Freiwilliges Engagement

Die Gipfelstürmer von Kreuzberg

Auch Kinder, die in der Stadt groß werden, sollen Abenteuer erleben. Das haben sich die „Stadtcamper“ in Berlin-Kreuzberg auf die Fahnen geschrieben. Marietta, Kostja oder Ali haben es schon ausprobiert und wollen nicht mehr ohne.

Foto: Symbolbild Foto: CC BY 2.0 / Marcus Hansson / Flickr

Es ist eine bunte Truppe, die sich jeden Freitagnachmittag in der Axel-Springer-Straße trifft. Da sind Marietta und Katharina, die beiden Schwestern von nebenan, Ali mit seiner Einzelfallhelferin, Sabri und Kostja, die sich lautstark mit Tierlauten begrüßen und sich dabei schlapp lachen oder der zurückhaltende Sebastian, der seine Umwelt hoch konzentriert beobachtet.

Kleine und große Fluchten aus dem Alltag

Wenn sich die jungen Camper, die zwischen 9 und 15 Jahren alt sind, einmal in der Woche treffen, spielen sie Fußball, klettern an einer speziellen Wand im Nachbarhof, besuchen Indoor-Klettergärten oder machen kleine Kanutouren. Die Organisation übernimmt der Verein Integrationsprojekt, der schon diverse inklusive Angebote für die Nachbarschaft geschaffen hat.

Highlight sind die Ferienfreizeiten zum Beispiel in der Sächsischen Schweiz: eine Woche lang Kletterkurs in den Sandsteinfelsen, zelten, gemeinsam kochen, Lagerfeuer und Stockbrot. Marietta (9) und ihre drei Jahre ältere Schwester waren schon öfter dabei und lieben die Zeit jenseits von Großstadt, Verkehrschaos und Schulstress.

Alle können mitbestimmen

Diese kleinen Fluchten aus dem Alltag machen nicht zuletzt Freiwillige wie Michael möglich. Der 27-Jährige ist selbst jahrelang Teilnehmer auf den Freizeiten gewesen. Mit 16 machte er dann seinen Jugendgruppen-Leiterschein und wurde zum Teamer. Er ist der Kletterexperte im Team, kümmert sich um die Ausrüstung und sichert Sabri, Yaren, Kostja oder Celina mit dem Seil, wenn sie an der Kletterwand in zehn Meter Höhe hängen. Seine Motivation bringt er ganz unprätentiös auf den Punkt: „Ich will Kindern die Möglichkeit geben, Sachen zu machen, die sie sonst nicht machen könnten.“ Auch viele ehemalige FSJlerinnen engagieren sich weiterhin ehrenamtlich im Verein und ermöglichen so Projekte, die sonst kaum durchführbar wären.

Warum so viele Freiwillige dem Verein treu bleiben? Einmal natürlich, weil sie die gemeinsame Zeit mit den Kindern und Jugendlichen genießen. Darüber hinaus macht das Integrationsprojekt e.V. eine entscheidende Sache richtig: Der Verein, den Ede Glittenberg 1987 in Kreuzberg gegründet hat und bis heute leitet, versteht sich als ausdrücklich basisdemokratisch. Mitreden können hier nicht nur die hauptamtlichen Mitarbeiter, sondern auch die freiwillig Engagierten. Sie sind in den Gremien vertreten, die über die Verteilung der finanziellen Mittel entscheiden und können so direkt mitbestimmen, welches Projekt welche Ausstattung bekommt. Das funktioniert hervorragend und kann Vorbild für andere Freiwilligen-Organisationen sein.

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch nach seinen individuellen Möglichkeiten selbstbestimmt leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Dieses selbstverständliche Miteinander erreichen wir nur, wenn sich möglichst viele Menschen für eine inklusive Gesellschaft einsetzen und sie mitgestalten – zum Beispiel durch freiwilliges Engagement. Die Aktion Mensch bietet mit ihrer Freiwilligen-Datenbank einen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten: Menschen mit und ohne Behinderung können aus mehr als 13.000 Angeboten  das passende Engagement auswählen.



Weitere Ideen für inklusives Engagement finden Sie in der Freiwilligen-Datenbank.

 

Linktipps:

Die Magie des Bolzplatzes.Ein Blogbeitrag über Ehrenamtliche, die allen die Möglichkeit geben wollen zu kicken.

 

 

Kinder an die Macht. Ein Blogbeitrag über die Kinderspielstadt Kleinhayn, die jede Sommerferien stattfindet.

 

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