Raul und Rayk

"Endlich mal Zeit zu haben, in Ruhe miteinander zu sprechen, war super!" findet Rayk. Er traf sich - in etwas ungewohnter Kulisse - mit Raul.

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Raul und Rayk im Interview

Raul und Rayk unterhalten sich engagiert.
Foto: Suse Bauer

Wie würden Freunde oder Familie euch mit jeweils einem Wort beschreiben?

Raul: Meine Freunde würden bestimmt sagen, dass ich ganz schön albern bin. Wenn sie mich mit einem einzigen Wort beschreiben müssten, würden meine Freunde sicher „Raul“ sagen.

Rayk: Mit einem Wort? Achtung, Schenkelklopfer: „Anders“.

Wieso habt ihr beim #barrierefreiTag mitgemacht?

Raul: A, weil ich es kann und B, weil es geht und C, weil Freitag ist.

Rayk: Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema. Ich fände es schön, wenn sich nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen dafür stark machen und der Rest der Gesellschaft sie damit gewissermaßen „alleine lässt“ - sondern, dass wir alle gemeinsam daran arbeiten.

Rayk hebt seinen Arm und schaut in die Kamera
Foto: Suse Bauer

Wie war der gemeinsame Tag für euch?

Rayk: Auf jeden Fall unterhaltsam! Ich habe ein Video mit Raul Krauthausen gedreht, den ich vorher nur von YouTube kannte. Wir haben uns auf einer anderen Veranstaltung zwar schon einmal ganz kurz kennengelernt, aber das waren echt nur ein paar kurze Sätze. Endlich einmal die Zeit zu haben, in Ruhe miteinander zu sprechen, war super!

Raul: Ich fand den Tag auch gut. Das Coolste für mich heute war, dass das Studio von Rayk nicht barrierefrei war und wir dann in eine Galerie umziehen mussten, die ziemlich geile Kunstwerke hat.

Rayk, hattest du vor dem Treffen mit Raul Berührungsängste?

Rayk: Berührungsängste hab' ich mehr so in der Berliner U-Bahn während der Grippesaison. Was den #barrierefreiTag angeht, herrschte von meiner Seite viel mehr Vorfreude.

Raul guckt in die Kamera

Was bedeutet Behinderung für euch?

Raul: Mich zeichnen viele verschiedene Eigenschaften aus, meine Behinderung ist dabei für mich nur eine Eigenschaft unter ganz vielen.

Rayk: Im Gespräch mit Raul haben wir festgestellt, dass ich tatsächlich überhaupt keine Menschen mit Behinderungen in meinem Freundeskreis habe. Da ist mir bewusst geworden, wie Behinderungen nicht nur körperliche, sondern auch soziale Folgen mit sich bringen können. Zumindest bin ich persönlich weder an der Schule, noch bei der Arbeit mit solchen Menschen in Kontakt gekommen. Doch genau das sind Orte, an denen besonders viele soziale Netze geknüpft werden. Durch fehlende Inklusion in Bildung und Beruf werden Menschen durch ihre Beeinträchtigungen von diesem Miteinander tatsächlich isoliert.

Raul: 10 % der Menschen der Gesellschaft leben mit einer Behinderung, aber nicht jeder zehnte Mensch im Freundeskreis oder in der Universität ist behindert. Ich möchte die Menschen dazu animieren, sich zu fragen, warum das so ist und wie das sein kann.

Es ist #barrierefreiTag: Was bedeutet für euch barrierefrei?

Raul: Barrierefreiheit bedeutet für mich, dass ich überall dort sein kann, wo ich sein möchte und dass ich auf dem Weg dorthin und auch vor Ort keinen Barrieren ausgesetzt bin. Aber Barrierefreiheit bedeutet auch, dass öffentlich-rechtliches und private Medien (Fernsehen und Radio) allen zur Verfügung stehen oder aber auch, dass man Speisekarten in Blindenschrift anbietet. Alle Menschen einer Gesellschaft sollten gleichermaßen uneingeschränkten Zugang zu allem haben.

Rayk: Am wichtigsten ist an diesem Begriff wohl die letzte Silbe: Frei zu sein. Dass Menschen mit Beeinträchtigungen die Möglichkeit erhalten, ihren Alltag möglichst frei gestalten zu können, ohne ständig auf vermeidbare Hindernisse zu stoßen. Das ist eine große Aufgabe und wird nicht von heute auf morgen reibungslos funktionieren. Aber anfangen muss man irgendwo und eine Aktion wie der #barrierefreiTag kann einer von vielen Schritten sein, mit denen man auf dieses Ziel hinarbeitet.


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