Schon viel erreicht

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1964-1973

Missstände öffentlich machen

Vor dem Hintergrund des Contergan-Skandals wird die Aktion Sorgenkind gegründet. Sie will über die Lebensbedingungen von Kindern mit Behinderung informieren und zu ihrer Verbesserung beitragen.

Das Jahrzehnt im Überblick:

1964

Die Gründung

Die Aktion Sorgenkind wird gegründet. Den Hintergrund bildet der Conterganskandal, der in den Vorjahren eine intensive Berichterstattung erfuhr und das Thema "Behinderung" in die Öffentlichkeit brachte.

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1964

Sendung "Vergissmeinnicht"

Am 9. Oktober startet im ZDF die Unterhaltungssendung "Vergißmeinnicht". Das monatlich ausgestrahlte "Ratespiel mit Lotteriecharakter" wird von Peter Frankenfeld moderiert. Die Lotterie wird mit dem neu eingeführten Postleitzahlensystem der Deutschen Bundespost verknüpft. Karl Holzamer, der Intendant des ZDF, und Redaktionsleiter Hans Mohl verbinden die Unterhaltungsshow mit der Hilfe für Menschen mit Behinderung. Direkt im Anschluss an "Vergißmeinnicht" wird auch erstmals die Sendung "Aktion Sorgenkind" ausgestrahlt. Sie klärt mit eindringlichen Bildern auf Millionen von Fernsehschirmen über die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung auf. Hans Mohl ruft zu Spendenveranstaltungen auf. Die Erträge sollen zusammen mit den Lotterieerlösen der Behindertenhilfe zugute kommen.

1964

Das erste Projekt

Das ZDF und die sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege rufen die "Aktion Sorgenkind" ins Leben, die die Vergabe der Mittel organisieren soll. Die Geschäftsführung obliegt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Zunächst förderte die Aktion Sorgenkind nahezu ausschließlich den Aufbau von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche sowie die ersten Werkstätten - d.h. Kauf, Bau, Umbau und Inventarisierung von Immobilien. Als erstes Projekt bewilligt das Kuratorium der Lebenshilfe 200.000 DM als "Zuschuss zum Neubau eines Kurheimes für geistig behinderte Kinder".

Wo wurde das erste Projekt bewilligt?

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1966

Erste Förderrichtlinien

Die Aktion Sorgenkind gibt sich die ersten Förderrichtlinien. Gefördert werden "Anstalten und Heime", "Tagesstätten", "Fahrzeuge", aber auch "abgrenzbare Maßnahmen unmittelbarer Hilfe", wie "Krankengymnastinnen" und "Sprecherzieher".

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1969

Unterstützung für Familien

Die Aktion Sorgenkind steigt in die sogenannte Starthilfeförderung ein, um die Unterstützung von Familien in ihrem Wohnumfeld zu ermöglichen. Ihre Förderung trägt dazu bei, Dienste vor Ort aufzubauen - insbesondere familienentlastende Dienste.

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1970

Neue Fernsehshow

Die neue Lotterie-Fernsehshow heißt "3 x 9". Moderator ist Wim Thoelke. Durch die Einzahlung eines Betrages zwischen 1,11 DM und 9,99 DM auf ein Konto der Aktion Sorgenkind kann man an der Lotterie teilnehmen. Per Glücksrad wird in der folgenden Sendung eine Zahl zwischen 111 und 999 ermittelt. Wer einen der Ziffernfolge entsprechenden Betrag eingezahlt hatte, hat gewonnen.

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1974-1983

Showklassiker

Die Aktion Sorgenkind schreibt Fernsehgeschichte: Sie steigert mit dem "Großen Preis", Moderator Wim Thoelke und den Loriot-Figuren Wum und Wendelin Größe und Bekanntheit.

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Das Jahrzehnt im Überblick:

1974

Showklassiker "Der große Preis"

Wim Thoelke moderiert zum ersten Mal die neue Sendung "Der große Preis". Mit Loriots Figuren Wum und Wendelin wird sie in den folgenden mehr als zwanzig Jahren zum Showklassiker. Die Aktion Sorgenkind feiert ihr zehnjähriges Bestehen und gelangt durch den Großen Preis zu einer großen Bekanntheit und Beliebtheit in den deutschen Wohnzimmern. Das Los der Aktion Sorgenkind, das die Teilnehmer Monat für Monat kaufen können, hat zum ersten Mal einen festen Preis.

