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Mit dem Rollstuhl durch Skandinavien

Urlaub in Skandinavien: Das heißt Seen, Elche und ganz viel Natur. Aber kann man hier auch barrierefrei Urlaub machen, zum Beispiel mit dem Rollstuhl? Na klar – meint unser Autor Dennis. Und macht im Video Lust auf eine Reise in den Norden:

Wie bereite ich mich auf meinen (Skandinavien-)Urlaub vor?

Nachdem ich entschieden habe, wohin meine Reise gehen soll, habe suche ich im Internet nach passenden Unterkünften. In meinem Fall sind einige Ausstattungsmerkmale unumgänglich, da ich aufgrund meiner Querschnittslähmung mit dem Rollstuhl unterwegs bin.

Viele Anbieter von Ferienhäusern und Ferienwohnungen bieten die Suchoption „rollstuhlgerecht“ oder „barrierefrei“ an. Allerdings rate ich jedem Interessenten dazu, die Vermieter persönlich anzuschreiben oder anzurufen, um auf Nummer sicher zu gehen. Ich habe zum Beispiel ein rollstuhlgerechtes Ferienhaus gefunden, das im Badezimmer nur eine Badewanne hatte. Die Vermieterin antwortete auf meine Anfrage, dass man in der Badewanne ja schließlich auch sitzt und damit als Rollstuhlfahrer zurechtkommen sollte :-)

Bei meiner Suche habe ich folgende Kriterien in den Fokus genommen und nochmal mit dem Vermieter abgeklärt: Sind die Tür- und Gangbreiten mindestens 60 cm breit? Ist die Dusche ebenerdig und mit dem Rollstuhl befahrbar? Sind Stufen vorm Hauseingang?

Zur Vorbereitung gehören auch ausreichend individuelle Hilfsmittel. Ich habe für jeden Urlaub eine Checkliste, auf der ich eingepacktes Material abhaken kann und die mir hilft, nichts zu vergessen: Die Parkkarte für Menschen mit Behinderungen, sowie der Euro-Schlüssel um Zugang zu den öffentlichen Toiletten zu bekommen stehen hier zum Beispiel drauf. Ihr solltet die Hilfsmittel ergänzen, die für euch persönlich am Wichtigsten sind.

So wird jeder Skandinavien-Urlaub zum Erfolg!
 

10 Gründe, warum man als Rollstuhlfahrer nach Skandinavien muss
 

1. In Dänemark kannst du mit dem PKW bis auf den Strand fahren.

 

2. Die schwedischen Seen sind perfekt, um mit dem Rolli bis ins Wasser zu kommen:

 

3. In Skandinavien gibt’s für jeden einkaufslustigen Menschen eine Lösung.

 

4. Die Skandinavier sind jederzeit hilfsbereit!

 

5. Auch eine Fahrt mit der Fähre ist barrierefrei.

 

6. Der Schlüssel für die öffentlichen WC´s funktioniert auch im Rollstuhl.

 

7. Nur in Dänemark kannst du das leckere Guf-Eis probieren.

 

8. Angeln auf den schwedischen Seen ist ein Muss und total barrierefrei!

 

9. Die Beschaffenheit am Strand lässt auch Rollstuhlfahren zu – wo Drachensteigen lassen, wenn nicht hier?

 

10. Und zuletzt: In Skandinavien kannst du einzigartige Natur erleben, die du dir nicht entgehen lassen solltest!

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Mike

Toll!!! *-* <3


Aktion Mensch-Blog

Apps im Test (3) - Wheelmap

Ob im Alltag oder in der Freizeit, zuhause oder unterwegs, als Kommunikations- oder Bedienungshilfen – mit mobilen Anwendungen können Barrieren überwunden werden. In unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“ stellen wir jeden Monat eine App vor, die sich genau das zum Ziel setzt. Dieses Mal im Test: „Wheelmap“.
 

Was kann die App?

Die „Wheelmap“-App ist die mobile Anwendung der Online-Karte „Wheelmap“, in der öffentlich zugängliche Orte danach bewertet werden, wie gut sie mit dem Rollstuhl zu erreichen sind. Angemeldete Benutzer der „OpenStreetMap“ können in der „Wheelmap“ Orte eintragen und Informationen über die Rollstuhlgerechtigkeit hinzufügen. Unsere Bloggerin Isabell hat während ihres Besuchs in Berlin die App getestet.

