Inklusion, Aktion Mensch-Blog

„Auf dem Eis sind Behinderungen egal“

von Julia Hollnagel

Schlagworte:
Sport

Bei den Paralympics haben die Sledge-Eishockey-Teams viele Zuschauerinnen und Zuschauer begeistert – mit einem Sport mit vollem Körpereinsatz.

Schlittschuhfahren ist oft eine wackelige Angelegenheit, davon können viele berichten. Die wenigsten Menschen haben aber schon mal ein Sledge-Eishockey-Spiel miterleben können oder haben selbst schon einmal in einem solchen Schlitten (englisch: „sledge“) gesessen. In Vorbereitung auf die Paralympischen Spiele in Sotschi habe ich den ersten Berliner Sledge-Eishockey-Verein besucht.

Großartig unterscheiden sich Sledge-Eishockey und Eishockey nicht. Lediglich die Fortbewegungsmittel sind anders. Man spielt nicht auf Schlittschuhen, sondern bewegt sich mit einem kleinen Schlitten. Die Spieler beschleunigen und schießen mit zwei kleinen Schlägern. So erreichen geübte Sportler hohe Geschwindigkeiten.

Sledge-Eishockey ist keinesfalls ein reiner Behindertensport. Das zeigt sich im Berliner Team deutlich. Und auch beim Betreten der Mannschaftsumkleide merkt man: Hier herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Rollstuhlfahrer und „Läufer“ scherzen miteinander und freuen sich aufs Training. Hier wird Inklusion gelebt, denn aufgenommen wird jeder, der Spaß am Sport hat und sich bewegen möchte.

Bewegungsreicher, schneller Sport ohne Barrieren

„Auf dem Eis sind die Behinderungen egal“, erklärt Ingo Kaleschke, Organisator des Berliner Projekts. Der Zuschauer erkennt schnell, dass Kaleschke Recht hat: Bewegungsreichen, schnellen Sport präsentieren die sitzenden Eishockeyspieler. Viele Kurven und Bremsungen, bei denen man nicht selten das Gleichgewicht verliert. Doch Übung macht den Meister, und so fährt der junge Italiener Giovanni allen anderen davon. Erst seit Mai lebt er in Deutschland und spielte vorher bei der italienischen Nationalmannschaft. Beim Training ist nicht seine Amputation, sondern das Sprachverständnis die eigentliche Behinderung. Aber auch dieses lässt das Team nicht zur Barriere werden und kommuniziert mit vollem Körpereinsatz.

Die Mannschaft ist zwar noch nicht komplett zusammengewachsen, doch Ingo Kaleschke ist zuversichtlich: „In einem Jahr sind wir alle auf demselben Niveau.“ Dann wollen die Berliner in der Liga mitspielen. Einen Trainer haben sie schon gefunden. Robert Pabst, Nationalspieler und aktiv bei den Dresden Cardinals, übernimmt bald die Trainerrolle. Er hofft, das Team in Berlin zu etablieren und ihm zu ersten Erfolgen zu verhelfen.


Linktipps:
Mehr Infos zur deutschen Sledge-Eishockey-Nationalmannschaft
Selbstbewusstsein durch Sport. Ein Blogbeitrag von Michael Herold über seine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Thema Sport
Die Weichen des Behindertensports von Sotschi bis Rio. Ein Interview im Blog von Michael Wahl mit dem DBS-Präsidenten Friedhelm Julius Beucher über Paralympics, Breitensport und Inklusion

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