Freiwilliges Engagement

Der Weihnachtsmarkt, bei dem jeder mit anpackt

Ein Weihnachtsmarkt, der ganz und gar von Freiwilligen geschmissen wird. Das ist seit 26 Jahren Tradition beim Kladower Christkindlmarkt. Die Erlöse gehen vollständig an Jugendprojekte vor Ort. Warum auch das Sturmtief „Xaver“ der engagierten Truppe nichts anhaben konnte, verraten zwei der über hundert Freiwilligen.

Langsam fällt die Anspannung von Oliver Jonas ab. Es ist Sonntagnachmittag – seit Samstagmittag ist der 26. Kladower Christkindlmarkt in vollem Gange. Bisher gab es keine nennenswerten Pannen oder Probleme. Die Menschen schieben sich gut gelaunt über den Imchenplatz, der malerisch an der Havel liegt. Oliver Jonas studiert Geotechnologie und organisiert als Vorsitzender der Cladower Dorf Union zum ersten Mal den Weihnachtsmarkt. Er sitzt mit Simone Tucholl von der Marktleitung und Regina Canto, die für das Bühnenprogramm verantwortlich ist, in dem grünen Bauwagen, der als improvisiertes Büro dient, und wärmt sich kurz auf. Sie alle haben die letzten Monate viel Zeit in die Vorbereitung des Weihnachtsmarktes gesteckt, der etwas anders funktioniert als die meisten Märkte: Den Kladower Christkindlmarkt gibt es nur, weil freiwillig Engagierte ihn möglich machen.

So betreiben die Freiwilligen die komplette Gastronomie in eigener Regie. Vereinsmitglieder rühren in der großen Pilzpfanne, andere schenken Glühwein aus, die DLRG-Gruppe hat die Grillstation übernommen und der Reservistenverband der Bundeswehr hat das Kommando über die Gulaschkanone. Dazu gibt es Informationsstände von der Jugendfeuerwehr, dem Roten Kreuz und vielen mehr. Alle Gruppen, die die große Bühne bespielen – von der Bigband der Musikschule Spandau bis zur Bläserklasseder Grundschule–verzichten auf Honorare.

Die Erlöse aus Gastronomie und Standmieten fließen in Kinder- und Jugendprojekte vor Ort. Gerade wurde ein Ausrüstungspaket an die Jugendfeuerwehr übergeben, darunter Decken für das Jugendcamp und ein regendichter Pavillon.

Warum stecken die Engagierten so viel Zeit und Energie in das Projekt? Simone Tucholl fällt die Antwort leicht: „Weil das Team stimmt. Wir arbeiten hier Hand in Hand und verstehen uns blind.“ Oliver Jonas ergänzt: „Wer einmal geschnuppert hat, bleibt auch dabei.“ Und so wundert es nicht, dass ehemalige Kladower sogar aus Hamburg angereist sind, um beim Christkindlmarkt mitzuhelfen.

Für Oliver Jonas waren die letzten Monate oft genug eine Geduldsprobe. Der Schriftverkehr mit den verschiedenen Behörden füllt inzwischen einen ganzen Ordner. Jeder Freiwilliger, der auch nur Glühwein ausschenkt, brauchte eine Lebensmittelkarte und bis zuletzt musste mit dem Gesundheitsamt darüber diskutiert werden, ob etwa die Essensstände mit einer abwaschbaren Unterlage ausgestattet sein müssen oder nicht.

Inzwischen kann niemand mehr Jonas die stoischer Gelassenheit nehmen. Schließlich war am vergangenen Freitag, als „Xaver“ über Berlin hinwegfegte, noch nicht einmal klar, ob der Markt überhaupt stattfinden kann: „Der Aufbau hätte eigentlich am Freitag abschlossen werden müssen. Wegen des Sturms haben wir erst am Samstag anfangen können. Mit den Helfern vom Lazarettregiment und den Bundeswehr-Reservisten haben wir das dann in vier Stunden geschafft.“

Und so steht es wohl außer Frage, dass im nächsten September die Vorbereitung für den 27. Kladower Christkindlmarkt anlaufen werden.

www.kladower-christkindlmarkt.de

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