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Apps im Test (5) - ColorVisor

Ob im Alltag oder in der Freizeit, zuhause oder unterwegs, als Kommunikations- oder Bedienungshilfen – mit mobilen Anwendungen können Barrieren überwunden werden. In unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“ stellen wir jeden Monat eine App vor, die sich genau das zum Ziel setzt. Dieses Mal im Test: „ColorVisor“.
 

Weitere Tests unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“

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Was kann die App?

Mit der „ColorVisor“-App können Farben über die Handykamera oder auf Fotos und Bildern erkannt werden. Unser Autor Michael hat die App dem Alltags-Test unterzogen.

ColorVisor“ im Alltags-Test

Vertrauen ist gut, Kontrolle macht Spaß. Daher möchte ich die Augenfarbe einer gewissen jungen Frau überprüfen. Sie hatte mir gesagt, sie habe dunkelbraune Augen mit einem leichten Grünton. Die Augenfarbe einer Person zu bestimmen, das ist für einen Blinden mit der „ColorVisor“-App möglich. Augen haben ja nie nur eine Farbe, wie mir auch die App bestätigt: „Rostbraun“ – kurze Pause – „Grau“ – dann tatsächlich „Moosgrün“. Das Grau hatte sich wegen der Reflexion des nahegelegenen Fensters dazwischen geschmuggelt. Insgesamt kann „ColorVisor“ erstaunlich viele Farbnuancen erkennen. Wenn man geduldig mit dem Finger auf dem Suchfokus bleibt, werden die Angaben sehr genau.

Bei dunklen Farben wie Blau und Schwarz ist die App nicht immer zuverlässig – Verwechslungsgefahr. Auch Weiß ist für jede Farberkennung nur schwierig zu bestimmen, da es hier immer auf die Lichtverhältnisse ankommt. „ColorVisor“ bietet die Möglichkeit, Farben in einer Farbtabelle zu speichern und zu verändern. Das ist aber ohne Sehen nicht sehr spannend. Dann mache ich Fotos und versuche, darauf die Farben zu erkennen. Dafür bewege ich meinen Finger an verschiedene Stellen im Bild. Leider sind die Fotos ziemlich klein und nicht zentriert angeordnet. Das macht die Bedienung schwieriger. Außerdem erkennt die App meine Bewegungen nur sehr ungenau. Daher lieber im Live-Modus bleiben!

Auf einen Blick

Name: ColorVisor

Zielgruppe: Blinde, Menschen mit Sehbehinderung, Menschen mit Farbsehschwäche, „Farbinteressierte“

Verfügbar für: iPhone, iPad, iPod touch

Kosten: 4,99 €

Link: visorapps.com

 

Video-Tutorial: So funktioniert die App

Fazit unseres App-Testers

ColorVisor“ ist eine intuitiv bedienbare App. Das Voice-Over funktioniert reibungslos. Farben von Klamotten und Möbeln werden gut erkannt. So kann man sich stilsicher anziehen und viele neue Farben in der Wohnung oder draußen in der Natur entdecken.

 

Link-Tipps:

Der blinde Informatiker Jan Blüher hat die „ColorVisor“-App entwickelt. Lies dir hier unser Porträt über ihn durch.

Neue Ideen schaffen neue Nähe. Hier geht's zu unserer Kampagnenseite.

Was ist Barrierefreiheit?

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Du möchtest dir weitere Video-Tutorials unserer Test-Reihe ansehen? Hier entlang.

 

Redaktionelle Betreuung und Videoproduktion: Lena Hoffmann

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"Das Bein ist halt ab."

Prothese tragen: Ja oder nein? Daniela ist auf einem Bein unterwegs und das kann jeder sehen, denn sie trägt keine Prothese. Auch Denise hat ein Bein – und viele Prothesen. Für uns haben die beiden aufgeschrieben, warum sie sich für oder gegen das Hilfsmittel entschieden haben.

Daniela: Ohne Prothese lässt es sich viel besser tanzen.

Aktion Mensch / BeFunky Image

Pro

Denise Schindler

Meine Leidenschaft ist das Radfahren. Und das, obwohl ich bei einem Unfall mit zwei Jahren meinen rechten Unterschenkel verloren habe. Dass das geht, habe ich – neben meinen Eltern und tollen Medizinern – vor allem einer zu verdanken: meiner Prothese.

