Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Die Machbarkeit der gesellschaftlichen Verantwortung

von Alexander Westheide

Schlagworte:
Arbeit

Auf dem 10. Deutschen CSR-Forum am 7. und 8. Mai in Ludwigsburg bei Stuttgart diskutierten Leiter großer Wirtschaftsunternehmen und Nichtregierungsorganisationen über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Auch die Aktion Mensch war mit von der Partie und hat das Thema Inklusion stark gemacht.

Deutsches CSR-Forum: Vielfalt unter den Mitarbeitern Foto: Deutsches CSR-Forum

Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der REWE-Handelsgruppe, die jeden Tag mit 60 Millionen Kunden in Kontakt steht, hat es für sich und sein Unternehmen auf den Punkt gebracht: „Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung ist machbar. Nachhaltigkeit lohnt sich für Wirtschaft und Gesellschaft. Als Wirtschaftsunternehmen wollen wir in erster Linie Geld verdienen. Und deshalb setzen wir auf Nachhaltigkeit, denn Nachhaltigkeit ist ein Wettbewerbsvorteil.“

Mehr als das Gesetz verlangt

„Ist gesellschaftliche Verantwortung machbar?“, lautete die Leitfrage des diesjährigen Deutschen CSR-Forums. CSR ist die Abkürzung für Corporate Social Responsibility und bedeutet so viel wie unternehmerische Gesellschaftsverantwortung oder soziale Verantwortung von Unternehmen. Über 700 Teilnehmer, darunter Leiter großer Konzerne wie der Deutschen Post DHL oder dem Bauriesen Strabag sowie Vertreter wichtiger Nichtregierungsorganisationen, zum Beispiel von Transparency International, der Deutschen Umwelthilfe oder Handicap International, nutzten das Deutsche CSR-Forum als Plattform, um Standpunkte und Meinungen kritisch auszutauschen. Im Zentrum stand dabei immer die Frage nach dem freiwilligen Engagement von Unternehmen im sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereich, das über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen hinausgeht.
Worin besteht gesellschaftliche Verantwortung überhaupt? Wie kann man Unternehmen dazu bringen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen? Was tun Unternehmen und Organisationen bereits in dieser Hinsicht?

CSR und Inklusion

Die Themen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung haben viele Gesichter: Ressourcenschonung, Klimaschutz, verantwortlicher Konsum, nachhaltige Stadtentwicklung oder Schaffung von Ausbildungsplätzen beispielsweise. Auch Themen wie Inklusion und Diversity Management („soziale Vielfalt konstruktiv nutzen“) werden von einigen Unternehmen im CSR-Kontext diskutiert. Hier geht es vor allem um Fragen wie: Was muss getan werden, damit Menschen mit Behinderung alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens – etwa in der Bildung, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit – aktiv mitgestalten können? Wie profitieren Unternehmen von der Vielfalt unter ihren Mitarbeitern?

Aber auch wenn die Umsetzung von Inklusion in Unternehmen ähnlich viele Vorteile mit sich bringt, wie die erfolgreiche Umsetzung von CSR-Projekten, muss der Anspruch an die Rahmenbedingungen einer inklusiven Arbeitswelt aus Sicht der Aktion Mensch über CSR-Aktivitäten hinaus gehen. Vielmehr sollten sich Unternehmen in erster Linie aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten mit diesem Thema auseinandersetzen. Firmen, die auf Inklusion setzten, verbessern nicht nur die Arbeitsatmosphäre, sie steigern auch ihren wirtschaftlichen Erfolg. Die Vielfalt unter den Mitarbeitern führt zu mehr Kreativität, Toleranz und Offenheit. Indem sie Menschen mit Behinderung für sich als Arbeitskräfte gewinnen, profitieren sie von dem außerordentlichen Engagement, hoher Loyalität und oft auch von besonderen Talenten dieser Mitarbeiter. Hinzu kommt ein deutlicher Imagegewinn. Diese und weitere spannenden Themen wurden auf dem 10. Deutschen CSR-Forum vor allem im Rahmen der Sektion „CSR und Inklusion“ und am Stand der Aktion Mensch diskutiert.

Inklusion am Arbeitsplatz

Seit einigen Jahren informiert die Aktion Mensch die Öffentlichkeit und Unternehmen über die Chancen von Inklusion und die Barrieren, die auf dem Weg zu einer inklusiven Arbeitswelt noch beseitigt werden müssen. Dass es hier noch viel zu tun gibt, belegen auch die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: Die Quote der Arbeitslosen mit Behinderung ist mit 14 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Arbeitssuchenden ohne Behinderung. Das betrifft auch hervorragend ausgebildete Menschen mit Behinderung. Die Umsetzung von Inklusion im Arbeitsleben scheitert nach wie vor an Vorurteilen, Angst vor Bürokratie, mangelnde Barrierefreiheit in den Betrieben sowie Unkenntnis über staatliche Fördermöglichkeiten. Das ist sehr bedauerlich, denn eine Studie im Auftrag der Aktion Mensch hat ergeben, dass über 80 Prozent der Arbeitgeber keine Leistungsunterschiede zwischen ihren Beschäftigten mit und ohne Behinderung feststellen.


Linktipps:
Mehr Infos zum Deutschen CSR-Forum
Das Handlungsfeld "Am Arbeitsplatz" der Aktion Mensch
Das Inklusionsbarometer der Aktion Mensch zum Thema Arbeit von Menschen mit Behinderung (PDF-Datei)
Die Broschüre „Arbeit möglich machen!“ der Aktion Mensch
Mehr Dokumente der Aktion Mensch zum Thema „Inklusion und Arbeitswelt“ zum Herunterladen
Die Unternehmenskultur gewinnt. Ein Blogbeitrag über die Flughafen München GmbH, die wegen innovativer Konzepte für Mitarbeiter mit Behinderung mit dem Inklusionspreis ausgezeichnet wurde
Jemand, der sich kümmert ... Ein Blogbeitrag von Eva Keller über eine Fachtagung zur Inklusion in Ausbildung und Arbeit
Potenziale nutzen – mit Aktionsplänen. Ein Interview im Blog von Stefanie Wulff mit Rainer Wallbruch über Aktionspläne von Unternehmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

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