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Was glauben Sie: Wie viel kostete damals ein Los der Aktion Sorgenkind?

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1975

Beratung als Förderfeld

Die Aktion Sorgenkind fördert auch ambulante Einrichtungen, um die wohnortnahe Versorgung zu verbessern. Gleichzeitig erkennt sie die Beratung von Angehörigen und Betroffenen als wichtiges Förderfeld zur Stärkung der Selbsthilfe.

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1978

Erfolgreiches Jahreslos

Mit der Einführung des Jahresloses für 36 DM wächst das Einspielergebnis der Lotterie von rund 74 Millionen DM 1977 auf über 117 Millionen 1978.

Von 1977 bis 1980 gelingt eine Steigerung von weit über 100 Prozent.

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1979

Neue Förderakzente

Gedanklich ist es nur ein kleiner Schritt von der Behindertenhilfe zu Vorsorge und Früherkennung. Seit 1979 kann die Aktion Sorgenkind auch "Hilfen zur Vorsorge und Früherkennung von Behinderungen" fördern. Daher startet die Aktion Sorgenkind unter dem Titel "Gesunde Kinder - unsere Verantwortung" die sogenannte "Vorsorge-Initiative", die jedes Jahr ein neues Thema in den Blickpunkt rückt: So wird 1980 vor Röteln in der Schwangerschaft gewarnt, 1982 für kindliche Hör- und Sehbehinderungen sensibilisiert, 1987 rufen die Fachleute zum "Impfen fürs Leben" auf und die Kampagne von 1988 lautet "Kinderseelen sind zerbrechlich".

Die Aktion Sorgenkind setzt neue Akzente ihrer Förderung: Im Nachgang zur Psychiatrie-Enquete und der dadurch hervorgerufenen breiten gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Situation von Menschen mit psychischer Behinderung ergänzt die Aktion Sorgenkind ihr Förderspektrum um Vorhaben für diesen Personenkreis. Einrichtungen für "seelisch behinderte Kinder und Jugendliche" werden fortan gefördert.

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1980

Steigerung der Umsätze

Vor allem aus dem Bereich der Wissenschaft kommen Forderungen, die humangenetische Beratung zu unterstützen. In kontroversen Diskussionen innerhalb der Aktion Sorgenkind und der Verbände wird die Befürchtung laut, mit einer Förderung das Lebensrecht behinderten Lebens in Frage zu stellen. Erst als beschlossen wird, den Schwerpunkt auf "Beratung" zu setzen, wird dem Drängen der Wissenschaft nachgegeben.

Mit dem Infomobil ruft die Aktion Sorgenkind ein Angebot ins Leben, das "Aufklärungs-, Informations- und Beratungsarbeit" für Menschen mit Behinderung leisten soll und andererseits "weite Bevölkerungskreise über die Situation der Behinderten" aufklären soll.

Das 1978 eingeführte Jahreslos führt weiterhin zu einer Steigerung der Umsätze – der vorläufige Höhepunkt wird 1986 erreicht.

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Was schätzen Sie: Wie hoch war der Umsatz im Jahr 1980?

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1981

Gründungphase der „Krüppelbewegung“

Das "Internationale Jahr der Behinderten" erlangt große Aufmerksamkeit in den Medien. Erstmals tritt eine neue emanzipatorische Behindertenbewegung in Erscheinung: Zum "Krüppeltribunal" in Dortmund reisen Menschen mit Behinderung aus ganz Deutschland an, um ihre Erfahrungen mit alltäglicher Diskriminierung öffentlich zu machen. Die "Krüppelbewegung", bei der das Misstrauen gegenüber nichtbehinderten Menschen zum programmatischen Grundsatz wurde, hatte seit Mitte der 1970er Jahre Vertretungen in vielen Städten.

Für die "Krüppelbewegung" ist die Aktion Sorgenkind schon wegen ihres Namens Ausdruck und Symbol der vor allem von Mitleid geprägten gesellschaftlichen Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung. Die Bezeichnung als unselbstständiges Kind, das Sorge bereitet und der bevormundenden Fürsorge bedarf, verträgt sich nicht länger mit dem Wunsch nach Anerkennung, Gleichberechtigung und Teilhabe.

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1982

Stolte neuer Vorsitzender

Der Fernsehrat wählt Dieter Stolte zum neuen Intendanten des ZDF. In dieser Eigenschaft übernimmt er auch das Amt des Vorsitzenden der Aktion Sorgenkind. Er bekleidet es bis 2002.