Wheelmap“ im Alltags-Test

Rund um den Berliner Spittelmarkt suche ich gemeinsam mit einer Freundin ein stufenlos zugängliches Restaurant. Ich befrage die „Wheelmap“-App. Sie zeigt mir eine kleine Auswahl an Orten. Nur einer ist als „voll rollstuhlgerecht“ markiert, aber auch relativ weit von unserem derzeitigen Standort entfernt. Deshalb entscheiden wir uns für ein als „eingeschränkt rollstuhlgerecht“ gekennzeichnetes Bistro und sind gespannt, ob ich reinkomme. Dort angekommen, stellen wir erfreut fest, dass der Eingang stufenlos ist. Doch drinnen nach wenigen Metern die Überraschung: eine große Stufe auf dem Weg zu den Tischen. Ich will schon umkehren, als der Kellner mir mitteilt, dass wir die Tische über den Hintereingang stufenlos erreichen können. Super – unser gemeinsames Essen ist gerettet.

Auf einen Blick

Name: Wheelmap

Zielgruppe: Menschen mit Mobilitätseinschränkung

Verfügbar für: Smartphones und Tablets mit den Betriebssystemen iOS und Android

Kosten: Kostenlos

Link: www.wheelmap.org

Video-Tutorial: So funktioniert die App

Fazit unserer App-Testerin

Die „Wheelmap“ ist praktisch und einfach zu bedienen, wenn man mit digitalem Kartenmaterial gut zurechtkommt. Auch bei der Kennzeichnung „eingeschränkt rollstuhlgerecht“ lohnt sich ein Besuch, manchmal sind Orte auf den zweiten Blick doch noch stufenlos zugänglich. Allerdings sind viele Einträge noch nicht kategorisiert. Also: Je mehr Leute mitmachen, desto besser!

 

Linktipps:

Im Interview: „Wheelmap“-Initiator Raul Krauthausen stellt sein Projekt vor

Wie rollstuhlgerecht ist Bonn? Im Rahmen der Aktion #MapMyDay mit der Wheelmap-App unterwegs

Unbehindert aktiv: Wie barrierefrei sind Online-Tools für Menschen mit Behinderung?

Neue Ideen schaffen neue Nähe. Hier geht's zu unserer Kampagnenseite.

Was ist Barrierefreiheit?

Du hast tolle Projektideen für mehr (digitale) Barrierefreiheit? Sieh dir unsere Fördermöglichkeiten an!

Du möchtest dir weitere Video-Tutorials unserer Test-Reihe ansehen? Hier entlang.

 

Redaktionelle Betreuung und Videoproduktion: Lena Hoffmann

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Winfried Hoffmann

Als Behindertenbeauftragter der Stadt Dillingen/Saar bin ich begeistert von wheelmap :-) Jeder kann mitmachen!


Aktion Mensch-Blog

Wie Barrierefreiheit meine Welt erweitert

Als blinder Mensch kann man viele Dinge nicht erkennen – das muss man aber auch nicht. Ich zeige meinen Alltag als Blinder: dort, wo Erkennen ganz anders funktioniert und Sprache die Welt erweitert.

Menschen und Technik verbinden: Marcel (vorne) zeigt Romy und Charly im Aktion Mensch-Video "Die neue Nähe" die App "Be My Eyes".

Vom Blick in den Spiegel morgens bis zum Wiedersehen der Freunde am Abend – andere Menschen sehen ihre Welt in erster Linie, und damit unterscheidet sich diese von meiner. Meine Welt ist vor allem Sprache. Sprache, die mir Räume und aktuelle Gegebenheiten erschließt. Als barrierefreie Kommunikation kann die Sprache digital, in Braille oder menschlich sein. In jedem Fall ist Sprache die Brücke zur Welt und ermöglicht mir erst meine Bewegungsfreiheit.

Mit Kommunikationstechnik Barrieren überwinden

Im Alltag muss ich mich oft erinnern: Wenn mein Schlüssel zum Beispiel morgens nicht am gewohnten Platz liegt, dauert die Suche bei mir ein bisschen länger. Wenn ich deswegen meinen Bus verpasse, kann ich die Wartezeit heute produktiv nutzen, etwa um eine Besprechung vorzubereiten. Dafür brauche ich nur mein Smartphone und einen Knochenschallkopfhörer. Die Sprachausgabe liest mir die relevanten Dokumente vor, während ich dank der freien Ohren meine Umgebung nach wie vor wahrnehmen kann.  Auch Zugverspätungen und kurzfristige Gleiswechsel für Züge bekomme ich mit, seit das mobile Internet auch für mich wahrnehmbar gemacht wurde. Bevor es zum Beispiel den Verspätungsalarm der Deutschen Bahn gab, ist sowas meistens an mir vorbeigegangen. Neben einem großen Erinnerungsvermögen braucht es im blinden Alltag ein hohes Maß an strukturiertem Denken und Planungsfähigkeit. Dies alles hilft aber nicht, wenn die Welt einmal wieder größer ist als man selbst und sich das Leben spontan und wechselhaft zeigt. Genau hier ist die barrierefreie Kommunikation eine Brücke der Selbstbestimmung, es geht auch ohne fremde Hilfe für mich weiter. Ein gutes Gefühl und in der heutigen Zeit unverzichtbar.

