gibt Gemeinden, die sich stärker als andere auf den Weg gemacht haben und Schritt für Schritt bestehende Barrieren abbauen. Und da wir alle wissen, dass Lob mehr motiviert als Tadel, haben wir uns für das Loben entschieden. Wir, das ist in diesem Fall der Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg. Wir haben das Kampagnenmotto der Aktion Mensch „Jede Barriere ist eine zuviel“ wörtlich genommen und nach 1998, 2002 und 2008 nun zum vierten Mal den Wettbewerb „Gesucht: barrierefreie Gemeinde in Baden-Württemberg 2012“ ausgeschrieben. Und nach einem aufwändigen Prozess auch acht kleine und große Gemeinden gefunden, die sich nachhaltig für ein „Leben ohne Barrieren“ einsetzen. (Ober-)Bürgermeister, Gemeinderat, Gemeindeverwaltung und engagierte Menschen mit Behinderung arbeiten Hand in Hand, um dieses Ziel umzusetzen: Hagnau, Grabenstetten, Schwarzach, Löffingen, Isny, Bad Saulgau, Ludwigsburg und Tübingen sind die Preisträger 2012.

Tolle Beispiele für Barierefreiheit

So unterschiedlich die Gemeinden auch sind, so verschieden sind die tollen Beispiele, die sich auch auf andere Gemeinden übertragen lassen. Seit Jahren gibt es in Schwarzach in einem ganz normalen Einkaufszentrum in der Ortsmitte ein Bürgerbüro. Die Bürger können dort alle anfallenden Rathausdienstleistungen erledigen – und nebenbei auch noch ihre Briefmarken kaufen, denn eine Postfiliale gibt es seit Jahren nicht mehr. Auch die Öffnungszeiten sind geradezu himmlisch – das Bürgerbüro ist auch samstags offen. Isny im Allgäu hat ein kommunales Förderprogramm „Familien- und Klimaschutzförderung“, das auch barrierefreies Bauen und Wohnen unterstützt. „Schwimmen für alle“ ist in Bad Saulgau wunderbar möglich, denn sowohl das Thermalbad als auch das Hallenbad verfügen über Einstiegshilfen für Rollifahrer. „Urlaub ohne Barrieren“ hat sich Hagnau am Bodensee auf die Fahnen geschrieben. In Grabenstetten gibt es ein kleines, aber feines Keltenmuseum – sowohl die Ausstellung selbst als auch der Raum ist barrierefrei. In Ludwigsburg zeichnet sich durch seine Stadtpläne und Wegweiser für geh- und sehbehinderte Menschen aus. In Tübingen gibt es ein Handlungskonzept „barrierefreie Stadt“ auch in Leichter Sprache. Die Fahrziele der Stadtbusse tragen zusätzlich Symbole und erleichtern Menschen mit Leseschwierigkeiten die Orientierung. In Löffingen, Schwarzach und vielen anderen Orten gibt es ein enges und selbstverständliches Miteinander von Einwohnern mit und ohne Behinderung.

„Stresstest Inklusion“ bestanden

Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht seine Behinderung. Die Gemeinden haben den „Stresstest Inklusion“ bestanden und sind echte Leuchttürme. Und das ist gut so. Oder anders formuliert: Inklusion pur geht nur mit Barrierefreiheit! Das steht ganz oben auf unserem Wunschzettel zu Weihnachten. Denn von Barrierefreiheit können wir nicht genug kriegen ...


Mehr zum Thema:
Die Ausführliche Dokumentation des Wettbewerbs „Barrierefreie Gemeinde in Baden-Württemberg 2012“ (PDF-Dokument)

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