Freiwilliges Engagement

Auf den Hund gekommen

Hunde lösen bei vielen Menschen etwas ganz Besonderes aus. Die Tiere akzeptieren Menschen ohne Vorbehalte, reagieren sehr sensibel auf Gefühlsschwankungen und suchen den Körperkontakt. Helmut Lindner besucht mit seinem Hund Kinder, Menschen mit Behinderung jeden Alters oder Senioren und beschert ihnen diese besonderen Momente. Mehr als 150 weitere Hundebesitzer konnte er für die Idee bereits begeistern.

Foto: Hunde helfen heilen

Die Idee zu „Hunde helfen heilen“ kam Helmut Lindner, als sich etwas Einschneidendes in seinem Leben ereignete. Ein Familienmitglied erkrankte an Demenz und brauchte intensive Betreuung. Immer, wenn bei seinen Besuchen die Husky-Hündin Ayla dabei war, reagierte die ältere Dame anders als sonst. Erinnerungen waren plötzlich wieder da, sie sprach, war sehr viel vitaler. Sie spürte die Zuwendung und Wärme des Hundes. Das, was familiär organisiert bereits hervorragend funktionierte, sollte noch viel mehr Menschen erreichen, dachte sich Lindner.

Da der Münchner als Vermögensverwalter und Nachlass-Optimierer in einer Bank arbeitet, lag es nahe, eine Stiftung zu gründen, die dauerhaft das Projekt „Hunde helfen heilen“ tragen würde. Wie „Hunde helfen heilen“ arbeitet, kann Lindner selbst am besten erklären: „Wir schulen zum einen Hundeführer und zum anderen die Besuchs- und Therapiehunde selbst. Beide zusammen besuchen dann Menschen in Altenheimen, Schulen und Rehabilitationseinrichtungen.“ Wichtigste Kooperationspartner sind der Therapiehunde Franken e.V. in Nürnberg mit 70 aktiven Hundebegleitern und der Münchner Streichelbande e.V. mit 80 Mensch-Hunde-Teams.

Über drei Monate lief ein Projekt im Münchner Stadtteil Hasenbergl. Die Hundepsychologin Stephanie Lang von Langen, die auch den Hauptteil des Ausbildungsprogramms der Stiftung übernimmt, besuchte mit ihren Teams zwei Mal die Woche Kinder aus benachteiligten Familien, die wenig Kontakte nach außen hatten. Die Kinder und Jugendlichen kümmerten sich um den Hund, spielten mit ihm und übernahmen Aufgaben wie Gassi gehen. Lindner erklärt: „Der Hund wurde zu einem temporären Familienmitglied. In kurzer Zeit öffneten sich die Kinder und fassten neues Vertrauen. Soziale Kontakte wurden viel einfacher.“

„Hunde helfen heilen“ ist inzwischen so etwas wie ein Familienbetrieb geworden. Auch Helmut Lindners Sohn ist hin und wieder dabei, zusätzlich packen Lindners Lebensgefährtin, Doris Steinhauser, und ihre Tochter mit an. Sie besuchen etwa mit dem weißen Schäferhundrüden Ice regelmäßig Senioreneinrichtungen. Die Senioren füttern Ice, Ice ihn „Sitz“, „Platz“ und „Fuß“ machen und bekommen kleine Tricks vorgeführt. Besonders wertvoll sind die Besuche, wenn Jugendliche die Hunde begleiten. Lindner: „Dann findet gleichzeitig noch ein Austausch zwischen den Generationen statt. Das funktioniert immer wunderbar.“

Die Nachfrage nach Hundebesuchen ist riesengroß. Weitere Ehrenamtliche sind daher ebenso gerne gesehen wie Zustifter, die bei der weiteren Verbreitung der Idee helfen. Hundeführer haben die Möglichkeit, zu einem ersten Infoabend zu kommen, bevor sie sich für die Ausbildung entscheiden. Weitere Infos finden Interessierte auf der Website der Stiftung. Hundebesuchsdienste außerhalb Bayerns sind in der Freiwilligendatenbank verzeichnet.

http://hundehelfenheilen-stiftung.de

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