Ein Casting der besonderen Art

Noch etwas übernächtigt, aber voller Tatendrang, treffen 40 Männer und Frauen ein. Ihr Ziel: Sie wollen in einem von zwei Fernsehspots einer sozialen Organisation auftreten. Mehr wird ihnen erst einmal nicht verraten.

 


 

Hamburg; eine leer stehende Fabrikhalle am Rande der Stadt. Früher Morgen.

Noch etwas nervös, aber voller Tatendrang, treffen 40 Männer und Frauen ein. Ihr Ziel: Sie wollen in einem von zwei Fernsehspots einer sozialen Organisation auftreten. Mehr wird ihnen erst einmal nicht verraten.
"Das war schon komisch", erinnert sich Ulrike, "wir durften noch nicht einmal alleine auf Klo gehen. Den ganzen Tag über war einer bei uns im Raum, der uns im Auge behalten hat." Tatsächlich sind die Kandidaten mit und ohne Behinderung in verschiedene Räume geführt worden. Ihre erste Begegnung sollte vor laufender Kamera stattfinden, denn die Aktion Mensch möchte nicht nur Darsteller für zwei Werbespots finden, sondern auch Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zeigen, wie sie verlaufen und was sie bewirken können.

Offizieller und inoffizieller Teil

"Sag mal: Bist du normal?", fragt Anna ihren Casting-Partner Klemens ganz leise ins Ohr, bevor der Regisseur mit seinem Programm beginnt. Und als der stockt: "Oder hast du auch eine Behinderung? Ich kann dich ja nicht sehen..."
Lena möchte Dennis, der in einem Rollstuhl hereinkommt, gern die Hand geben. Der kann sie aber nicht ergreifen, weil er seit einem Unfall seinen rechten Arm nicht mehr bewegen kann.
"Wird schon schattig, wenn er vor mir steht", sagt Mathias, als er seinem Casting-Partner Winfried zum ersten Mal begegnet. Mathias ist kleinwüchsig und sportbegeistert: In Lyon hat er 2013 paralympisches Gold im Speerwurf geholt. Winfried ist 1,90 Meter groß und ebenfalls sportbegeistert: Er macht seit 40 Jahren Kung-Fu.

Anfängliche Unsicherheit

Anfangs gibt es bei den 20 Casting-Paaren die eine oder andere unangenehme Situation: Gesichtszüge entgleisen, Kandidaten schauen sich fragend um. Aber der Spaß kommt mit den Aufgaben: Einen "Secret Handshake" sollen sich die Kandidaten ausdenken, wie unter besten Freunden. Dann soll einer dem anderen ein neues Kleidungsstück vorführen, der das scheußlich findet – und seine Meinung möglichst gut verpacken soll. "Das ist jetzt so mittel", sagt der kleinwüchsige Rolli-Fahrer Volker zu seiner Partnerin Ulrike. "Was? Eigentlich find ich an mir gar nichts mittel", gibt die zurück. Man lernt sich kennen.

Hamburg, ein früher Abend im Februar. Neue Freundschaften sind entstanden.

Im Vergleich zu den Begrüßungs-Szenen fallen die Verabschiedungen ungleich herzlicher aus. Die Kamera ist im Laufe der Begegnungen fast beiläufig geworden. Aber für die Zuschauer hat sie etwas sehr Wichtiges eingefangen: Dass man nämlich aktiv werden muss, um Erfahrungen zu sammeln. Auch die, dass das WIR gewinnt.

 


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