Freiwilliges Engagement

100 Jahre DLRG

Jeder kennt den Wasserrettungsdienst der DLRG. An Küste und Seen passen die Mitglieder in der gelb-roten Kleidung auf, dass niemand im Wasser zu Schaden kommt. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der weltweit größten Wasserrettungsorganisation sprachen wir mit ihrem Präsidenten, Dr. Klaus Wilkens, darüber, was die DLRG Ehrenamtlichen für Tätigkeitsfelder bietet und warum bei 550.000 Aktiven noch längst nicht Schluss ist.

Foto: DLRG

Aktion Mensch: Die DLRG kennt jeder hierzulande. Was sich nicht jeder klar macht: Die Menschen, die in Gelb-rot an Stränden und Seen ihren Dienst tun, sind allesamt Ehrenamtliche. Von welchen Dimensionen sprechen wir?

Dr. Klaus Wilkens: Mit 555.000 Mitgliedern und 630.000 Förderern gehören wir zu den ganz großen Freiwilligenorganisationen. Interessant ist, dass die 555.000 Mitglieder alle ehrenamtlich tätig sind. Wir beschäftigen – die Landesverbände eingeschlossen – keine 200 Hauptamtlichen. Ein solch schmales hauptamtliches Gerüst finden Sie in nur ganz wenigen Großorganisationen. Der Präsident arbeitet übrigens auch ehrenamtlich…

Aktion Mensch: Welche Aufgabenfelder bietet die DLRG – auch jenseits der Wasserrettung?

Dr. Klaus Wilkens: Die Mitglieder, die an der Küste und an Binnengewässern ihren Dienst tun, sind typische „Freizeittäter“. Das heißt, sie nutzen beispielsweise ihre Wochenenden, ihren Feierabend oder ihren Urlaub bzw. ihre Ferien, um zu verhindern, dass Menschen im Wasser zu Schaden kommen. Die Palette der Tätigkeiten ist allerdings tatsächlich wesentlich breiter – und genau dies macht zu einem guten Teil die Attraktivität der DLRG aus. Wir haben beispielsweise den Kommunikationsbereich „Aufklärung“, in dem es um das richtige Verhalten am und im Wasser geht. Ehrenamtliche kümmern sich genauso um das Babyschwimmen wie auch das Seniorenschwimmen. Dazu gibt es Gesundheitssport, die Ausbildungsgänge zum Rettungsschwimmer oder Sanitäter und die Taucher- und Bootsführerausbildung. Die Kenntnisse, die man hier erwirbt, kann man natürlich auch privat nutzen. Ein weiteres spannendes Tätigkeitsfeld ist der Rettungssport. Von örtlichen Meisterschaften bis Weltmeisterschaften gibt es hier Wettbewerbe – rund 60.000 unserer Mitglieder sind in diesem Bereich aktiv. Dieses breite Angebot ist auch der maßgebliche Grund dafür, dass wir die mitgliederstärkste Nachwuchsorganisation aller Hilfsorganisationen haben.

Aktion Mensch: Gibt es auch so etwas wie Nachwuchssorgen oder ist das Engagement für die DLRG stabil?

Dr. Klaus Wilkens: Bemühen müssen auch wir uns. Im Vergleich haben wir es gut geschafft, die demografische Entwicklung abzufedern und eine stabile Mitgliederentwicklung darzustellen. Was interessant ist: Nehmen wir die Zahl junger Menschen von 1975, so beträgt das entsprechende Potential heute nur noch 45 %. In der gleichen Zeit hat die DLRG ihre Mitgliederzahl mehr als verdoppelt.

Aktion Mensch: Wer engagiert sich bei Ihnen, gibt es den typischen DLRGler?

Dr. Klaus Wilkens: Es gibt eine große Bandbreite. Der erste Schwung kommt über die Schwimmkurse. Diejenigen, die bei der DLRG das Schwimmen gelernt haben, versuchen wir durch attraktive Angebote in der Jugendarbeit sowie im Rettungssport zu halten. Dann bemühen wir uns, den Nachwuchs für die humanitären Aufgaben zu begeistern: Die Heranführung an die Wasserrettungsdienste beginnen bereits bei den 12-13-Jährigen. In diesem Alter bekommen die Jugendlichen in anderen Bereichen noch keine große Verantwortung übertragen – bei uns schon, natürlich immer eingebunden in ein Team. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie genau und gewissenhaft die 12-13-Jährigen bei der Sache sind. Die lassen sich nicht so leicht ablenken.

Aktion Mensch: Was berichten die Freiwilligen, was ihnen die Arbeit bei der DLRG gibt?

Dr. Klaus Wilkens: Das Angebot, die große Auswahl an Tätigkeiten ist ganz wichtig. Aber es muss auch zwischenmenschlich funktionieren, es muss Spaß machen. Was ebenso entscheidend ist: die Qualifizierungsangebote. Wir haben ein bundesweites Bildungswerk, dessen Angebote eigentlich immer ausgebucht sind. Das hat der ganzen DLRG einen enormen Qualifikations- und auch Motivationsschub gegeben.

Aktion Mensch: Wie kann der Einstieg in die DLRG aussehen, wenn man nicht schon als Kind in die Organisation hineinwächst?

Dr. Klaus Wilkens: Mitbringen müssen Freiwillige erst einmal gar nichts. Sie müssen lediglich sich selbst einbringen und begeistern lassen. Es gibt für jeden passende Aufgaben bei der DLRG: Das können beispielsweise auch Verwaltungsaufgaben sein für Pensionäre. Wir merken immer wieder, dass auch Ältere noch voll bei uns einsteigen.

Aktion Mensch: In diesem Jahr wird die DLRG 100. Gibt es etwas, worauf Sie besonders stolz sind?

Dr. Klaus Wilkens: Die gesamte Entwicklung macht mich natürlich stolz. Eine so starke Organisation im Wasserrettungsbereich gibt es auf der ganzen Welt nicht noch einmal. Stolz und dankbar bin ich aber auch dafür, dass wir in den vergangenen 15 Jahren über 630.000 Förderer überzeugen konnten, uns zu unterstützen.

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