Theater für die Ohren

Die Sehkraft der 28-jährigen Anna Garbe hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Mittlerweile ist sie fast blind. Theater aber war immer schon ihre Leidenschaft. Und das entdeckt sie jetzt mit anderen Sinnen. Im Interview erzählt sie von ihren Freizeit-Highlights.


 

Anna Garbe.

Wie nimmst du so ein Theaterstück wahr?
Ich versuche immer, einen Platz möglichst weit vorne zu bekommen. Dann kann ich die Umrisse der Schauspieler noch erkennen. Natürlich sehe ich keine Einzelheiten und manchmal – wenn es keine Dialoge gibt – bin ich froh, wenn ich jemanden dabei habe, der mir kurz zusammenfasst, was auf der Bühne passiert.


Haben sich da die anderen Zuschauer schon einmal beschwert?
Klar, das ist schon mal vorgekommen. Aber wenn ich dann erkläre, warum wir das machen, ist es meistens o.k.


Fehlt da nicht trotzdem etwas?
Eigentlich nicht. Ich erlebe Theaterstücke jetzt anders als früher. Aber ich nehme auch manches intensiver wahr, was an anderen vielleicht vorbeigeht. So wie die meisten Zuschauer auf die Mimik der Schauspieler achten, nehme ich mittlerweile die feinen Veränderungen in Stimme und Tonfall wahr.

 

Du verreist ja auch gerne. Hat sich da etwas verändert, seit du weniger siehst?
Nein, überhaupt nicht. Alleine verreisen mochte ich noch nie. Und sobald ich jemanden dabei habe, bei dem ich mich mal einhaken kann, habe ich ja auch einen, der mir erzählt, was es zu sehen gibt.

Was sind deine nächsten Reiseziele?
Ich wünsche mir sehr, bald mal nach Südostasien zu reisen: Kambodscha, Laos, Malaysia... Das wäre toll. Aber in den letzten Jahren war ich eher in Europa unterwegs, weil ich mich auf die Abschlussprüfung meines Psychologiestudiums vorbereitet habe. Letzten Sommer war ich in Kroatien, das war auch sehr schön.

Wie begegnen dir die Menschen auf den Reisen?
Manche älteren Leute reagieren mit Mitleid, wenn Sie merken, dass ich eine Sehbehinderung habe. "Oh Gott, so eine junge Frau...", sagen die dann. Ehrlich gesagt nervt das ein bisschen. Ich weiß schon, dass die Leute es gut meinen, aber so bemitleidenswert finde ich mich nicht. Ist aber auch nicht die Regel; die meisten begegnen mir sehr freundlich und offen.

Und die jüngeren?
Es gibt einige, die gar nicht reagieren. Sie glauben wahrscheinlich, sonst eine Grenze zu überschreiten. Da spürt man auch die Unsicherheit. Wahrscheinlich würde ich das an ihrer Stelle genauso machen. Aber eigentlich finde ich es o.k., wenn man nachfragt. Ich komme gern mit Leuten ins Gespräch, und das kann sich ja dann auch schnell hin zu anderen Themen bewegen.

 

 

Anna und Klemens sitzen auf Hockern, beim Casting

Anna und Klemens trafen beim Casting aufeinander.


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