Freiwilliges Engagement

Ärztliche Hilfe auf Rädern

Ursel Holdhoff-Krauel geht dorthin, wo nur wenige Menschen freiwillig hingehen. Die Ärztin ist einmal die Woche mit dem Krankenmobil der Caritas unterwegs und versorgt Wohnungslose. Kein leichter Job.

Foto: CC BY 2.0 / widmatt / Flickr

Um 10.00 Uhr besteigt Dr. Ursel Holdhoff-Krauel zusammen mit einem Fahrer und einer Krankenschwester den umgebauten Kleinbus der Caritas, der mit Behandlungsstuhl, Verbandsmaterial und Medikamenten ausgestattet ist. Sie fahren die Treffpunkte von obdachlosen Menschen in Hamburg ab und kümmern sich um ihre medizinische Versorgung.

„Was uns genau erwartet, wenn ein Patient in den Wagen steigt, wissen wir nie. Häufig aber haben wir es mit Hautkrankheiten zu tun, mit Verletzungen durch Schlägereien oder Unfällen, im Winter auch viel mit Erfrierungen und Atemwegserkrankungen“, berichtet die Ärztin. Viele der Probleme können die Mediziner vor Ort behandeln. Wenn es sich um schwerwiegendere Befunde handelt, wird der Betreffende direkt in ein Krankenhaus gefahren. Frau Holdhoff-Krauel: „Auf dem Wagen können wir eine Minimalversorgung bieten, mit der aber vielen Obdachlosen schon sehr geholfen ist.“ Die meisten von ihnen haben keine Krankenversicherung und sind auf kostenlose Angebote angewiesen, wie sie von der Caritas angeboten werden.

Ursel Holdhoff-Krauel hat lange als niedergelassene Kinderärztin gearbeitet, aber auch Erfahrungen in der Chirurgie und Anästhesie gesammelt. Weil sie sich zu jung für den Ruhestand gefühlt hat, ist sie zunächst für einige Wochen nach Sansibar, Tansania gegangen und hat dort in einer Kinderklinik gearbeitet. Zurück in Hamburg sah sie im Ärzteblatt die Anzeige der Caritas, die Verstärkung für das ehrenamtliche Team der „Mobilen Hilfe“ suchte. Einmal die Woche ist sie nun mit dem Mobil unterwegs, versorgt Wunden, behandelt Infektionen und gibt Medikamente aus. Vor allem aber schätzen ihre Patienten, dass sie Anteil nimmt, statt – wie die meisten Menschen – wegzuschauen.

Verstärkung durch medizinisches Fachpersonal sucht das Caritas-Krankenmobil immer. Wer sich ehrenamtlich in der medizinischen Hilfe für Obdachlose engagieren will, sollte laut Holdhoff-Krauel eines bedenken: „Man muss Menschen mögen und darf keine Berührungsängste mit denen haben, die kaputt sind, vielleicht auch riechen und betrunken sind.“ Sie weiß, dass sie das Leben dieser Menschen nicht einfach ändern kann. Aber für den Moment kann sie ihnen das Leben etwas erträglicher machen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

www.caritas-hamburg.de

Weitere Angebote zum freiwilligen Engagement finden Sie in der Freiwilligendatenbank.

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