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Aktion Mensch-Blog

Apps im Test (5) - ColorVisor

Ob im Alltag oder in der Freizeit, zuhause oder unterwegs, als Kommunikations- oder Bedienungshilfen – mit mobilen Anwendungen können Barrieren überwunden werden. In unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“ stellen wir jeden Monat eine App vor, die sich genau das zum Ziel setzt. Dieses Mal im Test: „ColorVisor“.
 

Weitere Tests unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“

Be My Eyes

SiGame

Wheelmap

Lern Lormen

Die Testberichte in Leichter Sprache lesen

Was kann die App?

Mit der „ColorVisor“-App können Farben über die Handykamera oder auf Fotos und Bildern erkannt werden. Unser Autor Michael hat die App dem Alltags-Test unterzogen.

ColorVisor“ im Alltags-Test

Vertrauen ist gut, Kontrolle macht Spaß. Daher möchte ich die Augenfarbe einer gewissen jungen Frau überprüfen. Sie hatte mir gesagt, sie habe dunkelbraune Augen mit einem leichten Grünton. Die Augenfarbe einer Person zu bestimmen, das ist für einen Blinden mit der „ColorVisor“-App möglich. Augen haben ja nie nur eine Farbe, wie mir auch die App bestätigt: „Rostbraun“ – kurze Pause – „Grau“ – dann tatsächlich „Moosgrün“. Das Grau hatte sich wegen der Reflexion des nahegelegenen Fensters dazwischen geschmuggelt. Insgesamt kann „ColorVisor“ erstaunlich viele Farbnuancen erkennen. Wenn man geduldig mit dem Finger auf dem Suchfokus bleibt, werden die Angaben sehr genau.

Bei dunklen Farben wie Blau und Schwarz ist die App nicht immer zuverlässig – Verwechslungsgefahr. Auch Weiß ist für jede Farberkennung nur schwierig zu bestimmen, da es hier immer auf die Lichtverhältnisse ankommt. „ColorVisor“ bietet die Möglichkeit, Farben in einer Farbtabelle zu speichern und zu verändern. Das ist aber ohne Sehen nicht sehr spannend. Dann mache ich Fotos und versuche, darauf die Farben zu erkennen. Dafür bewege ich meinen Finger an verschiedene Stellen im Bild. Leider sind die Fotos ziemlich klein und nicht zentriert angeordnet. Das macht die Bedienung schwieriger. Außerdem erkennt die App meine Bewegungen nur sehr ungenau. Daher lieber im Live-Modus bleiben!

Auf einen Blick

Name: ColorVisor

Zielgruppe: Blinde, Menschen mit Sehbehinderung, Menschen mit Farbsehschwäche, „Farbinteressierte“

Verfügbar für: iPhone, iPad, iPod touch

Kosten: 4,99 €

Link: visorapps.com

 

Video-Tutorial: So funktioniert die App

Fazit unseres App-Testers

ColorVisor“ ist eine intuitiv bedienbare App. Das Voice-Over funktioniert reibungslos. Farben von Klamotten und Möbeln werden gut erkannt. So kann man sich stilsicher anziehen und viele neue Farben in der Wohnung oder draußen in der Natur entdecken.

 

Link-Tipps:

Der blinde Informatiker Jan Blüher hat die „ColorVisor“-App entwickelt. Lies dir hier unser Porträt über ihn durch.

Neue Ideen schaffen neue Nähe. Hier geht's zu unserer Kampagnenseite.

Was ist Barrierefreiheit?

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Du möchtest dir weitere Video-Tutorials unserer Test-Reihe ansehen? Hier entlang.

 

Redaktionelle Betreuung und Videoproduktion: Lena Hoffmann

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Aktion Mensch-Blog

"Das Bein ist halt ab."

Prothese tragen: Ja oder nein? Daniela ist auf einem Bein unterwegs und das kann jeder sehen, denn sie trägt keine Prothese. Auch Denise hat ein Bein – und viele Prothesen. Für uns haben die beiden aufgeschrieben, warum sie sich für oder gegen das Hilfsmittel entschieden haben.

Daniela: Ohne Prothese lässt es sich viel besser tanzen.

Aktion Mensch / BeFunky Image

Pro

Denise Schindler

Meine Leidenschaft ist das Radfahren. Und das, obwohl ich bei einem Unfall mit zwei Jahren meinen rechten Unterschenkel verloren habe. Dass das geht, habe ich – neben meinen Eltern und tollen Medizinern – vor allem einer zu verdanken: meiner Prothese.

Ob ich eine Prothese tragen möchte, war für mich nie eine Frage: natürlich. Als Kind war das ein ganz normaler Bestandteil der Reha. Ohne kann ich schließlich nicht laufen. Mit Krücken kommt man nicht so weit, wie man möchte, belastet das andere Bein zu sehr und kann auch nichts wirklich in der Hand halten. Für mich ist die Prothese ein Hilfsmittel, mit dem ich mich frei bewegen kann, mit dem ich tun kann, was ich möchte. Genauso wie manche Menschen eine Brille nutzen, trage ich eine Prothese. Sie gibt mir ein bisschen Freiheit zurück.

Natürlich gibt es auch Nachteile: Wenn ich meine Prothese trage, kann ich nicht mal eben in den See springen, sondern brauche eine Schwimmprothese. Und ich muss immer einen ganzen Koffer Ersatzprothesen mit dabei haben. Ich weiß auch, dass es dauern kann, bis man eine richtig passende Prothese gefunden hat. Deswegen wünsche ich mir noch bessere Technologien, die mehr auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmt werden können. Und dann werde ich vielleicht auch mal mit Anlauf und Prothese in den See springen.