Ob ich eine Prothese tragen möchte, war für mich nie eine Frage: natürlich. Als Kind war das ein ganz normaler Bestandteil der Reha. Ohne kann ich schließlich nicht laufen. Mit Krücken kommt man nicht so weit, wie man möchte, belastet das andere Bein zu sehr und kann auch nichts wirklich in der Hand halten. Für mich ist die Prothese ein Hilfsmittel, mit dem ich mich frei bewegen kann, mit dem ich tun kann, was ich möchte. Genauso wie manche Menschen eine Brille nutzen, trage ich eine Prothese. Sie gibt mir ein bisschen Freiheit zurück.

Natürlich gibt es auch Nachteile: Wenn ich meine Prothese trage, kann ich nicht mal eben in den See springen, sondern brauche eine Schwimmprothese. Und ich muss immer einen ganzen Koffer Ersatzprothesen mit dabei haben. Ich weiß auch, dass es dauern kann, bis man eine richtig passende Prothese gefunden hat. Deswegen wünsche ich mir noch bessere Technologien, die mehr auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmt werden können. Und dann werde ich vielleicht auch mal mit Anlauf und Prothese in den See springen.

Kontra

Daniela Herrmann

„Warum müssen Sie denn noch so rumlaufen? Es gibt heute doch schon so tolle Prothesen!“

Stimmt, gibt es. Aber ich fühle mich eben ohne komplett. Ich bin ein selbstständig denkender Mensch und ich habe mir nach meinem Unfall freiwillig (!) ausgesucht, 'so rumzulaufen'.

Ohne Prothese kann ich meine Schuhe zubinden, weil ich die Schuhe mit den Armen noch erreiche, meine Organe werden nicht zusammengequetscht und es lässt sich viel besser tanzen.

Ich denke, für Menschen mit zwei Beinen ist der Gedanke, ein Bein zu verlieren, schlimm. Sie tröstet es vielleicht, dass es Prothesen gibt. Die kann man anziehen und dann ist fast alles wie früher – als das zweite Bein noch da war, nur war das halt voll mit Blut und Muskeln und ein bisschen Fett. Die Prothese ist kalt und unbequem.

Ich wünsche mir flexibleres Denken. Nur weil mein Körper anders aussieht als der von vielen anderen, heißt das nicht, dass ich anstrebe, (wieder) wie die Masse auszusehen. Natürlich muss und sollte das jeder für sich selbst entscheiden. Prothese, Exoskelett ... – von mir aus.

Nur für mich, mich ganz persönlich, ist es nicht das Richtige.

Meine Prothese in Action kennen nur mein Prothesenbauer, meine Physiotherapeuten und ich. Ich trage sie allein aus gesundheitlichen Gründen und nicht öfter als nötig.

Im Alltag bin ich einfach ich. Ohne Computerknie und Ladekabel am Bein. Ich freue mich lieber über die skurrilen Begegnungen im Alltag. Den kleinen Jungen, der seine Mama fragt, ob ich ein Flamingo bin, und nicht versteht, warum seine Mama und ich darüber so laut lachen.

Kommentare

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MemyselfandI

Beide haben recht! Als Mensch mit Amputation ist man in der Situation, dass man sehr schnell zum 'Experten' wird. Immerhin gilt es ja in der Regel mit einer veränderten Situation umzugehen und für sic das Beste daraus zu machen. Und genau das tun die beiden Protagonistinnen - jeweils aus ihrer individuellen Sicht. Und obschon beide eine Amputation haben ist die Situation ja in keiner Weise vergleichbar. Während Denise mit Hilfe ihrer Prothese einen bestmöglichen Nachteilsausgleich erreicht, erreicht Daniela das genau nicht durch eine Prothese - nämlich eine Prothese mit einem unbequemen Beckenkorb, die sie offensichtlich nicht als nützliches Hilfsmittel nutzen kann. Respekt den beiden, die sich nicht verstecken und im Zeifel auch die Diskussion mit der Umwelt aufnehmen. Aber dabei kann "Umwelt" ja auch 'eas lernen. Und ggf. können Menschen mit Amputation ja auch etwas lernen: Toleranz untereinander für den jeweils richtigen Weg.


