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Di-Ji: Für weniger Barrieren auf Partei-Internetseiten

Am 22. September ist Bundestagswahl. Da reagieren die Abgeordneten, die wiedergewählt werden möchten, gerne postwendend auf berechtigte Kritik und geloben Besserung. So haben jetzt mehrere Bundestagsabgeordnete angekündigt, ihre Internetseiten zu überarbeiten und Menschen mit Behinderungen einen besseren Zugang zu ermöglichen. Anstoß dafür war eine Aktion der beiden Sozialverbände VdK Deutschland und BAG Selbsthilfe.

S. Hofschaeger / pixelio.de

Sie hatten mehr als 550 Abgeordnete aufgefordert, bei ihren Internetauftritten für mehr Barrierefreiheit zu sorgen. „Wir freuen uns, wenn die politische Teilhabe für alle tatsächlich ermöglicht wird“, erklärt Prof. Christian Bühler, der Leiter des Projekts „Digital informiert – im Job integriert“ (Di-Ji), in dem die beiden Verbände Partner sind. „Es sind allerdings noch viele Verbesserungen nötig.“

Zunächst einmal in der Reaktion der Volksvertreter. So bedauert Bühler, dass ein großer Teil der Abgeordneten und auch die Fraktionen bislang noch nicht auf die Aktion reagiert hätten. Di-Ji hatte ihre Internetseiten getestet und war insgesamt auf viele Barrieren gestoßen. Diese verhindern, dass sich Menschen mit Behinderungen im Wahljahr über Personen und politische Themen informieren können. Insgesamt 400 Internetseiten konnten mithilfe eines automatischen Testverfahrens auf ihre Zugänglichkeit hin untersucht werden, zu weiteren 160 gingen Hinweise bei der Meldestelle für digitale Barrieren ein. Schließlich bekam jeder Abgeordnete detaillierte Informationen zu seinem persönlichen Ergebnis.

Aus den bisherigen Rückmeldungen geht für die Verantwortlichen von Di-Ji hervor: Die Abgeordneten sehen die Testaktion durchweg positiv und als Ansporn für Verbesserungen. Di-Ji hofft deshalb, dass die Aktion nicht nur zur Sensibilisierung für digitale Barrierefreiheit beiträgt, sondern dass sie auch viele konkrete Veränderungen nach sich ziehen wird. „Die Politiker sollten mit gutem Beispiel vorangehen und Barrierefreiheit sicherstellen“, so Prof. Bühler. Er hoffe, dass möglichst alle Abgeordneten mitziehen und so Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen unterstützen.

Wieviel beim Thema politische Teilhabe von Menschen mit Behinderung noch im Argen liegt, zeigt zum Beispiel auch der Wahllokaltest der Aktion Mensch, der letzte Woche durch Deutschland tourte. Und auch, wenn die Ergebnisse der Diji-Aktion wegen ihrer automatisierten Erhebung eventuell nicht aussagen, wo ad hoc was technisch verbessert werden muss, ist es gut, dass die Abgeordneten des Deutschen Bundestags noch einmal für dieses wichtige Thema sensibilisiert wurden und es auf ihrer persönlichen Agenda haben. Und das hoffentlich über die Wahl am 22. September hinaus.

Weitere Infos zum Wahllokaltest der Aktion Mensch unter Link sowie zum Diji-Test unter www.di-ji.de

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