Freiwilliges Engagement

Der Kampf mit der Herkulesstaude

Sie klettern durch Ruinen und Wurzelwerk, um Fledermäuse zu beringen und schlagen sich mit giftigen Herkulesstauden herum. Was Myrna Kock und ihr Team vom Arbeitskreis Umweltschutz Bochum nach Feierabend treiben, kann man für Abenteuerspiele von Erwachsenen halten – oder für ganz praktischen Umweltschutz.

Fledermäuse gehen immer. Das weiß Myrna Kock inzwischen aus dutzendfacher Erfahrung. Wenn sie wieder einmal in eine Schule eingeladen wird, packt sie ein ausgestopftes Exemplar ein, dazu jede Menge Fotos, einige Schädel und Tonaufnahmen. Kinder sind von den fliegenden Nachtschwärmern begeistert und bringen oft ein erstaunliches Wissen mit. Die Schulbesuche gehören zum freiwilligen Engagement, das Myrna Kock seit inzwischen zwölf Jahren im Verein Arbeitskreis Umweltschutz Bochum einbringt.

Der Verein kümmert sich neben seiner Arbeit für Amphibien und in der Umweltpädagogik auch um die Beratung von Bürgern. Zusätzlich stellt er mehrere Landschaftswächter, die beispielsweise melden, wenn ungefragt Bäume gefällt wurden oder plötzlich ein Reitweg durchs Naturschutzgebiet führt. Für Myrna Kock gab es nie eine Alternative zum Arbeiten für Umwelt und Natur: „Schon mit 12 Jahren habe ich mich in der Naturbeobachtung engagiert. Schon damals war mir klar, dass ich in diesem Bereich auch arbeiten will.“ Inzwischen ist sie studierte Ökologin und Fischereibiologin, sucht in diesem Bereich einen Job und engagiert sich umso intensiver im Arbeitskreis Umweltschutz Bochum.

Regelmäßig steht sie auf der Leiter, um Tiere in Fledermauskästen zu beringen, schneidet Kopfweiden zurück, bringt sich als Landschaftswächterin ein oder entfernt hartnäckige Herkulesstauden. Die eingewanderten Pflanzen lösen bei Berührung schwere Verbrennungen aus und breiten sich inzwischen rasant in Nordrhein-Westfalen aus. Myrna Kock ist vor allem wichtig: „Es darf nicht dabei bleiben, dass man nur über das große Ganze redet. Ich war immer jemand, der gerne praktisch arbeitet und mit anpackt. Wenn wir in einem Naturschutzgebiet die Herkulesstauden loswerden konnten und nun die seltene Sumpf-Orchidee eine Chance bekommt, ist das ein schönes Gefühl.“

Rund 20 Mitglieder hat der Verein, bei einzelnen Aktionen wie dem Staudenentfernen kommen im Schnitt fünf Aktive. Weitere Engagierte, die ganz praktisch etwas für Flora und Fauna tun wollen, sind also willkommen. Kock: „Jeder kann auch eigene Ideen mitbringen und umsetzen. Wir sind eine bunte Truppe aus ganz unterschiedlichen Leuten und offen für viele Themen. Jeder soll sich austoben können.“ Wie das geht, macht sie auf beeindruckende Art vor.

Weitere Engagmeent-Möglichkeiten in der Freiwilligendatenbank

Bisher hat noch kein Besucher diesen Beitrag kommentiert – mach du den Anfang!


Mit Aktion Mensch-Nutzerkonto

Melde dich an und diskutiere mit!

Als Gast

Gib deinen Namen oder ein Pseudonym sowie deine E-Mail-Adresse an und kommentiere als Gast:

Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.


Filter

Schlagwort


Tags

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Noch kein
Geschenk?