Kontra

Daniela Herrmann

„Warum müssen Sie denn noch so rumlaufen? Es gibt heute doch schon so tolle Prothesen!“

Stimmt, gibt es. Aber ich fühle mich eben ohne komplett. Ich bin ein selbstständig denkender Mensch und ich habe mir nach meinem Unfall freiwillig (!) ausgesucht, 'so rumzulaufen'.

Ohne Prothese kann ich meine Schuhe zubinden, weil ich die Schuhe mit den Armen noch erreiche, meine Organe werden nicht zusammengequetscht und es lässt sich viel besser tanzen.

Ich denke, für Menschen mit zwei Beinen ist der Gedanke, ein Bein zu verlieren, schlimm. Sie tröstet es vielleicht, dass es Prothesen gibt. Die kann man anziehen und dann ist fast alles wie früher – als das zweite Bein noch da war, nur war das halt voll mit Blut und Muskeln und ein bisschen Fett. Die Prothese ist kalt und unbequem.

Ich wünsche mir flexibleres Denken. Nur weil mein Körper anders aussieht als der von vielen anderen, heißt das nicht, dass ich anstrebe, (wieder) wie die Masse auszusehen. Natürlich muss und sollte das jeder für sich selbst entscheiden. Prothese, Exoskelett ... – von mir aus.

Nur für mich, mich ganz persönlich, ist es nicht das Richtige.

Meine Prothese in Action kennen nur mein Prothesenbauer, meine Physiotherapeuten und ich. Ich trage sie allein aus gesundheitlichen Gründen und nicht öfter als nötig.

Im Alltag bin ich einfach ich. Ohne Computerknie und Ladekabel am Bein. Ich freue mich lieber über die skurrilen Begegnungen im Alltag. Den kleinen Jungen, der seine Mama fragt, ob ich ein Flamingo bin, und nicht versteht, warum seine Mama und ich darüber so laut lachen.

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MemyselfandI

Beide haben recht! Als Mensch mit Amputation ist man in der Situation, dass man sehr schnell zum 'Experten' wird. Immerhin gilt es ja in der Regel mit einer veränderten Situation umzugehen und für sic das Beste daraus zu machen. Und genau das tun die beiden Protagonistinnen - jeweils aus ihrer individuellen Sicht. Und obschon beide eine Amputation haben ist die Situation ja in keiner Weise vergleichbar. Während Denise mit Hilfe ihrer Prothese einen bestmöglichen Nachteilsausgleich erreicht, erreicht Daniela das genau nicht durch eine Prothese - nämlich eine Prothese mit einem unbequemen Beckenkorb, die sie offensichtlich nicht als nützliches Hilfsmittel nutzen kann. Respekt den beiden, die sich nicht verstecken und im Zeifel auch die Diskussion mit der Umwelt aufnehmen. Aber dabei kann "Umwelt" ja auch 'eas lernen. Und ggf. können Menschen mit Amputation ja auch etwas lernen: Toleranz untereinander für den jeweils richtigen Weg.


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Apps im Test (4) - Lern Lormen

Ob im Alltag oder in der Freizeit, zuhause oder unterwegs, als Kommunikations- oder Bedienungshilfen – mit mobilen Anwendungen können Barrieren überwunden werden. In unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“ stellen wir jeden Monat eine App vor, die sich genau das zum Ziel setzt. Dieses Mal im Test: „Lern Lormen“.
 

Weitere Tests unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“

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ColorVisor

Die Testberichte in Leichter Sprache lesen

Was kann die App?

Mit der „Lern Lormen“-App können die Buchstaben des Lorm-Alphabets gelernt werden. Neben verschiedenen Lern-Spielen stellt die App auch Informationen zur Praxis und Geschichte des Lormens bereit. Das Lormen ist ein System, mit dem viele taubblinde und stark hörsehbehinderte Menschen kommunizieren. Lena hat die App getestet.

„Lern Lormen“ im Alltags-Test

„Toll! Berta darf Georg heiraten“ – ein komischer Satz, denke ich. Aber er hilft. T, B, D, G und H sind damit klar: kurze Abstriche auf den Fingern, angefangen mit dem T auf dem Daumen, dann B auf dem Zeigefinger usw.

Die „Lern Lormen“-App führt mich sehr gut an die Kommunikationstechnik taubblinder Menschen heran. Schnell hangele ich mich von einer Lektion zur nächsten. Dabei rufe ich mir die Eselsbrücken ins Gedächtnis, auf die ich im Einführungstext gestoßen bin:

M wie mini, S wie Sonne, K wie Knopf, R wie Regen.

Umso weiter ich komme, desto öfter muss ich jedoch feststellen, dass die App nicht alle Buchstaben einwandfrei erkennt. Gerade wenn ich mehrere Stellen gleichzeitig berühren muss – wie beim SCH – stellt sie sich quer. Dann bleibt mir nur eins: „Buchstabe überspringen“. Nach einigen Versuchen finde ich zum Glück heraus, wie ich die Bewegungen am besten ausführen muss, und schaffe es so bis in die Lektion, wo ich ganze Sätze lormen darf. Bei „Diese Gabel ist aus Gold“ fällt mir plötzlich auf, dass ich gar nicht mehr an Bertas und Georgs glückliche Heirat zu denken brauche.