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1984-1993

Steigende Erlöse, neue Ziele

Aufgrund von anhaltender Kritik durch die emanzipatorische Behindertenbewegung sucht die Aktion Sorgenkind nach einer neuen Rolle zwischen Behindertenverbänden und Selbsthilfe.

Integration steht im Fokus.

Das Jahrzehnt im Überblick:

1984

"Sorgenkind" in der Kritik

Die Aktion Sorgenkind beschließt die Altersbegrenzung von 35 Jahren für die Förderung aufzuheben: Nun fördert sie auch Projekte für ältere Menschen mit Behinderung. Diese Erweiterung hatte im Wesentlichen zwei Hintergründe: Die wachsende Zahl älterer Menschen mit Behinderung machte sie nötig und die seit der Einführung des Jahresloses stark gestiegenen Lotterieerlöse machten sie möglich.

Um die Veränderung auch nach außen deutlich zu machen und als Reaktion auf die Kritik an der Bezeichnung "Sorgenkind" wird die Änderung des Namens in "Deutsche Behindertenhilfe - Aktion Sorgenkind e.V." beschlossen.

In einer Dokumentation über die bisherige Förderung zieht die Aktion Sorgenkind eine Zwischenbilanz: "Durch die Zuschüsse der Aktion Sorgenkind wurden die Träger von Maßnahmen und Einrichtungen in die Lage versetzt, in der Bundesrepublik Deutschland ein in quantitativer und qualitativer Hinsicht teilweise hochstehendes Angebot der Hilfen für behinderte Menschen aufzubauen."

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Was glauben Sie: Wo lag die Altersgrenze für die Förderung bis dahin?

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1987

Langsamer Umsatzrückgang

Das Dauerlos, das im Oktober eingeführt wird, bringt nicht die Steigerungen der Lotterieerlöse, die sich die Aktion Sorgenkind erhofft hatte. Zwar steigt der Anteil der Dauerlose an den verkauften Losen von rund 6 Prozent 1988 auf über 34 Prozent 1993.

Mit dem Dauerlos kann der seit 1986 einsetzende langsame Umsatzrückgang jedoch nicht aufgehalten werden.

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1989

25 Jahre Aktion Sorgenkind

Die Aktion Sorgenkind feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Zugleich muss sie sich durch die Umwälzung der politischen Verhältnisse in der noch existierenden DDR neuen Herausforderungen stellen. Intensiv prüft die Aktion Sorgenkind Möglichkeiten der Förderung in der DDR. Einerseits zwingen die Verhältnisse in der Behindertenhilfe der DDR hier eine Förderung zu betreiben, wie sie im Westen bereits überwunden ist. Andererseits trägt die Aktion Sorgenkind dazu bei, Eigeninitiative zu fördern, wie es ihren Grundsätzen entspricht. In Ostdeutschland ist keine Spendentradition vorhanden und es gibt keine freigemeinnützigen Organisationen. Die Aktion Sorgenkind unterstützt die Entwicklung in diese Richtung durch schnelle unbürokratische Hilfen.

Die Aktion Sorgenkind beschließt, die Förderung der humangenetischen Beratung auslaufen zu lassen. Wesentlich zu dem Entschluss trägt aber auch der Umstand bei, dass der Schwerpunkt der Förderung nicht wie gefordert auf der Beratung lag, sondern auf der pränatalen Diagnostik. Ohne eine qualifizierte "Beratung zum Leben" befürchtet man, dass sich werdende Eltern zunehmend gegen möglicherweise behinderte Kinder entscheiden. 13 Jahre später greift die Aktion Mensch in der 1000Fragen-Kampagne die sich zu der Zeit entwickelnde Bioethik-Debatte wieder auf, in der auch Fragen zu pränataler Diagnostik diskutiert werden.

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1992

Abschied von Thoelke

Wim Thoelke, der 22 Jahre lang den "Großen Preis" moderiert hatte, gibt die Moderation der beliebten Sendung ab, die die Aktion Sorgenkind regelmäßig in die deutschen Wohnzimmer brachte.

