Inklusion

Anstiften zum Andersdenken

Tag 2 auf dem Zukunftskongress INKLUSION2025

Improvisationstheater „Steife Brise“: Gelungene Musik-Theater-Inklusion

Aktion Mensch

50. Geburtstag feiert die Aktion Mensch in diesem Jahr. „Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor.“ lautet das Motto zu diesem Jubiläum. Was liegt da näher, als am Ende des Jubiläumsjahres den Blick nach vorne zu richten und zu fragen: Wie geht‘s weiter? Was wollen wir erreichen? Was ist nötig und möglich in Sachen Inklusion? Wie können mehr Möglichkeiten der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung geschaffen werden?

Genau das – nach vorn blicken und nach neuen Wegen für Inklusion suchen – ist an den vergangenen beiden Tagen Zukunftskongress INKLUSION2025 in der Berliner Arena geschehen.

Gute Ideen

Tag Zwei des Kongresses beginnt mit viel Wind zum Wachwerden: Auf der großen Bühne des Plenums fordert Anja Förster zum Quer- und Andersdenken auf: „Gute Ideen bekommt man, wenn man Unterschiede und Heterogenität zulässt.“ Damit hat sie den Bogen zum Thema Inklusion gespannt. Auch hier geht es um das Zulassen von Unterschieden und Widersprüchen, damit mehr Vielfalt, Gemeinschaft und Teilhabe entstehen. „Die Befreiung von Dogmen, Vorurteilen und Barrieren beginnt im Kopf“, sagt die Bestseller-Autorin. „So können wir den Wind der Veränderung für uns nutzen.“

Für Rückenwind, Zwerchfellmassage und viel Kreativenergie vor der anstehenden inhaltlichen Arbeit in den einzelnen Themenfeldern (Panels) sorgt die Improvisationstheatergruppe „Steife Brise“. Sie bauen die Inklusionsvisionen und -ideen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die diese am ersten Tag auf Zetteln notiert haben, in ihr Programm ein und lassen Geschichten und Lieder aus dem Nichts entstehen. Eine absolut gelungene Musik-Theater-Inklusion!

Schokoladenseiten und Macken

Am späteren Vormittag startet dann die Panelarbeit in den fünf Themenfeldern. In Workshops, Zukunftswerkstätten, Diskussionsrunden und Streitgesprächen richten die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer den Blick auf die Trends gesellschaftlicher Entwicklung der kommenden Jahre: Digitalisierung, assistierende Technologien, demografischer Wandel und viele andere. Dabei schwingen auch immer die Fragen nach der Notwendigkeit und Möglichkeit sozialer Verantwortung mit. Welchen Beitrag muss hier die Gesellschaft leisten, welchen kann jeder Einzelne leisten?

Im Themenfeld „Arbeitsleben“ diskutieren Prof. Ute Fischer und Prof. Bert Rürup im lebhaften Streitgespräch über das Für und Wider eines bedingungslosen Grundeinkommens und die Frage, welche Bedeutung dessen Einführung für den Inklusionsprozess haben könnte. Ein Panelteilnehmer erinnert mit einem Satz an die Startprobleme des Inklusionsprozesses und zieht damit die Parallele zum Grundeinkommen: „Wer Inklusion will, sucht Wege, wer sie nicht will, sucht Gründe.“

Wege zur Umsetzung von Inklusion werden auch im Themenpanel „Gesellschaftliche Entwicklung und soziale Verantwortung“ beschritten. Glücksforscher Anton Bucher und Cinderella Glücklich (die tatsächlich so heißt) versuchen hier Antworten auf die Fragen „Was ist ein gutes Leben? Und welche Bedeutung hat das für Inklusion?“ zu finden. „Menschen, die sich für andere engagieren, sind überdurchschnittlich glücklich“, sagt Prof. Bucher. Und Cinderella Glücklich ist sich sicher: „Inklusion ist meiner Meinung nach essenziell für persönliches Glück und Zufriedenheit. Denn Inklusion heißt nicht nur andere Menschen mit all ihren Eigenschaften als Teil der Gesellschaft anzunehmen, sondern Inklusion bedeutet auch, sich selbst mit all seinen Schokoladenseiten und Macken anzunehmen und so seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.“

Hier und jetzt!

Tag Zwei des Kongresses geht am Mittwochnachmittag mit der abschließenden Talkrunde im Plenum zu Ende. Raúl Krauthausen, Gründer des Vereins „Sozialhelden“ und  „Glasknochenbesitzer“, betont, dass sich alle gleichermaßen für die Verwirklichung der inklusiven Gesellschaft einsetzen müssen, Menschen mit und ohne Behinderung. Einhellige Meinung auf der Bühne und im Plenum: Inklusion darf keine Utopie sein! Die gleichberechtigte Teilhabe auf Augenhöhe ist machbar. Und zwar hier und jetzt!

Bevor die Kongressaktivisten wieder in ihre je „eigene Inklusionsheimat“ zurückkehren, um dort für frischen Wind zu sorgen, pustet sie die „Steife Brise“ mit ihrem Improtheater noch ein letztes Mal ordentlich durch. Inklusion kann halt auch unglaublich viel Spaß machen!

 

Die Dokumentation des Kongresses – mit vielen Inhalten zu den einzelnen Themenfeldern, Videos und Interviews – kann voraussichtlich in einigen Wochen auf der Internetseite des Kongresses angesehen und heruntergeladen werden. Feedback zum zweitägigen Inklusionstreffen ist herzlich willkommen – hier im Blog oder auf Facebook und Twitter.

 

Linktipps:

Alle Infos zum Zukunftskongress INKLUSION2025

Die Zukunft der Inklusion. Ulrich Steilen über Tag 1 auf dem Zukunftskongress INKLUSION2025

Mobile Innovationen. Interview mit Matthias Lindemann zum Thema: „Technologieentwicklung und digitale Kommunikation“ beim Zukunftskongress „Inklusion 2025“

Technik als Motor der Inklusion? Interview mit Enno Park zum Thema „Technische Innovationen in den Lebenswissenschaften“ beim Zukunftskongress „Inklusion 2025“

„Gib dich nicht mit weniger zufrieden!“ Interview mit Barbara Vieweg zum Thema „Selbstbestimmtes Leben in sozialen Räumen und Beziehungen“ beim Zukunftskongress „Inklusion 2025“

Räumchen, Räumchen, wechsel dich. Gespräch mit Barbara Brokamp zum Thema „Bildungschancen und Lebensweggestaltung“ beim Zukunftskongress „Inklusion 2025“

Die Arbeitswelt von morgen. Interview mit Mathilde Niehaus zum Thema „Arbeitsleben und Unternehmensentwicklung“ beim Zukunftskongress „Inklusion 2025“

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Eindrücke vom Zukunftskongress

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