Auf einen Blick

Name: Lern Lormen

Zielgruppe: Menschen, die das Lorm-Alphabet lernen möchten. Für Menschen mit Sehbehinderung nur eingeschränkt nutzbar.

Verfügbar für: Smartphones und Tablets mit den Betriebssystemen iOS und Android

Kosten: Kostenlos

Link: www.szb.ch/hilfsmittelfuerblindeundsehbehinderte/digital-tools/lern-lormen-app

Video-Tutorial: So funktioniert die App

Fazit unserer App-Testerin

„Lern Lormen“ ist nicht nur eine tolle Lern-App. Sie macht auch auf eine Kommunikationsform aufmerksam, die vielen noch kein Begriff ist. Ich wurde in den letzten Wochen immer wieder gefragt: „Lern ... was?“ und konnte dann erklären, was Lormen ist. Ich hoffe, dass die App ein paar meiner Freundinnen und Freunde inspiriert hat mitzumachen. Denn die Anwendung und das Empfangen von gelormten Wörtern kann ich nicht mit einer App lernen.

 

Linktipps:

Mit der Lorm Hand über größere Entfernungen kommunizieren. Designforscher Tom Bieling spricht über sein Projekt und wie Inklusion durch Technik erreicht werden kann.

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Was ist Barrierefreiheit?

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Redaktionelle Betreuung und Videoproduktion: Lena Hoffmann

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Boss Stefan

Ich bin Betreuungskraft in einer WfbM aber bei uns sind "noch keine Taubblinde "


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Ein perfekter Tag am Strand – als Rollstuhlfahrer

Strandkörbe, Fischbrötchen, Dünen und Entspannung: All das gehört irgendwie zu einem Strandurlaub dazu. Was man noch braucht, für einen perfekten Tag an der Ostsee? Luisa hat es mit ihrem Rolli ausprobiert und für uns aufgeschrieben.
 

Luisa Eichler

Ein barrierefreier Strandzugang

Das Hauptproblem für mich und viele andere Rollstuhlfahrer ist der Sand. Natürlich gehört der am Strand dazu, aber meistens ist er zu weich. Dann sinkt der Rollstuhl ein und ich komme nicht weiter. Nervig! Super sind barrierefreie Strandpromenaden – so eine gibt es zum Beispiel im Badeort Niendorf/Timmendorferstrand. Da haben viele Strandabschnitte einen Holzsteg, über den ich Richtung Wasser und zu unserem Strandkorb fahren konnte.

 

Luisa Eichler

Ein Strandkorb

Ich habe ihn gerade schon angesprochen: den Strandkorb :-) Wer schon mal an der Ostsee war, der weiß, wie windig es da werden kann. In einem Strandkorb fliegt dir der Sand nicht ins Gesicht und du frierst auch nicht so schnell, wenn es wegen dem Wind abkühlt. In meinem Urlaub konnte ich mir einen Strandkorb aussuchen – was ich echt super fand – und der Strandkorbbesitzer war dann so nett und hat ihn mir direkt an den Holzsteg gestellt, sodass ich problemlos aus dem Rollstuhl umsteigen konnte.

 

Luisa Eichler

Der Blick auf's Meer und ein gutes Buch

Das Meer vor der Nase, das Rauschen der Wellen im Ohr, Sonne und endlich mal Zeit, in Ruhe ein dickes Buch zu lesen. Gibt es was Schöneres?

 

Luisa Eichler

Ein Strandrollstuhl

Vor meinem Urlaub, habe ich so einen Rollstuhl noch nie benutzt – deswegen war ich darauf ziemlich gespannt. Er hat im Vergleich zu einem herkömmlichen Rollstuhl viel breitere Reifen, sodass man sich auf dem Sand leichter fortbewegen kann, er ist aus einem leichten Material und hat luftgefüllte Armstützen, wodurch er im Wasser treibt.

Der Vorteil liegt definitiv darin, dass man mit dem Strandrollstuhl viel leichter ins Meer kommt: Er lässt sich auch auf nassem Untergrund bis in die Ostsee ziehen, sodass man direkt im Wasser „aussteigen“ kann. So erspart man sich definitiv den anstrengenden Weg ins Meer. Leider kann man sich damit aber nicht selber fortbewegen, sondern muss von einer weiteren Person gezogen werden.

 

Luisa Eichler

Mut und eine warme Decke

Man muss sich ja nichts vormachen: Die Ostsee ist nicht so warm wie das Mittelmeer oder andere Meere im Süden. Während man als Fußgänger Stück für Stück ins kalte Wasser tapsen kann, brauche ich als Rollstuhlfahrer etwas mehr Mut: Im Strandrollstuhl werde ich in einer liegenden Position ins Wasser geschoben und bin dann direkt mit dem ganzen Körper im Wasser. Wer drin ist, ist drin! Umso schöner, sich danach mit einer kuscheligen Decke aufzuwärmen.

