Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination

Das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung ist wie das Deutsche Sportabzeichen eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für gute und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit. Um mehr Menschen zu ermuntern, sich zu beteiligen, sind im letzten Jahr die Kriterien verändert worden.

Schwimmen: Grundvoraussetzung für das Sportabzeichen Foto: DBS

Als das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung 1952 eingeführt wurde, dachte man zuerst an Sportler und Sportlerinnen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Abzeichen für Menschen mit Lernschwierigkeiten gibt es erst seit dem Jahr 2000. Rund 7.000 Menschen mit Behinderung haben 2012 das Sportabzeichen erhalten.

Mehr Selbstvertrauen und Inklusion

Das Sportabzeichen soll Menschen mit Behinderung Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit geben und zur gesellschaftlichen Inklusion beitragen. Aber vor allem soll es "zum regelmäßigen Bewegen und Sport treiben animieren", sagt Wolfgang Tenhagen, Bundesbeauftragter für das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderungen beim Deutschen Behindertensportverband (DBS).
Wer sich dafür interessiert, das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung abzulegen, wendet sich am besten an den jeweiligen Landesverband des DBS. Sie wissen, welcher Verein das Sportabzeichen und eine Vorbereitung darauf anbietet. Manche Landesverbände organisieren auch selbst Sportabzeichen-Tage. Zum Beispiel veranstaltet der Landesverband Niedersachsen in diesem Jahr für Menschen mit Lernschwierigkeiten ab sechs Jahren einen "Sportivationstag". An acht Terminen in verschiedenen Städten kann dort von Mai bis September das Sportabzeichen abgelegt werden kann.

Wenn das Sportabzeichen bei regelmäßigen Trainingsstunden in einem Verein abgelegt wird, muss ein Prüfer oder eine Prüferin vor Ort sein. Sie sind es auch, die die Interessierten in eine der elf Behindertenklassen einordnen. Das tun sie mit Hilfe des Schwerbehindertenausweises, aber auch durch ein Gespräch mit der Sportlerin oder dem Sportler. Menschen mit Lernschwierigkeiten können ihren Versorgungsbescheid oder einen Bescheid der Förderschulen vorlegen.

Viele verschiedene Disziplinen

Die Grundvoraussetzung für das Deutsche Sportabzeichen ist das Schwimmen – auch für Menschen mit Behinderung. Zusätzlich müssen sich die Sportler und Sportlerinnen in vier Gruppen beweisen: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Die Gruppen beziehen sich auf die vier motorischen Grundfähigkeiten und sind Teil der veränderten Bestimmungen für das Deutsche Sportabzeichen, die seit Anfang 2014 gelten. Sie ersetzen die früheren Kategorien Laufen, Springen und Werfen. Für jede Gruppe müssen die Sportler eine Disziplin absolvieren, die sie je nach Angebot, Beeinträchtigung und Fokus des Trainings wählen können: Für "Ausdauer" könnten das zum Beispiel 800-Meter-Schwimmen, 7,5-km-Walking oder 10-km-Lauf sein, für "Kraft" unterschiedliche Disziplinen wie Kugelstoßen oder Stand-Weitsprung, für "Schnelligkeit" 100-Meter-Lauf beziehungsweise 100-Meter-Handbike für Rollstuhlfahrer oder 25-Meter-Schwimmen und für "Koordination" das Zielwerfen oder ein Rollstuhl-Parcours. Alle Gruppen müssen nicht gleichzeitig abgelegt werden, aber innerhalb eines Kalenderjahres, also vom 1. Januar bis zum 31. Dezember.

Eine Motivation, regelmäßig zu trainieren

Eine andere grundlegende Neuerung: Das Sportabzeichen gibt es jetzt in Gold, Silber oder Bronze. Bisher hat man es einfach bestanden. "Die erleichterten Anforderungen auf der Bronzestufe motivieren jetzt hoffentlich auch Menschen, regelmäßig zu trainieren, die von einer Teilnahme bisher abgeschreckt waren, weil sie dachten, dass sie es eh nicht schaffen", sagt Wolfgang Tenhagen. "Und dann möchten wir natürlich diejenigen, die dieses Jahr Bronze erreicht haben, dazu anspornen, nächstes Jahr Silber zu bekommen."


Linktipps:
Das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderungen
Das Handlungsfeld "Inklusion leben: In der Freizeit" der Aktion Mensch
Selbstbewusstsein durch Sport. Ein Blogbeitrag von Michael Herold über seine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Thema Sport
Inklusion in Reinkultur. Ein Blogbeitrag von Christian Schmitz über ein inklusives Sportprojekt in Kiel
Die Weichen des Behindertensports von Sotschi bis Rio. Ein Interview im Blog von Michael Wahl mit dem DBS-Präsidenten Friedhelm Julius Beucher über Paralympics, Breitensport und Inklusion

„Sport führt Menschen zusammen und überwindet Grenzen“: Aktion Mensch ist neuer Partner des Behindertensports

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