Freshtorge, Leeroy Matata und Eyk

"Inklusion bedeutet für mich, dass alle dabei sind. Obwohl jeder anders ist, machen alle zusammen Dinge. Es ist keiner ausgegrenzt und wirklich alle sind dabei", sagt Eyk über Inklusion. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen er, Leeroy und Torge bei ihrem Zusammentreffen.

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Immerhin hat sie erkannt, dass es english ist

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Samuel Avesani

#gröden

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Blue Luxa

Zwei gute Freunde und ich machen oft Sachen zusammen und eine von meinen Freundinnen hört sehr schlecht und muss Hörgeräte nutzen, da sie diese in Schwimmbad Beispielsweise ablegen muss können wir uns dann kaum verständigen daher bringen wir uns selber mit Apps/Videos/Büchern Gebärdensprache bei um auch in solchen Momenten reden zu können

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luisa

ich finde schön das du sowas machst und nicht so sich über so leute lustig zu machen ☺️

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FrEAkBoY Ghost

Starke aktion jungs🤙
Edit: Danke für die likes & das Herz❤️

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Hamida Enisa

wirklich

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xXJussif Xx

3:25 ich kenne denn da links

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Black Rose

Leeroy Matata 💚

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Elli Woede

Er will ein danze battel 😂

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heyarmy 18

😂

Torge, Leeroy und Eyk im Interview

Wieso habt ihr beim #barrierefreiTag mitgemacht?

Leeroy: Ich wurde einfach dazu eingeladen, einen Sketch zu drehen und die Message ist natürlich cool. Es hat Spaß gemacht und das, obwohl es heute echt kalt ist. Eben: Spontan mitgemacht und es hat sich gelohnt!

Torge: Ich bin ja schon das zweite Mal dabei und mir hat es das letzte Mal schon super viel Spaß gemacht. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich in meinem Leben wenig bis gar nicht mit Menschen mit Behinderung zu tun hatte. Es ist für mich immer wieder schön, zu sehen, wie unkompliziert das ist.

Man macht sich vorher immer so viele Gedanken: „Versteht Eyk mich?“ „Kann Leeroy mit seinem Rollstuhl hier ins Gebäude reinkommen?“ Letztes Jahr haben wir mit Martin gedreht, der keine Hand hat. Es sind so banale Dinge, worüber ich mir vorher Gedanken gemacht habe: „Wie gebe ich ihm jetzt die Hand?“ „Findet er das im Sketch jetzt komisch?” Aber er kam auf mich zu und hat mir direkt den Arm entgegengestreckt. Es ist so blöd, dass man sich darüber Gedanken macht! Ich denke, dass Menschen mit Behinderung das viel lockerer und viel humorvoller sehen.

Und im Endeffekt ist es immer einfacher als man denkt und man muss es einfach machen. Deswegen finde ich es immer wieder schön, hier mitzumachen.

Eyk: Ich wurde auch eingeladen und habe gerne mitgemacht, weil ich es ganz wichtig finde, die Menschen zu informieren. Damit sie mitbekommen, wie es ist, mit Menschen mit Behinderung umzugehen – und dass die Zuschauer ein Bewusstsein dafür kriegen, wie wichtig Barrierefreiheit ist.

Drei junge Männer, einer davon im Rollstuhl, sitzen mitten in einem Geschäft vor einer Sauerkrauttheke und lachen.

Wie war denn euer gemeinsamer Tag?

Leeroy: Aaaanstrengend!

Torge: Diva!  (alle lachen)

Eyk: Es war wahnsinnig lustig mit dir, Torge!

Torge: Ich versteh’ die Ironie! (lacht)

Leeroy: Nein, im Ernst: Es hat echt Spaß gemacht. Ich habe selten so einen entspannten Dreh gehabt!

Torge: Der Tag war wirklich entspannt. Ich habe mir davor wieder Gedanken gemacht, weil das ja schon was besonders ist, wenn andere in meinen Videos mitspielen, sonst mache ich immer alles alleine. Aber wenn man hier ist, merkt man ganz schnell, dass es ein ganz normaler Dreh war und dass es nichts anderes ist – nur, dass eben einige andere Menschen dabei sind.

Eyk: Es war alles wahnsinnig schnell und unkompliziert. Jeder wusste, was von ihm erwartet wurde. Wunderbar!

Drei junge Männer, einer davon im Rollstuhl, posieren für die Kamera und machen halbernste Gesichter.

Was bedeutet Inklusion für euch?

Eyk: Inklusion bedeutet für mich, dass alle dabei sind. Obwohl jeder anders ist, machen alle zusammen Dinge. Es ist keiner ausgegrenzt und wirklich alle sind dabei! Niemand wird vergessen: keine Minderheit, keine Randgruppe. Das ist für mich Inklusion.

Torge: Ich glaube, das ist genau, was wir uns immer wieder bewusst machen müssen. Wir könnten in dem Thema schon viel weiter sein und deswegen ist es wichtig, dass wir diese Videos machen und uns begegnen – sodass es selbstverständlich wird und man nicht mehr darüber nachdenken muss.