 

Luisa Eichler

Humor

Wie fast immer, wenn man mit dem Rollstuhl unterwegs ist, schadet es nicht, die Dinge mit Humor zu nehmen. Zum Beispiel, wenn du auf einem bunten Strandrollstuhl durch die Gegend gezogen wirst und dich die verständnislosen Blicke anderer Strandbesucher treffen, die nicht wissen, was das überhaupt ist. Oder wenn du bei einem Thermenbesuch im Strandort von der Dame an der Kasse darauf hingewiesen wirst, dass die Umkleiden „die Treppe runter“ sind. Oder auch, wenn sich die vorhandene Umkleidekabine für Menschen mit Behinderung als Toilette mit ein paar kleinen Spinds entpuppt, es keine Dusche für gehbehinderte Menschen gibt und der Saunabereich nur über sehr viele Treppen zu erreichen ist ;-)

 

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Mit dem Rollstuhl durch Skandinavien

Urlaub in Skandinavien: Das heißt Seen, Elche und ganz viel Natur. Aber kann man hier auch barrierefrei Urlaub machen, zum Beispiel mit dem Rollstuhl? Na klar – meint unser Autor Dennis. Und macht im Video Lust auf eine Reise in den Norden:

Wie bereite ich mich auf meinen (Skandinavien-)Urlaub vor?

Nachdem ich entschieden habe, wohin meine Reise gehen soll, habe suche ich im Internet nach passenden Unterkünften. In meinem Fall sind einige Ausstattungsmerkmale unumgänglich, da ich aufgrund meiner Querschnittslähmung mit dem Rollstuhl unterwegs bin.

Viele Anbieter von Ferienhäusern und Ferienwohnungen bieten die Suchoption „rollstuhlgerecht“ oder „barrierefrei“ an. Allerdings rate ich jedem Interessenten dazu, die Vermieter persönlich anzuschreiben oder anzurufen, um auf Nummer sicher zu gehen. Ich habe zum Beispiel ein rollstuhlgerechtes Ferienhaus gefunden, das im Badezimmer nur eine Badewanne hatte. Die Vermieterin antwortete auf meine Anfrage, dass man in der Badewanne ja schließlich auch sitzt und damit als Rollstuhlfahrer zurechtkommen sollte :-)

Bei meiner Suche habe ich folgende Kriterien in den Fokus genommen und nochmal mit dem Vermieter abgeklärt: Sind die Tür- und Gangbreiten mindestens 60 cm breit? Ist die Dusche ebenerdig und mit dem Rollstuhl befahrbar? Sind Stufen vorm Hauseingang?

Zur Vorbereitung gehören auch ausreichend individuelle Hilfsmittel. Ich habe für jeden Urlaub eine Checkliste, auf der ich eingepacktes Material abhaken kann und die mir hilft, nichts zu vergessen: Die Parkkarte für Menschen mit Behinderungen, sowie der Euro-Schlüssel um Zugang zu den öffentlichen Toiletten zu bekommen stehen hier zum Beispiel drauf. Ihr solltet die Hilfsmittel ergänzen, die für euch persönlich am Wichtigsten sind.

So wird jeder Skandinavien-Urlaub zum Erfolg!
 

10 Gründe, warum man als Rollstuhlfahrer nach Skandinavien muss
 

1. In Dänemark kannst du mit dem PKW bis auf den Strand fahren.

 

2. Die schwedischen Seen sind perfekt, um mit dem Rolli bis ins Wasser zu kommen:

 

3. In Skandinavien gibt’s für jeden einkaufslustigen Menschen eine Lösung.

 

4. Die Skandinavier sind jederzeit hilfsbereit!

 

5. Auch eine Fahrt mit der Fähre ist barrierefrei.

 

6. Der Schlüssel für die öffentlichen WC´s funktioniert auch im Rollstuhl.

 

7. Nur in Dänemark kannst du das leckere Guf-Eis probieren.

 

8. Angeln auf den schwedischen Seen ist ein Muss und total barrierefrei!

 

9. Die Beschaffenheit am Strand lässt auch Rollstuhlfahren zu – wo Drachensteigen lassen, wenn nicht hier?

 

10. Und zuletzt: In Skandinavien kannst du einzigartige Natur erleben, die du dir nicht entgehen lassen solltest!

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Mike

Toll!!! *-* <3


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Apps im Test (3) - Wheelmap

Ob im Alltag oder in der Freizeit, zuhause oder unterwegs, als Kommunikations- oder Bedienungshilfen – mit mobilen Anwendungen können Barrieren überwunden werden. In unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“ stellen wir jeden Monat eine App vor, die sich genau das zum Ziel setzt. Dieses Mal im Test: „Wheelmap“.
 

Weitere Tests unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“

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SiGame

Lern Lormen

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Die Testberichte in Leichter Sprache lesen

Was kann die App?

Die „Wheelmap“-App ist die mobile Anwendung der Online-Karte „Wheelmap“, in der öffentlich zugängliche Orte danach bewertet werden, wie gut sie mit dem Rollstuhl zu erreichen sind. Angemeldete Benutzer der „OpenStreetMap“ können in der „Wheelmap“ Orte eintragen und Informationen über die Rollstuhlgerechtigkeit hinzufügen. Unsere Bloggerin Isabell hat während ihres Besuchs in Berlin die App getestet.

Wheelmap“ im Alltags-Test

Rund um den Berliner Spittelmarkt suche ich gemeinsam mit einer Freundin ein stufenlos zugängliches Restaurant. Ich befrage die „Wheelmap“-App. Sie zeigt mir eine kleine Auswahl an Orten. Nur einer ist als „voll rollstuhlgerecht“ markiert, aber auch relativ weit von unserem derzeitigen Standort entfernt. Deshalb entscheiden wir uns für ein als „eingeschränkt rollstuhlgerecht“ gekennzeichnetes Bistro und sind gespannt, ob ich reinkomme. Dort angekommen, stellen wir erfreut fest, dass der Eingang stufenlos ist. Doch drinnen nach wenigen Metern die Überraschung: eine große Stufe auf dem Weg zu den Tischen. Ich will schon umkehren, als der Kellner mir mitteilt, dass wir die Tische über den Hintereingang stufenlos erreichen können. Super – unser gemeinsames Essen ist gerettet.

