Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Auf dem Darmstädter Heinerfest

von Carina Kühne

Jedes Jahr Anfang Juli findet das Heinerfest von Donnerstag bis Montag rund um das Darmstädter Schloss statt. Es ist eins der größten Innenstadtfeste Deutschlands. Heiner ist ein Spitzname für die Darmstädter.

Mein Bruder und ich fuhren mit der Straßenbahn zum Luisenplatz und bummelten über das Heinerfest. Wir schauten uns die vielen Buden, Fahrgeschäfte und die kulturellen Angebote, wie zum Beispiel Tanzgruppen an. Ich freute mich riesig, als ich die vielen neuen Karussells entdeckte und erinnerte mich daran, dass ich schon als kleines Mädchen gerne Karussell fuhr. Meine Tante sitzt zwar schon 34 Jahre im Rollstuhl, aber sie besuchte trotzdem gerne mit uns Kindern Volksfeste und Vergnügungsparks. Sie konnte zwar selbst nicht Karussell fahren, schaute meiner Kusine, meinem Bruder und mir immer gerne zu und freute sich mit uns. Sie kaufte auch gerne Lose oder würfelte und konnte sich einmal sogar über den Hauptgewinn freuen. Seither achte ich bei solchen Veranstaltungen immer darauf, welche Hindernisse es für Rollstuhlfahrer gibt. Obwohl die Straßenbahn für Rollstuhlfahrer geeignet ist, habe ich festgestellt, dass diese nicht an allen Stationen ein- und aussteigen können. Das finde ich doof.

Auf dem Heinerfest habe ich nur einen einzigen Rollstuhl gesehen. Leider war es so voll, dass Rollstuhlfahrer und Kinderwagen kaum fahren konnten. Ich achte auch immer darauf, ob ich Menschen mit einer Behinderung sehe. Da war ein Mann mit einem Gehfehler zu sehen, aber keiner mit Down-Syndrom. Das wunderte mich sehr, weil ich glaube, dass auch behinderte Menschen Spaß und Freude an so einem Fest hätten. Mir machte es jedenfalls unheimlich viel Spaß und ich konnte gar nicht genug bekommen. Zuerst fuhren mein Bruder und ich Pfeilkrake, dann mit der Achterbahn. Vom Riesenrad aus hatten wir eine wunderbare Aussicht über den ganzen Rummel.

Als wir uns auf den Heimweg machten war es fast unmöglich, einen Platz in der Straßenbahn zu bekommen. Von allen Seiten drängelten und schubsten die Leute. Wir kamen uns vor, wie Ölsardinen in der Büchse. Aber ein Gutes hatte es doch: Wir konnten nicht umfallen! Zuhause angekommen hörten wir unsere Kirchturmglocke zwölf Uhr schlagen.

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