Aktion Mensch-Blog

Barrieren überwinden: Die sprechende Speisekarte

Das Biermanski's lebt Barrierefreiheit in der Gastronomie vor. Wie? Neben der Standard-Speisekarte gibt es dort auch eine sprechende Speisekarte – und die kommt gut an. Es ist eines von vielen Förderprojekten zum Thema Barrierenabbau der Aktion Mensch, die den Alltag für Menschen mit und ohne Behinderung leichter machen.

Speisekarte lesen mit dem Anybook Reader: Größtmögliche Selbstständigkeit der Gäste

Biermanski's / Evangelische Stiftung Neuerkerode

Zu schnelle Kellner

Alle sitzen um den Restauranttisch. Der Kellner bringt die Speisekarte. Und damit hat die Gemütlichkeit ein Ende: Der Freund hat die Lesebrille vergessen, das Kind kennt erste Buchstaben, aber mit dem Lesen klappt's noch nicht und beim Schwiegervater klappt's nicht mehr. Bis sich alle im Restaurant ihre Gerichte ausgesucht haben, dauert es. Lange. Denn immer wieder heißt es: Kannst Du das nochmal vorlesen? Was steht da? Womit gab es das Schnitzel nochmal?

Zu schnell steht der Kellner schon wieder am Tisch und alle bestellen das Gewünschte. Fast alle. Man selbst nimmt das Erstbeste. Denn jetzt bestellen wir und alle haben Hunger.

Rettung naht

Doch Rettung naht für die genervten Restaurant-Besucher unter uns: die sprechende Speisekarte. Sie ist nichts anderes als ein Stift, der über die Buchstaben fährt und die Gerichte vorliest. Das ist nützlich für blinde Menschen, sinnvoll für Menschen mit einer geistigen Behinderung und zu 100 Prozent komfortabel für die gerade beschriebenen Zielgruppen.

Barrieren abbauen für mehr Selbstständigkeit

Bis jetzt haben nur sehr wenige Restaurants in Deutschland diesen Stift. Ausprobieren kann man ihn zum Beispiel im inklusiven Restaurant Biermanski's in Sickte-Neuerkerode. Um den barrierefreien Zugang weiter auszubauen, ist die Speisekarte mit Hilfe von einem Anybook Reader hörbar gemacht worden. Neue Gerichte werden einfach auf dem Stift gespeichert. Ziel des Stifts ist die größtmögliche Selbstständigkeit der Gäste. Denn nicht nur blinde Hungrige haben nun die Möglichkeit, Burger und Currywurst zu ordern. Auch Menschen mit einer geistigen Behinderung entscheiden nun in Eigenregie aus den 15 Gerichten. Für neue Ideen des Kochs ist auch Platz: Saisonale Gerichte werden einfach aufgespielt.

Die Aktion Mensch hat das Projekt mit 5.000 Euro gefördert.

 

Ein Text von Ulrike Jansen

 

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