Auf einen Blick

Name: Wheelmap

Zielgruppe: Menschen mit Mobilitätseinschränkung

Verfügbar für: Smartphones und Tablets mit den Betriebssystemen iOS und Android

Kosten: Kostenlos

Link: www.wheelmap.org

Video-Tutorial: So funktioniert die App

Fazit unserer App-Testerin

Die „Wheelmap“ ist praktisch und einfach zu bedienen, wenn man mit digitalem Kartenmaterial gut zurechtkommt. Auch bei der Kennzeichnung „eingeschränkt rollstuhlgerecht“ lohnt sich ein Besuch, manchmal sind Orte auf den zweiten Blick doch noch stufenlos zugänglich. Allerdings sind viele Einträge noch nicht kategorisiert. Also: Je mehr Leute mitmachen, desto besser!

 

Linktipps:

Im Interview: „Wheelmap“-Initiator Raul Krauthausen stellt sein Projekt vor

Wie rollstuhlgerecht ist Bonn? Im Rahmen der Aktion #MapMyDay mit der Wheelmap-App unterwegs

Unbehindert aktiv: Wie barrierefrei sind Online-Tools für Menschen mit Behinderung?

Neue Ideen schaffen neue Nähe. Hier geht's zu unserer Kampagnenseite.

Was ist Barrierefreiheit?

Du hast tolle Projektideen für mehr (digitale) Barrierefreiheit? Sieh dir unsere Fördermöglichkeiten an!

Du möchtest dir weitere Video-Tutorials unserer Test-Reihe ansehen? Hier entlang.

 

Redaktionelle Betreuung und Videoproduktion: Lena Hoffmann

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norbert@sandmann-hn.de

Die App von Wheelmap gibt es auch für WindowsPhone 10


Aktion Mensch-Blog

Wie Barrierefreiheit meine Welt erweitert

Als blinder Mensch kann man viele Dinge nicht erkennen – das muss man aber auch nicht. Ich zeige meinen Alltag als Blinder: dort, wo Erkennen ganz anders funktioniert und Sprache die Welt erweitert.

Menschen und Technik verbinden: Marcel (vorne) zeigt Romy und Charly im Aktion Mensch-Video "Die neue Nähe" die App "Be My Eyes".

Vom Blick in den Spiegel morgens bis zum Wiedersehen der Freunde am Abend – andere Menschen sehen ihre Welt in erster Linie, und damit unterscheidet sich diese von meiner. Meine Welt ist vor allem Sprache. Sprache, die mir Räume und aktuelle Gegebenheiten erschließt. Als barrierefreie Kommunikation kann die Sprache digital, in Braille oder menschlich sein. In jedem Fall ist Sprache die Brücke zur Welt und ermöglicht mir erst meine Bewegungsfreiheit.

Mit Kommunikationstechnik Barrieren überwinden

Im Alltag muss ich mich oft erinnern: Wenn mein Schlüssel zum Beispiel morgens nicht am gewohnten Platz liegt, dauert die Suche bei mir ein bisschen länger. Wenn ich deswegen meinen Bus verpasse, kann ich die Wartezeit heute produktiv nutzen, etwa um eine Besprechung vorzubereiten. Dafür brauche ich nur mein Smartphone und einen Knochenschallkopfhörer. Die Sprachausgabe liest mir die relevanten Dokumente vor, während ich dank der freien Ohren meine Umgebung nach wie vor wahrnehmen kann.  Auch Zugverspätungen und kurzfristige Gleiswechsel für Züge bekomme ich mit, seit das mobile Internet auch für mich wahrnehmbar gemacht wurde. Bevor es zum Beispiel den Verspätungsalarm der Deutschen Bahn gab, ist sowas meistens an mir vorbeigegangen. Neben einem großen Erinnerungsvermögen braucht es im blinden Alltag ein hohes Maß an strukturiertem Denken und Planungsfähigkeit. Dies alles hilft aber nicht, wenn die Welt einmal wieder größer ist als man selbst und sich das Leben spontan und wechselhaft zeigt. Genau hier ist die barrierefreie Kommunikation eine Brücke der Selbstbestimmung, es geht auch ohne fremde Hilfe für mich weiter. Ein gutes Gefühl und in der heutigen Zeit unverzichtbar.

Barrierefreiheit ist sehr individuell

Selbstbestimmung ist im Büro genauso wichtig. Meine Mitarbeiterinnen haben sich daran gewöhnt, dass ich mit Kopfhörern am PC arbeite, der Screenreader mir den Bildschirminhalt ausliest und ich Texte in mein Handy diktiere. Dabei bin ich eben so schnell wie die sehenden Kollegen, denn der Rechner ist mit individuell für mich angepasster Software ausgestattet. Kontakte, aktuellste Dokumentenversionen und unterschiedliche Programme sowie Textbausteine kann ich durch wenige Tastenkombinationen zusammenfügen und bearbeiten. Barrierefreiheit ist für mich sehr individuell und immer auch Selbstmanagement, das mir wirklich Spaß macht, wenn ich eine neue praktische Tastenkombination entdeckt habe.

