Ein Netz für mehr Vielfalt

Alle Menschen haben ein Recht auf Bildung, Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben. Das ist seit gut sechs Jahren in der UN-Behindertenrechtskonvention festgelegt. Klaus Becker setzt sich dafür ein, dass diese Chancengleichheit auch in Hamburg gelebt wird. Man kennt ihn sowohl aus dem Casting-Film "Das erste Mal" als auch aus dem neuen Werbespot der Aktion Mensch. Im Interview erzählt er von seiner Arbeit, dem Umgang mit Kollegen und von seinen Zukunftsplänen.
 

Klaus Becker beim Casting der Aktion Mensch zum Film "Das erste Mal".

Klaus Becker leitet das Inklusionsbüro der Hansestadt Hamburg.


 

Klaus Becker mit Kollegen im Büro.

Worum kümmerst du dich im Hamburger Inklusionsbüro?

Klaus Becker: Uns geht es darum zu zeigen, dass Vielfalt normal und gut ist. Zusammen mit meinen acht Mitarbeitern zeige ich Ämtern, Unternehmen und Vereinen, wie sie das verwirklichen können. In Arbeit, Kultur, im Sport und auf dem Wohnungsmarkt. Wir gehen zum Beispiel auf Arbeitgeber zu und fragen sie: Wie kannst du es schaffen, mehr Mitarbeiter mit Behinderung einzustellen? Die meisten wollen das. Aber sie stellen sich das komplizierter vor als es ist. Wir vernetzen sie auch mit Leuten, die schon inklusiv arbeiten und Tipps geben können.
Auch in der Erwachsenenbildung sollte man das Angebot öffnen. Dort haben wir unter anderem den Vorschlag gemacht, das Programm in leichter Sprache herauszugeben oder auch ein Angebot für Menschen mit geistiger Behinderung zu machen. Wir helfen dabei natürlich gern. Eine ganz wichtige Aufgabe sehe ich in der Vernetzung und in der Information; das nimmt den Leuten die Angst, und vieles klappt plötzlich wie von selbst.


 

Klaus Becker im Gespräch mit zwei Kolleginnen.

Wie war dein Weg zu diesem Job?

Nach dem Abi, übrigens auf einem ganz normalen Gymnasium, habe ich eine Ausbildung zum Zeitungsredakteur gemacht. Dann habe ich studiert und einige Zeit als Redenschreiber und Büroleiter für einen Hamburger Politiker gearbeitet. Durch ihn bin ich nachher in die Sozialbehörde gekommen, wo ich für die Obdachlosenhilfe gearbeitet habe. Nebenbei habe ich mich ehrenamtlich in der Behinderten-Selbsthilfe engagiert. So wurde ich irgendwann gefragt, ob ich nicht als Schwerbehindertenvertreter für die Behörde arbeiten könnte. Das hab ich gern gemacht und hatte den Job kurze Zeit später in Zuständigkeit für ganz Hamburg. Als dann das Projekt mit unserem Inklusionsbüro losging, passte das also ganz gut für mich.

 

 

Klaus Becker mit einem Kollegen im Flur eines Bürogebäudes.

 

 

Was ist dir wichtig im Umgang mit den Kollegen?

Dass wir offen und vertrauensvoll miteinander umgehen können. Ich mag flache Hierarchien. Nur weil ich der Chef bin, kann ich ja nicht automatisch alles besser. Ich greife da gerne auf meine Spezialisten zurück. Ein Team zusammenführen und motivieren, das zu schaffen, ist eine meiner Aufgaben.

 

Wie achtest du auf deine Work-Life-Balance?

Ich gehe jeden Morgen um sechs Uhr mit meinem Hund eine Runde durch den Wald. Und abends noch mal durchs Dorf. Meine Frau und ich wohnen östlich von Hamburg. Und wenn wir abends auf der Terrasse sitzen, sehen wir die schöne Landschaft und die Pferde, die auf der Wiese stehen. Die Ruhe dort tut schon gut. Ich verbringe natürlich viel Zeit bei der Arbeit, aber es macht mir Spaß. Als körperlichen Ausgleich möchte ich unbedingt bald wieder mehr trainieren. Schwimmen, das habe ich früher auch als Leistungssport gemacht oder auch Turniertanz. Dann könnte ich auch mein ganz privates Ziel erreichen, drei bis fünf Kilo abzunehmen.

 

Klaus Becker mit Kollegen, jubelnd.

Welche Ziele hast du für die Zukunft?


Mein Lebensgefühl kann gerne so bleiben wie es ist. Im Büro möchte ich wie gesagt, dass wir noch mehr zu einem Team zusammenwachsen. Da sehe ich mich in meiner Funktion als Chef auch als Dienstleister. Ansonsten habe ich mir vorgenommen, mit meiner Frau und unseren drei Töchtern noch etwas öfter zu verreisen. Die sind zwar schon Mitte zwanzig, sind aber für einen Familienurlaub immer noch offen.

 

 

 

Klaus Becker ist Anfang 50 und leitet das Inklusionsbüro der Hansestadt Hamburg und die Geschäftsstelle der Behindertenbeauftragten.


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