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Apps im Test (4) - Lern Lormen

Ob im Alltag oder in der Freizeit, zuhause oder unterwegs, als Kommunikations- oder Bedienungshilfen – mit mobilen Anwendungen können Barrieren überwunden werden. In unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“ stellen wir jeden Monat eine App vor, die sich genau das zum Ziel setzt. Dieses Mal im Test: „Lern Lormen“.
 

Weitere Tests unserer Blogreihe „Barrieren überwinden – Apps im Test“

Be My Eyes

SiGame

Wheelmap

ColorVisor

Die Testberichte in Leichter Sprache lesen

Was kann die App?

Mit der „Lern Lormen“-App können die Buchstaben des Lorm-Alphabets gelernt werden. Neben verschiedenen Lern-Spielen stellt die App auch Informationen zur Praxis und Geschichte des Lormens bereit. Das Lormen ist ein System, mit dem viele taubblinde und stark hörsehbehinderte Menschen kommunizieren. Lena hat die App getestet.

„Lern Lormen“ im Alltags-Test

„Toll! Berta darf Georg heiraten“ – ein komischer Satz, denke ich. Aber er hilft. T, B, D, G und H sind damit klar: kurze Abstriche auf den Fingern, angefangen mit dem T auf dem Daumen, dann B auf dem Zeigefinger usw.

Die „Lern Lormen“-App führt mich sehr gut an die Kommunikationstechnik taubblinder Menschen heran. Schnell hangele ich mich von einer Lektion zur nächsten. Dabei rufe ich mir die Eselsbrücken ins Gedächtnis, auf die ich im Einführungstext gestoßen bin:

M wie mini, S wie Sonne, K wie Knopf, R wie Regen.

Umso weiter ich komme, desto öfter muss ich jedoch feststellen, dass die App nicht alle Buchstaben einwandfrei erkennt. Gerade wenn ich mehrere Stellen gleichzeitig berühren muss – wie beim SCH – stellt sie sich quer. Dann bleibt mir nur eins: „Buchstabe überspringen“. Nach einigen Versuchen finde ich zum Glück heraus, wie ich die Bewegungen am besten ausführen muss, und schaffe es so bis in die Lektion, wo ich ganze Sätze lormen darf. Bei „Diese Gabel ist aus Gold“ fällt mir plötzlich auf, dass ich gar nicht mehr an Bertas und Georgs glückliche Heirat zu denken brauche.

Auf einen Blick

Name: Lern Lormen

Zielgruppe: Menschen, die das Lorm-Alphabet lernen möchten. Für Menschen mit Sehbehinderung nur eingeschränkt nutzbar.

Verfügbar für: Smartphones und Tablets mit den Betriebssystemen iOS und Android

Kosten: Kostenlos

Link: www.szb.ch/hilfsmittelfuerblindeundsehbehinderte/digital-tools/lern-lormen-app

Video-Tutorial: So funktioniert die App

Fazit unserer App-Testerin

„Lern Lormen“ ist nicht nur eine tolle Lern-App. Sie macht auch auf eine Kommunikationsform aufmerksam, die vielen noch kein Begriff ist. Ich wurde in den letzten Wochen immer wieder gefragt: „Lern ... was?“ und konnte dann erklären, was Lormen ist. Ich hoffe, dass die App ein paar meiner Freundinnen und Freunde inspiriert hat mitzumachen. Denn die Anwendung und das Empfangen von gelormten Wörtern kann ich nicht mit einer App lernen.

 

Linktipps:

Mit der Lorm Hand über größere Entfernungen kommunizieren. Designforscher Tom Bieling spricht über sein Projekt und wie Inklusion durch Technik erreicht werden kann.

Neue Ideen schaffen neue Nähe. Hier geht's zu unserer Kampagnenseite.

Was ist Barrierefreiheit?

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Redaktionelle Betreuung und Videoproduktion: Lena Hoffmann

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Boss Stefan

Ich bin Betreuungskraft in einer WfbM aber bei uns sind "noch keine Taubblinde "


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