Reden ist Gold

Barrierefreie Kommunikation ist aber nicht nur Technologie. Für uns Blinde gilt: Reden ist Gold, sonst wäre es noch schwerer, sich in der Welt zu orientieren. Technik ist wichtig, Kommunikation mit Menschen aber immer barrierefreier. Also, liebe Bahnfahrer, Passanten an Kreuzungen und Einkäufer in Supermärkten: Die meisten blinden und sehbehinderten Menschen sind sehr dankbar für eure Hilfe – eine kurze Ansprache und schon sind wir im Gespräch.

Barrierefreie Kommunikation ist der Schlüssel

Besonders gelungen ist barrierefreie Kommunikation immer dann, wenn sich Menschen und Technik verbinden. So bei der App Be my Eyes, mein universeller 24 Stunden-Alltagshelfer. Über Video-Chat leihen mir Sehende auf der ganzen Welt ihre Augen und so werden Aufschriften auf Verpackungen oder Hausnummern sichtbar.

Egal, ob mir in meinem Alltag Apps wie Fußgänger-Navigationen, Geldscheinleser, Farberkenner oder Barcode-Reader helfen, oder ob durch Brailleschrift oder erhabene Beschriftungen oder Tastpläne Gebäude, Aufzüge und ganze Fußgängerzonen zugänglich werden, ob Leitsysteme und Blindenampeln den Verkehrsraum für mich erschließen: Immer ist die barrierefreie Kommunikation der Schlüssel. Es geht um das Ermöglichen von barrierefreier Kommunikation und um Informationen, die meine Welt erweitern und mir vieles von dem möglich machen, was vor 20 Jahren noch nicht möglich war.

Dabei gibt es immer noch zahlreiche Barrieren bei Dingen, die für Sehende selbstverständlich sind: Bankautomaten, auch von Blinden finanzierte öffentlich-rechtliche Medien, unzählbare Internetseiten öffentlicher Dienstleister sowie Universitätsbibliotheken sind Beispiele. Dabei gibt es hier bereits barrierefreie Lösungen für Kommunikations- und Informationsgestaltung. Warum setzen wir diese nicht einfach um?

Barrierefreiheit auch für Kommunikation denken

Mir geht es vor allem darum, Lösungen für Kommunikationsbarrieren aufzuzeigen. Denn nur so können auch immer mehr blinde, sehbehinderte und andere Menschen mit kommunikativen Einschränkungen sprachfähig werden – man denke an die Leichte Sprache oder die Gebärdensprache. Menschen mit Behinderung sind eine sehr heterogene Gruppe mit vielen unterschiedlichen Bedürfnissen. Barrierefreiheit ist viel mehr als Rampen und Toiletten. Fangen wir doch an, Barrierefreiheit auch für Kommunikation und Information zu denken.

 

Linktipps:

Jede neue Idee kann uns näher bringen: Im Video "Die neue Nähe" wird die App „Be My Eyes“ gezeigt

Mobile Innovationen: Interview mit Matthias Lindemann zum Thema „Technologieentwicklung und digitale Kommunikation“ beim Zukunftskongress „Inklusion 2025“

Neuartige Medien als Schlüssel zur Teilhabe: Neue Technik verändert den Schulalltag für Kinder mit und ohne Behinderung

Kommunikation und Teilhabe durch Technik: Der Verein Kommhelp entwickelt Hilfsmittel zur barrierefreien Kommunikation für Menschen mit Behinderung

Technik für alle: eine Utopie? Wie eine Zukunft aussehen könnte, in der Technik von Menschen mit und ohne Sehbehinderung gleichermaßen genutzt würde

Reden ist Gold: In unserem neuen Kampagnenvideo lernen sich Charly (links) und Marcel kennen

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Britta

Super, was alles möglich ist! Lass uns alle dazu beitragen, die Welt für alle barrierefrei zu gestalten.


Aktion Mensch-Blog

Technische Hilfsmittel für mehr Barrierefreiheit?

Barrierefreiheit hat viele Seiten, ob es eine helfende Hand ist oder eine gebaute Rampe. Aber können auch technische Hilfsmittel Barrierefreiheit fördern oder sind das eher Spielereien mit nur kleinem Effekt?

Gemeinsam Barrieren überwinden: Dennis und Julien im Aktion Mensch-Video "Die neue Nähe"

Aktion Mensch

Ich bin seit knapp elf Jahren Tetraplegiker (vom Hals abwärts gelähmt), nutze dadurch einen Elektrorollstuhl und brauche 24 Stunden am Tag jemanden an meiner Seite. Daher ist für mich jedes Stück Selbstständigkeit enorm wichtig. Doch Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit funktionieren nur, wenn Barrieren überwunden werden können.

Roboterarm = Armersatz?

Für mich ist die wichtigste Basis natürlich mein Rollstuhl, ohne den ich nichts unternehmen kann. Er ist nicht nur ein Hilfsmittel, nein, er ist mein Tor für ein soziales Leben, meine Freiheit, meine Beine – er ist ein Teil von mir. Zudem ermöglicht er mir überhaupt erst die Nutzung mancher Hilfsmittel. Beispielsweise funktioniert für mich die Bedienung eines Smartphones oder Tablets nur durch meinen Rollstuhl. So auch die Steuerung meines Roboterarms.

