Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Barbie im Rollstuhl

Spielsachen und Bilderbücher prägen Kinder schon früh. Spielerisch lernen sie, was vermeintlich "normal" ist und was nicht. In der Regel sind weiße, nicht behinderte Kinder und Personen abgebildet. Und ist doch einmal eine Puppe mit schwarzer Hautfarbe dabei, dann ist sie eher eine "exotische" Ergänzung, ein "Sonderfall".

Foto: Jürgen Christ

Die Ausstellung "Vielfalt Spielen" in Düsseldorf zeigt, dass es auch anders gehen kann. Eine "vielfältige Gestaltung in Erziehung und Bildung" ist das Anliegen der Veranstalterinnen vom Projekt "Erziehungswelten".

Vielfalt Spielen

Damit sich jedes Kind in Geschichten, Puppen, Bildern, Spielzeug wiederfinden kann, zeigen sie Alternativen zum herkömmlichen Repertoire in Kinderzimmer und Kita: Schwarze Duplo-Figuren und Püppchen kommen "nicht nur" als Sportler vor, sondern auch als Geschäftsfrau mit Aktentasche. Frauen stellen "nicht nur" Mama und Familie dar, sondern sind Ärztin oder Pilotin. Einige der bunten Handpuppen tragen Kopftuch, es gibt Moscheen zum Selbstbasteln und mehrsprachige Bücher. "Regenbogenfamilien" werden ebenso präsentiert wie Barbie im Rollstuhl. "Wir leben im Beruf und gesellschaftlichem Alltag mit unseren Gemeinsamkeiten und Unterschieden", sagt Daniela Bröhl von Projekt "Erziehungswelten". "Deshalb weichen wir in der Ausstellung bewusst von den Normalitäten herkömmlicher Spielmaterialien ab, da hier oft Einseitigkeiten und Wunschideale präsentiert werden." Inklusion ist aber etwas anders, sie versucht, jedes Kind von Anfang an mit einzubeziehen.

Vielfalt lernen

Kinder lernen natürlich nicht allein durch Spielsachen, sondern sie orientieren sich in erster Linie an Eltern, Großeltern und anderen Bezugspersonen. Die geben nicht nur Werte und Normen vor, sie vermitteln auch, was vermeintlich "fremd" ist und wem man mit Skepsis und Ablehnung begegnet. Deshalb bieten die Organisatorinnen begleitend zur Ausstellung Inputschulungen an, die mit dem Anti-Bias-Ansatz arbeiten. Diese ursprünglich aus den USA und Südafrika stammende Methode schafft Möglichkeiten, sich mit den eigenen Vorurteilen und Ideologien auseinander zu setzen, um diskriminierendes Denken bewusst zu verlernen.

Selbst kreativ werden

Viele der gezeigten Spielzeuge stammen aus einer Sammlung des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften in NRW, ergänzt um weitere Exponate und Inhalte. Die Ausstellungsmacherinnen hoffen, dass die Sammlung weiter wächst und dass Besucher weitere Spielzeuge beisteuern werden. Da "inklusives" Spielzeug nicht immer einfach oder günstig zu kaufen ist, ermutigt Daniela Bröhl auch dazu, selbst kreativ zu werden: "Woran sollte mich jemand hindern, Spielsachen nach meinen eigenen Vielfaltsideen umzugestalten?"

Die Ausstellung "Vielfalt Spielen" ist noch bis Ende 2014 in den Räumen des Projekts "Erziehungswelten" in Düsseldorf zu sehen. Sie richtet sich an pädagogisches Fachpersonal, Elternverbände und alle anderen interessierten Personen. Weitere Informationen gibt Heike Kasch (heike.kasch@diakonie-duesseldorf.de oder Tel. 0211/6012688).


Mehr zum Thema:
Das Projekt "Erziehungswelten" in Düsseldorf
Puppen, die aussehen wie Kinder mit Down-Syndrom. Ein Artikel des Arbeitskreises Down-Syndrom e.V.
Durchgezockt – Behinderung spielerisch vermitteln. Ein Blogbeitrag von Domingos de Oliveira über Computerspiele für Menschen mit Behinderung und behinderte Spiel-Charaktere

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