Aufruf für eine inklusive Gesellschaft

Die Zukunft beginnt mit uns allen!

Bei der Abschlusskundgebung am Sonntag habt ihr eure Wünsche und Forderungen für eine inklusive Welt vorgetragen und auch gleich Herrn Dr. Joachim Stamp als Aufgabe mit nach Düsseldorf gegeben. In diesen Botschaften stecken viele Stunden an Diskussionen von vielen unterschiedlichen Menschen. Deshalb möchten wir euch dazu einladen, sie auch außerhalb vom kommenden Ministeriumsbesuch zu verbreiten. Es wäre viel zu schade, wenn alle die Mühe und Arbeit, die ihr in die Ausarbeitung gesteckt habt, unbekannt bleiben.

Sötje:

Eine junge Frau verkündet auf einer Bühne die gemeinsam verfassten Forderungen

Wir stehen heute hier stellvertretend für rund 100 andere Jugendliche. Zusammen haben wir ein Wochenende lang intensiv am Thema Inklusion gearbeitet. Wir sind Teilnehmer*innen des Jugendaktionscamps #MissionInklusion, das bei der Aktion Mensch stattgefunden hat. Wir sind ganz unterschiedliche junge Menschen. Manche von uns haben eine Behinderung. Andere nicht. Wir haben verschiedene Schulen besucht. Wir sehen alle ganz unterschiedlich aus.

Siham

Eine junge Frau verkündet auf einer Bühne die gemeinsam verfassten Forderungen

Jeder* und jede* von uns kann irgendetwas anderes besonders gut. Aber eins ist uns allen gemeinsam: Wir wollen uns einsetzen für eine inklusive Gesellschaft! Darum möchten wir Ihnen, Herr Stamp, heute auch unseren Aufruf für eine inklusive Gesellschaft übergeben. Heute ist ein guter Tag dafür. Denn der 5. Mai ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Überall in Deutschland setzen sich heute Menschen für eine vielfältige Gesellschaft ein.

Merle

Eine junge Frau verkündet auf einer Bühne die gemeinsam verfassten Forderungen

Wie sieht eine inklusive Welt aus? Es ist eine Welt, in der es normal ist, verschieden zu sein. Eine Welt, in der niemand wegen seiner Behinderung ausgegrenzt wird. Eine bunte Welt ohne Rassismus. Eine Welt, in welcher Geschlechter keine Rolle spielen und divers ok ist. Eine Welt, in der junge Menschen mitbestimmen und gehört werden. Eine Welt, in der jede*r so akzeptiert wird, wie sie*er ist. Wir denken, dass eine inklusive Welt gut ist für alle Menschen.

Salwa

Worum geht es uns konkret? Inklusion ist für uns ein Thema, das alle Bereiche des Lebens betrifft. Inklusion sollte immer und überall selbstverständlich sein. Leider ist sie das noch nicht. In diesen Bereichen vermissen wir Inklusion am meisten:

In der Bildung:
Wir möchten, dass alle Kinder und Jugendlichen gemeinsam unterrichtet werden. Wir möchten, dass niemand aussortiert wird. Wir möchten, dass die Schulen so gut ausgestattet werden, dass inklusive Bildung auch möglich ist. Wir möchten, dass Qualität unabhängig geprüft ist. Wir möchten, dass unsere Lehrer*innen über das Thema Inklusion Bescheid wissen. Wir möchten, dass Inklusion ein Thema im Unterricht ist. Wir möchten einen lebenspraktischen Unterricht. Wir möchten, dass nach unseren Stärken geschaut wird. Wir möchten, dass wir dort unsere Persönlichkeit entwickeln können. Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht!

Jana

Eine junge Frau im Rollstuhl verkündet auf einer Bühne die gemeinsam verfassten Forderungen

Bei der Arbeit:
Wir möchten, dass wir alle selbstverständlich ein Teil der allgemeinen Arbeitswelt sind. Wir möchten, dass wir die Jobs bekommen, die wir machen können und machen möchten, ohne behördliche Einschränkungen und selbstbestimmt. Wir möchten eine barrierefreie und vorurteilsfreie Arbeitswelt. Wir möchten einen fairen und echten Lohn und kein Taschengeld.

Cristina

Beim Thema Wohnen:
Wir brauchen mehr bezahlbare barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen.

In der Freizeit:
Wir möchten eine Welt ohne Vorurteile und Hindernisse, in der wir unsere Freizeit gemeinsam verbringen können.

Caro

Was die Politik tun sollte:
Eine Teilnehmerin unseres Camps hat gesagt: Man kann die Umsetzung der Inklusion mit der des Klimaschutzes vergleichen: Beides gelingt nicht, obwohl sich die Bundesrepublik Deutschland dazu verpflichtet hat. Das ist Betrug an unserer Zukunft! Wir wollen, egal ob behindert oder nicht, im eigenen Tempo lernen dürfen. Wir wollen individuell gefördert werden. Dazu müssen die Schulen besser ausgestattet werden.

Björn

Schüler*innen mit Behinderung haben ganz verschiedene Bedürfnisse, um gut gemeinsam mit allen lernen zu können. Wir brauchen Lehrer*innen und Mitschüler*innen mit Gebärdensprach-Kompetenz. Gebärdensprach-Kompetenz brauchen wir auch in allen anderen Lebensbereichen, z.B.. im Museum, bei der Bahn, in der Arbeitswelt, an allen öffentlichen Orten.

Sebastian

Ein junger Mann verkündet auf einer Bühne die gemeinsam verfassten Forderungen

Wir brauchen Hilfsmittel und Technik zum Ausgleich sämtlicher Behinderungen. Zum Beispiel IT-Ausstattung für blinde und sehbehinderte Menschen, Lichtsignalanlagen und Vibrations-Alarme für gehörlose Menschen, ebenerdige Zugänge und barrierefreie Toiletten für Menschen mit Mobilitätseinschränkung und Leichte Sprache für alle, die es brauchen. Wir brauchen ganz verschiedene Assistenzen und Unterstützung.

Die Politiker*innen sollte dafür sorgen, dass wir all das unkompliziert bekommen können. Nicht nur in der Schule, auch in der Arbeitswelt und in der Freizeit soll Inklusion selbstverständlich werden. Wir fordern die Politiker*innen auf, das möglich zu machen. Unser Aufruf soll kein Wunsch für ferne Zeiten sein.

Wir wollen eine inklusive Gesellschaft ab heute hier und morgen überall! Deshalb haben wir beim Jugendaktionscamp diese Raumsonde gebaut. Sie enthält unsere Wünsche, Ideen und Botschaften. Herr Stamp, bitten nehmen Sie unsere Botschaften mit nach Düsseldorf! Sorgen Sie dafür, dass wir damit gemeinsam abheben können in eine inklusive Zukunft für alle Menschen!

Ein rotes Icon eines Laptops

Für Anliegen und Rückfragen und alles was euch sonst noch bewegt, stehen wir gerne zur Verfügung –
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Mission Inklusion bei der Servicestelle Jugendbeteiligung e.V.
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