Barrierefreiheit ist sehr individuell

Selbstbestimmung ist im Büro genauso wichtig. Meine Mitarbeiterinnen haben sich daran gewöhnt, dass ich mit Kopfhörern am PC arbeite, der Screenreader mir den Bildschirminhalt ausliest und ich Texte in mein Handy diktiere. Dabei bin ich eben so schnell wie die sehenden Kollegen, denn der Rechner ist mit individuell für mich angepasster Software ausgestattet. Kontakte, aktuellste Dokumentenversionen und unterschiedliche Programme sowie Textbausteine kann ich durch wenige Tastenkombinationen zusammenfügen und bearbeiten. Barrierefreiheit ist für mich sehr individuell und immer auch Selbstmanagement, das mir wirklich Spaß macht, wenn ich eine neue praktische Tastenkombination entdeckt habe.

Reden ist Gold

Barrierefreie Kommunikation ist aber nicht nur Technologie. Für uns Blinde gilt: Reden ist Gold, sonst wäre es noch schwerer, sich in der Welt zu orientieren. Technik ist wichtig, Kommunikation mit Menschen aber immer barrierefreier. Also, liebe Bahnfahrer, Passanten an Kreuzungen und Einkäufer in Supermärkten: Die meisten blinden und sehbehinderten Menschen sind sehr dankbar für eure Hilfe – eine kurze Ansprache und schon sind wir im Gespräch.

Barrierefreie Kommunikation ist der Schlüssel

Besonders gelungen ist barrierefreie Kommunikation immer dann, wenn sich Menschen und Technik verbinden. So bei der App Be my Eyes, mein universeller 24 Stunden-Alltagshelfer. Über Video-Chat leihen mir Sehende auf der ganzen Welt ihre Augen und so werden Aufschriften auf Verpackungen oder Hausnummern sichtbar.

Egal, ob mir in meinem Alltag Apps wie Fußgänger-Navigationen, Geldscheinleser, Farberkenner oder Barcode-Reader helfen, oder ob durch Brailleschrift oder erhabene Beschriftungen oder Tastpläne Gebäude, Aufzüge und ganze Fußgängerzonen zugänglich werden, ob Leitsysteme und Blindenampeln den Verkehrsraum für mich erschließen: Immer ist die barrierefreie Kommunikation der Schlüssel. Es geht um das Ermöglichen von barrierefreier Kommunikation und um Informationen, die meine Welt erweitern und mir vieles von dem möglich machen, was vor 20 Jahren noch nicht möglich war.

Dabei gibt es immer noch zahlreiche Barrieren bei Dingen, die für Sehende selbstverständlich sind: Bankautomaten, auch von Blinden finanzierte öffentlich-rechtliche Medien, unzählbare Internetseiten öffentlicher Dienstleister sowie Universitätsbibliotheken sind Beispiele. Dabei gibt es hier bereits barrierefreie Lösungen für Kommunikations- und Informationsgestaltung. Warum setzen wir diese nicht einfach um?

Barrierefreiheit auch für Kommunikation denken

Mir geht es vor allem darum, Lösungen für Kommunikationsbarrieren aufzuzeigen. Denn nur so können auch immer mehr blinde, sehbehinderte und andere Menschen mit kommunikativen Einschränkungen sprachfähig werden – man denke an die Leichte Sprache oder die Gebärdensprache. Menschen mit Behinderung sind eine sehr heterogene Gruppe mit vielen unterschiedlichen Bedürfnissen. Barrierefreiheit ist viel mehr als Rampen und Toiletten. Fangen wir doch an, Barrierefreiheit auch für Kommunikation und Information zu denken.

 

Linktipps:

Jede neue Idee kann uns näher bringen: Im Video "Die neue Nähe" wird die App „Be My Eyes“ gezeigt

Mobile Innovationen: Interview mit Matthias Lindemann zum Thema „Technologieentwicklung und digitale Kommunikation“ beim Zukunftskongress „Inklusion 2025“

Neuartige Medien als Schlüssel zur Teilhabe: Neue Technik verändert den Schulalltag für Kinder mit und ohne Behinderung

Kommunikation und Teilhabe durch Technik: Der Verein Kommhelp entwickelt Hilfsmittel zur barrierefreien Kommunikation für Menschen mit Behinderung

Technik für alle: eine Utopie? Wie eine Zukunft aussehen könnte, in der Technik von Menschen mit und ohne Sehbehinderung gleichermaßen genutzt würde

Reden ist Gold: In unserem neuen Kampagnenvideo lernen sich Charly (links) und Marcel kennen

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Britta

Super, was alles möglich ist! Lass uns alle dazu beitragen, die Welt für alle barrierefrei zu gestalten.


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