Durch meinen Roboterarm kann ich vieles, was ich sonst überhaupt nicht selbstständig könnte: etwas trinken, essen, etwas festhalten oder mich kratzen. Das gibt mir enorm viel Selbstständigkeit zurück! Doch er ersetzt keinesfalls eine Assistenz. Sollte ich mich mal verschlucken, kann mir der Arm nicht beim Husten helfen.

Standard-Hilfsmittel oder individuelle Lösungen?

Auf der Suche nach Hilfsmitteln lande ich zuerst oft beim Standard-Angebot. Manchmal lohnt es sich aber zu recherchieren. Bisher hatte ich zum Beispiel die in Deutschland von vielen genutzte „Standard“-Mundmaus für meinen Computer. Damit lässt sich der PC zwar sehr solide, aber stark eingeschränkt, mit nur zwei Klicks bedienen.

Im Internet habe ich dann den QuadStick gefunden, ein extra für hochgelähmte Menschen entwickelter Controller für PC und Konsolen. Er vereint PC-Maus, Spiele-Controller und einige andere Funktionen, die die PC-Bedienung deutlich erweitern und das Zocken ermöglichen. Auch das ist für mich Barrierefreiheit.

Die eingeschränkten Allzweck-Wunderwaffen: Apps

Dank Apps ist heutzutage schon vieles möglich, auch für mich. Ich kann beispielsweise bei der Arbeit ohne Begleitung den Aufzug bedienen, die Jalousien und das Licht steuern. Das Stichwort heißt hier Hausautomatisierung und ist technisch bereits standardisiert und überall einsetzbar. Viele Gebäude könnten damit ausgestattet werden, um eine selbstständige Bewegung im Haus zu ermöglichen. Insbesondere Bewegungsmelder an Türen sind kleine, aber äußerst effektive Hilfsmittel und schaffen mehr Barrierefreiheit.

Technische Entwicklungen und Apps helfen mir also, mein Leben so selbstständig wie möglich zu gestalten. Eine barrierefreie Umgebung ist allerdings die Grundvoraussetzung, um die Hilfsmittel nutzen zu können.

 

Linktipps:

Jede neue Idee kann uns näher bringen: Seht euch Dennis hier in unserem Video "Die neue Nähe" an

Technik als Motor der Inklusion? Interview mit Enno Park zum Thema „Technische Innovationen in den Lebenswissenschaften“ beim Zukunftskongress „Inklusion 2025“

Neuartige Medien als Schlüssel zur Teilhabe: Neue Technik verändert den Schulalltag für Kinder mit und ohne Behinderung

Kommunikation und Teilhabe durch Technik: Der Verein Kommhelp entwickelt Hilfsmittel zur barrierefreien Kommunikation für Menschen mit Behinderung

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Aktion Mensch

Hallo Jula. Wobei genau möchtest du gerne mitmachen? :-) Meinst du, du wärst gerne einmal Protagonist in einem unserer Filme? (dh)


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Apps im Test (2) - SiGame

Ob im Alltag oder in der Freizeit, zuhause oder unterwegs, als Kommunikations- oder Bedienungshilfen – mit mobilen Anwendungen können Barrieren überwunden werden. In unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“ stellen wir jeden Monat eine App vor, die sich genau das zum Ziel setzt. Dieses Mal im Test: „SiGame“.
 

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Die Testberichte in Leichter Sprache lesen

Was kann die App?

In verschiedenen Lernspielen vermittelt die „SiGame“-App Kenntnisse der Deutschen und Amerikanischen Gebärdensprache sowie der International Sign Language. Cathleen hat sich das Ganze mal genauer für uns angeschaut.

SiGame“ im Alltags-Test

Schon seit Längerem habe ich mir vorgenommen, meine Gebärdensprachkenntnisse wieder etwas aufzufrischen. Als mir eine Freundin von „SiGame" erzählt, habe ich sofort Lust, die App auszuprobieren.

Ich bin gleich überrascht, wie leicht ich mir die Gebärden mithilfe der Spiele merken kann. Eine Lernkurve zeigt mir meine Erfolge. Das finde ich super und es spornt mich an, dranzubleiben. Egal, ob in der S-Bahn oder an der Kasse im Supermarkt, die App habe ich nun immer dabei. Bedienen lässt sie sich intuitiv und die Avatare, die mir die Gebärden zu den jeweiligen Wörtern zeigen, sind wirklich charmant. Da die Geschwindigkeit der animierten Figuren nicht zu schnell ist, komme ich auf jeden Fall gut mit. Nach einer Woche habe ich die Gebärden aus dem Basispaket drauf und benutze sie sogar in Gesprächen mit Freunden.

Nun wäre der richtige Zeitpunkt, eines der zusätzlichen Sprachpakete zu kaufen – wenn es denn gehen würde. Leider ist diese Funktion momentan nicht verfügbar. Außerdem stürzt die App zwischendurch immer wieder ab. Auf Anfrage finde ich heraus, dass das Entwickler-Team wohl daran arbeitet, die technischen Probleme zu beheben.

Auf einen Blick

Name: SiGame

Zielgruppe: Hörende, Gehörlose, Kinder und Erwachsene

Verfügbar für: Smartphones mit den Betriebssystemen iOS und Android

Kosten: Kostenloses Basispaket, weitere Sprachpakete kostenpflichtig hinzubuchbar

Link: www.sigame-app.com

 

Video-Tutorial: So funktioniert die App

Fazit unserer App-Testerin

SiGame“ ist ein schöner Einstieg in die Gebärdensprache. Einen Sprachkurs ersetzt die App aber nicht – den habe ich mir jetzt für den Sommer gebucht.