Leeroy: Ich sehe vor allem bei der kommenden Generation viele Möglichkeiten, mit Videos etwas zu bewegen, weil zum Beispiel ein Rentner vielleicht nicht mehr umdenken will, aber bei den Jungen ist alles noch offen.

Torge: Ich denke auch, dass die jungen Leute offener und nicht so ängstlich sind wie vielleicht die ältere Generation.

Würdet ihr sagen, dass weniger Berührungsängste entstehen, wenn zum Beispiel Kinder mit und ohne Behinderung schon im Kindergarten oder der Schule gemeinsam zusammen sind?

Eyk: Ich bin auch mit hörenden Kindern zur Schule gegangen und je jünger ich war, desto weniger Probleme hatte ich mit der Kommunikation, der Integration und dem Zusammensein. Je älter ich wurde, desto schwieriger wurde es.

Ein Porträt von einem jungen Mann mit dunklem Bart. Er hat lange Haare, die er sich mit einer großen Haarnadeln nach hinten gebunden hat.

Eyk, denkst du, das ist eben, weil der Rest der Gesellschaft nicht mit dem Thema aufgewachsen ist?

Eyk: Ja, ganz genau! Wenn man mit dem Thema und Kindern mit Behinderung groß wird, würde sich das Problem in dem Maß nicht ergeben. Wenn Kinder ohne Behinderung mit anderen Kindern mit Behinderung zusammen sind, wissen sie das auch als Erwachsene und leben es so weiter. Heutige Erwachsene ohne Behinderung, die nicht mit Kindern mit Behinderung zur Schule gegangen sind, können das aber nur schwer lernen. Dann entstehen die Berührungsängste, weil sie vorher keinen Kontakt hatten.

Torge: Ja, das sehe ich genauso! Das war bei mir wahrscheinlich auch das Problem. Ich bin nie mit Menschen mit Behinderung in Kontakt gekommen. Wenn man erwachsen ist, ist es umso schwieriger. Als Kind spielt man einfach zusammen, deswegen ist Inklusion so wichtig – und damit zusammenhängend auch die Schulung und faire Bezahlung von Erziehern!

Leeroy: Kann ich mich auch nur anschließen! Bei Kindern besteht das Problem von Inklusion überhaupt nicht. Wenn Kinder die Welt regieren würden, hätten wir keine Probleme. Die machen wir Erwachsenen mit unserer Denkweise, weil wir es nicht erlebt haben und dann Ängste aufbauen.

Ein junger Mann mit dunklen Locken lächelt in die Kamera. Er trägt einen dunklen Rollkragenpullover.

Leeroy, was bedeutet deine Behinderung für dich?

Leeroy: Grundsätzlich fühle ich mich nicht behindert oder krank. Viele denken, da ich Osteoporose und viele Knochenbrüche hatte, dass ich ein trauriges Leben führe. Das stimmt aber gar nicht – in meinem Alltag fällt mir selbst das überhaupt nicht auf! Bei mir in Köln/Bonn gibt es im öffentlichen Bereich zum Beispiel recht wenige Barrieren, aber in manchen Orten möchte ich kein Rollstuhlfahrer sein, weil es da an jeder S-Bahn Stufen gibt. Das fällt dann natürlich mehr auf. Längere Zugstrecken sind ohne Hilfe beispielweise echt problematisch.

Torge: Hier auf dem Land ist das auch nochmal was anderes als in den Großstädten. In der Grundschule hier wurde erst vor zwei Jahren der Eingang barrierefrei gemacht, das hätte man auch viel früher machen können. Das ist erschreckend!

Eyk, was bedeutet deine Behinderung für dich?

Eyk: Taub zu sein bedeutet erstmal einfach nur, dass ich nichts höre. Das hat nichts weiter zur Folge als dass ich eine andere Sprache spreche oder benutze.

Und das Gehörlossein an sich?

Eyk: Gehörlosigkeit bedeutet für mich Schönheit. Die Gebärdensprache ist einfach schön. Es ist schön, in Ruhe schöne Bilder machen zu können.

Torge: Das ist eine sehr schöne Antwort!

Ein junger Mann mit blonden Haaren lächelt in die Kamera.

Was möchtet ihr tun, damit es nicht mehr so viele Barrieren und Vorurteile gibt?

Torge: Ich will mir vornehmen, offen und ohne Angst auf Menschen mit Behinderung zuzugehen. Und die Videos helfen vor allem jungen Menschen, zu zeigen: „So muss das sein” – ganz einfach und mit viel Humor.

Leeroy: Ich werde weiter Videos zu dem Thema drehen. Dabei muss man nicht immer aussprechen, wo meine Probleme liegen, das sieht man einfach. Damit kann ich schon ganz viele Barrieren in den Köpfen auflösen.

Eyk: Ich wünsche mir, dass mehr Gebärdensprache und -dolmetscher öffentlich auftreten. Nicht nur, dass ich es verstehen kann, sondern damit die Leute diese wunderschöne Sprache sehen und drauf aufmerksam werden.


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