Freiwilliges Engagement

Der echte Karneval

Beim Karneval denken viele zuerst an die großen Rosenmontagsumzüge. Dabei lebt er vor allem in den vielen kleinen Vereinen jenseits der Massenveranstaltungen: dort wo Menschen monatelang gemeinsam Karnevalssitzungen vorbereiten, Kostüme nähen und Geld sammeln. Wie dabei eine einzigartige nachbarschaftliche Nähe entsteht, kann man seit mehr als hundert Jahren in Bonn Beuel erleben.

Foto: CC BY 2.0 / Marco Verch

Inzwischen sind sie 25 Jahre lang befreundet: Gerda Höhnscheid und Gisela Meuter aus Küdinghoven, einem Ortsteil von Bonn Beuel. Damals gingen die Kinder in dieselbe Kita. Gisela Meuter erinnert sich: „Wir waren frisch nach Küdinghoven gezogen, und die Kinder wollten auch gerne beim Karnevalszug mitlaufen.“ Gerda war mit ihrem Mann schon lange im LiKüRa-Karnevalsverein aktiv (Li = Limperich, Kü = Küdinghoven, Ra = Ramersdorf) und lud die Familie kurzerhand zum gemeinsamen Kostüm Nähen in den ausgebauten Keller ein. Hier entstehen Jahr für Jahr die Outfits für die närrische Zeit – man ist schon als Schneeflocke unterwegs gewesen, als Blumen, Schweinchen und dieses Jahr als „erneuerbare Energien“, inklusive Miniatur-Windrad auf dem Kopf. Gerda, Gisela und andere aus Limperich, Küdinghoven und Ramersdorf treffen sich seitdem regelmäßig, feiern gemeinsam Geburtstage und fahren einmal im Jahr gemeinsam weg – nach England, Mallorca oder einfach nur für ein Wochenende nach Köln. Für Gisela und ihre Kinder war das Kostüm Nähen der Startschuss für zahllose Umzüge am Karnevalssonntag und viele neue Freundschaften.

Gerda Höhnscheid personifiziert den Karneval in Küdinghoven. Seit rund 50 Jahren ist sie für den LiKüRa-Karneval aktiv und erinnert sich genau an die großen Zeiten, als noch viele Handwerker im Ort wohnten, die Wagen für den Zug bauten und die Frauen gemeinsam in der Gastwirtschaft saßen und Tausende Papierblumen für die Dekoration drehten: „Man hat gebastelt, getrunken, Freundschaften geschlossen.“ Sie selbst war 1965 LiKüRa-Prinzessin und hatte diverse Ämter im Karnevals-Verein inne. Sie erzählt: „Das bedeutet, dass man den Umzug samt Karnevalssitzung organisiert; Zettel an die Autos entlang der Umzugsstrecke heftet, mit der Bitte umzuparken; die Prüfung der Wagen durch den TÜV anleiert oder auch von Tür zu Tür geht, um Spenden für die Kamelle einzusammeln.“

Inzwischen sucht der Verein dringend Nachwuchs. Vor allem jüngere Mitglieder sind gefragt: Alteingesessene ebenso wie neue Anwohner aus Bonn Beul, die Spaß am Miteinander vor Ort haben – und zwar nicht nur in der fünften Jahreszeit.

www.likuera.com

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