 

Cathleen Bär hat die App für die Aktion Mensch getestet.

 

Link-Tipps:

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Was ist Barrierefreiheit?

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In aller Freundschaft: So war's am Filmset

Rund 5 Millionen Zuschauer sitzen wöchentlich vor dem Fernseher und schauen sich die neueste Folge der Arzt- und Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ an. In der neuesten Folge spielt unsere Bloggerin Carina Kühne eine Episoden-Hauptrolle. Bei uns erzählt sie, welche Erfahrungen sie am Set gemacht hat

Carina Kühne (rechts) mit Schauspielkollege Bernhard Bettermann: Keine Berührungsängste

SAXONIA MEDIA

Ich habe „In aller Freundschaft“ immer gerne geschaut und mir auch gewünscht, mal eine Rolle in der Serie zu spielen. Dabei dachte ich daran, dass ich vielleicht als Praktikantin oder Schwesternschülerin in der Sachsenklinik mitmachen könnte. Als ich dann tatsächlich ein Rollenangebot bekam, konnte ich es kaum glauben.

Ich bin selbstständiger als die Film-Figur

Neugierig las ich das Drehbuch durch und  freute mich darüber, dass sich Manja, eine junge Frau mit Trisomie 21, recht normal verhalten darf. Sie spricht ganz normal und ist auch recht selbständig. Sie arbeitet als Bäckerin und nicht in einer Behindertenwerkstatt. Ich sollte eine junge Frau mit Down-Syndrom spielen, die schnell reagieren muss, als ihre Mutter am Steuer während der Autofahrt einen Schlaganfall bekommt.

Natürlich spiele ich die Manja nur und habe nicht so viel mit ihr gemeinsam. Ich bin sehr viel selbständiger und würde in manchen Situationen nicht so hilflos reagieren. Trotzdem gefiel mir die Rolle der Manja sehr und ich habe sie gerne gespielt. Sie reagiert teilweise wirklich sehr souverän. Ich finde, dass Manja in der Episode sehr viel realistischer dargestellt wird als die Darsteller in den meisten Filmen, in denen es um das Down-Syndrom geht.

Natürlich würde ich mir wünschen, mal eine ganz normale Rolle in einem Film zu spielen und nicht die Behinderte.

Zusammenarbeit mit der Regisseurin

Kurz vor den offiziellen Dreharbeiten reiste ich schon nach Leipzig, um die Regisseurin Frauke Thielecke kennen zu lernen und das Drehbuch mit ihr zu besprechen. Frauke gab mir Anweisungen, wie sie es gerne umsetzen wollte, und ich sagte ihr auch, was ich im Gegensatz zur Rolle als Mensch mit Down-Syndrom nicht so mache. In einer Szene sollte ich zum Beispiel während des Sprechens laut Drehbuch Schaukelbewegungen machen, das zu ändern, war kein Problem für sie. Die Chemie zwischen uns stimmte auf Anhieb.

Am Set wurde ich voll akzeptiert

Hauptsächlich spielte ich mit Bernhard Bettermann, Anja Nejarri, Karin Giegerich und Addas Ahmad. Wir hatten uns ja gerade erst kennen gelernt, aber es gab keine Berührungsängste.

Vor jedem Dreh haben wir uns zusammengesetzt und noch einmal besprochen, wie der Ablauf sein würde. Jeder konnte Vorschläge machen, und ich fühlte mich voll akzeptiert. Es gefiel mir, dass wir so gut harmonierten. Natürlich konnte ich viel lernen von den Erfahrungen der Schauspieler und der ganzen Crew. Ich hätte große Lust, mal wieder mitzuspielen.

Der Film

Nun bin ich auch schon sehr gespannt auf den Film. Ich würde mich freuen, viele Rückmeldungen zu bekommen. Leider werden Schauspielern mit Behinderung sonst nicht viele Rollen angeboten. Meist spielen in Filmen nicht behinderte Darsteller auch diese Rollen. Leider gibt es nur sehr wenig inklusive Filme. Ich wünsche mir, dass es viel mehr solche Filme gibt, in denen Schauspieler mit und ohne Behinderung zu sehen sind, ohne dass es um eine Behinderung geht.

In den meisten Filmen werden viele Klischees bedient. Vielleicht gehört das einfach dazu.

Trotzdem hoffe ich, dass es irgendwann selbstverständlich ist, dass auch Schauspieler mit Handicap dazugehören!

 

Linktipps:

Trailer von „In aller Freundschaft – Das Leben ist ein Wagnis“ mit Carina Kühne

Be My Baby – Meine erste Filmerfahrung: Carina Kühne bei den Dreharbeiten für einen besonderen Spielfilm

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Mittendrin auf der Bühne: Im inklusiven Theaterstück „Es geht auch anders“ spielen Darsteller mit und ohne Down-Syndrom gemeinsam

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Kommentare

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Claudia Stückner

Ich finde Carina hat das spitze gespielt und ich würde mich freuen noch öfters solche Darsteller in Filmen und Serien zu sehen. Dadurch wird das Down Syndrom für die Zuschauern normaler und ist nicht ständig nur was, was man mit Behinderung gleichstellt. Auch eine ganz normale Rolle könnte ich mir gut vorstellen das sie das meistern würde.


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