Filmfestival, Aktion Mensch-Blog

Ausdrucksstarker Auftakt in Potsdam

 
Startschuss für "überall dabei", das inklusive Filmfestival der Aktion Mensch, am gestrigen Donnerstagabend! Gleichzeitig in zwei Städten: Berlin und Potsdam. "Großer Bahnhof" in Berlin. In Potsdam hingegen fällt der Auftakt etwas leiser aus¬¬ – aber dafür ganz besonders ausdrucksstark. Auf der Leinwand: "Deaf Jam", die US-amerikanische Dokumentation über die gehörlose Schülerin Aneta und die hörende Tahani.

Musik, Theater und Fernsehen

Bevor sich der Vorhang im Potsdamer Filmmuseum lüftet, werden die Festivalgäste im Foyer mit Musik und Theater auf den poetischen Abend eingestimmt. "Ich mag Musik nur, wenn sie laut ist" – der Grönemeyer-Song, vorgetragen in Gebärdensprache von Schülerinnen und Schülern der Potsdamer Wilhelm-von-Türk-Schule. Die Schule ist die einzige in Brandenburg mit den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten "Hören" und "Sprache". Passend dazu stellt die Abteilung Gebärdensprach- und Audiopädagogik der Berliner Humboldt-Universität ihr Projekt "Kleine Helfer" vor: eine Lernsoftware, die schwerhörigen und tauben Kindern im Grundschulalter Musik näher bringt, indem Lieder mit Gebärden übersetzt werden. Anschließend dann szenische Ausschnitte aus dem Theaterstück "ME DEA F!", auf die Bühne gebracht von der inklusiven Theatergruppe des Vereins "Possible World". Gemeinsam erzählen gehörlose, schwerhörige und hörende Jugendliche die Geschichte eines ungleichen Paares. In einem Stück über die Gewalt der Rollenbilder, Immigration und den Wunsch nach Unsterblichkeit. Live dabei im Potsdamer Filmmuseum: der Sender RBB für seine Fernsehsendung "ZIBB  – Zuhause in Berlin & Brandenburg".

Voller Körpereinsatz, zwei Sprachen, zwei Kulturen

Im Kinosaal des Filmmuseums folgt dann der filmische Höhepunkt des Abends: "Deaf Jam". Voller Körpereinsatz, zwei Sprachen, zwei Kulturen und ein Gedicht. Der Film erzählt von der Begegnung und dem kreativen Schaffensprozess der beiden jungen Frauen Aneta und Tahani, deren Familien aus Israel und Palästina stammen. Gemeinsam haben sie eine neue Form der gesprochenen und gebärdeten Poesie entwickelt.
Nach jeder Filmvorführung beim inklusiven Festival "überall dabei" gibt es ein Publikumsgespräch mit Experten, das von Gebärden- und Schriftdolmetschern übersetzt wird. Zur Eröffnung in Potsdam extra aus den USA angereist: Tahani Salah und Peter Cook, zwei der drei Protagonisten des Films. Der charismatische Gebärdenpoet Peter Cook antwortet auf eine Publikumsfrage nach den Möglichkeiten, sich in Gebärdensprache auszudrücken: "Man kann alles ausdrücken: Wut, Hass, Liebe. Gebärdensprache kann auf ihre Weise genauso perfekt sein, wie es die gesprochene Sprache ist." Wie zum Beweis, begeistert er dann das Publikum mit einer Geschichte über sein Land, die USA, und dessen Durst nach Öl. Vorgetragen auf seine ganz eigene Art.

Blick auf die Welt weiten

Am Ende des Abends, nach Filmvorführung und Publikumsgespräch, werfe ich im Foyer des Filmmuseums einen Blick ins aufgeschlagene Gästebuch. Darin zu lesen der jüngste Eintrag, unterschrieben mit dem Namen Jens: "Mein Blick auf die Welt weitet sich mit jedem Auftritt, den ich mit unseren gehörlosen Schauspielern habe. Genauso wie 'Deaf Jam' es getan hat."

Potsdam hat an diesem Abend vorgemacht, was ein wirklich inklusives Filmfestival bedeutet!


Themen, Filme, Spielorte – alle Infos zu "überall dabei", dem inklusiven Filmfestival der Aktion Mensch

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