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1993

Wirtschaftliche Krise

Der "Große Preis" wird zum letzten Mal ausgestrahlt. Die Nachfolgesendung "Goldmillion" mit Jürgen Lippert kann nicht an die vorangegangenen Erfolge anknüpfen. Die Lotterie der Aktion Sorgenkind gerät durch die sinkenden Zuschauerzahlen und damit einhergehende rückläufige Losverkäufe in eine wirtschaftliche Krise. Mit den Veränderungen beim Großen Preis, die auch den Sendeplatz betreffen, geht auch die Verbindung von Unterhaltung und Information verloren. Von Beginn an wurde im Anschluss an die Showsendung eine Informationssendung ausgestrahlt. Sendungen wie "Aktion Sorgenkind", "Die große Hilfe", "Bilanz der guten Taten" oder "Aktion 240" berichteten über die Arbeit und die Förderung der Aktion Sorgenkind, die Situation von Menschen mit Behinderung und auch über Spendenveranstaltungen.

Der Initiator der Aktion Sorgenkind, Hans Mohl, geht als Redaktionsleiter beim ZDF in den Ruhestand und legt sein Amt als Kuratoriumsvorsitzender der Aktion Sorgenkind nieder, das er seit deren Gründung innehatte. Die Gründungspersönlichkeit, die den Verein maßgeblich geprägt hat, tritt ab.

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1994-2003

Paradigmenwechsel

Vom Mitleid zum Respekt: Am 1. März 2000 ändert die Aktion Sorgenkind ihren Namen. Sie heißt von nun an Aktion Mensch. Der Verein macht so deutlich, dass der Umgang mit Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe stattfindet.

Das Jahrzehnt im Überblick:

1994

Neue Förderprogramme

Im November tritt eine Grundgesetzänderung in Kraft. Behinderte Menschen und ihre Verbände und Organisationen haben durchgesetzt, dass der Grundrechtekatalog um den Satz "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" (Art. 3, Abs. 3, Satz 2) erweitert wird.

Die Vorsorge-Initiative wird eingestellt. Zwar wird die Notwendigkeit von Vorsorge- und Präventionsmaßnahmen weiterhin gesehen, doch möchte die Aktion Sorgenkind dem vorwiegend medizinischen Blick auf Behinderung nicht weiter Vorschub leisten. Stattdessen will man der Öffentlichkeit deutlicher als bisher die Interessen von Menschen mit Behinderung vermitteln und nicht die Vermeidung von Behinderung in den Vordergrund stellen.

Die Aktion Sorgenkind unterstützt durch neue Förderprogramme massiv den Aufbau der Behindertenhilfe in den neuen Bundesländern. Sie bietet besondere Förderkonditionen an, um einen beschleunigten Aufbau in Ostdeutschland zu bewirken. Sie beteiligt sich damit an der Lösung einer großen sozialen und volkswirtschaftlichen Aufgabe.

Die Aktion Sorgenkind nimmt die Förderung von Vorhaben zu Gunsten von Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten in den Förderkatalog auf. Sie trägt dem umfassenden Engagement ihrer Mitglieder für diesen Personenkreis Rechnung. Weiterhin erkennt die Aktion Sorgenkind die Förderung von Bildung als Aufgabe, um die Teilhabechancen von Menschen mit Behinderung zu verbessern. Damit wird der Zugang zur Bildung auch Menschen mit geistiger Behinderung ermöglicht.

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1995

Paradigmenwechsel

Die Krise wird zur Chance für einen Paradigmenwechsel bei der Aktion Sorgenkind. Durch eine neue Kampagne stellt sie klar, wofür sie steht: "Ich will kein Mitleid, ich will Respekt." Sie steht für eine veränderte Sichtweise von Menschen mit Behinderung. Sie treten als selbstbewusste Akteure auf, die einen Umgang auf Augenhöhe fordern und deren Fähigkeiten im Vordergrund stehen. Äußeres Zeichen für die Veränderung ist ein neues Logo, das den roten Schriftzug "Aktion" in den Vordergrund stellt und den umstrittenen Begriff "Sorgenkind" deutlich zurücknimmt.

Die Aktion Sorgenkind beendet nach dem erfolgreichen und flächendeckenden Aufbau von Werkstätten in ganz Deutschland die Werkstättenförderung. Der Ausstieg aus der Werkstattförderung ist in Wirklichkeit eine Erfolgsbilanz: Die Werkstätten sind in der Lage, ihren gesamten Aufwand mit Entgelten und Erlösen aus der Werkstattproduktion selbst zu erzielen.

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1996

Aufklärung als Satzungszweck

Die Aktion Sorgenkind baut erstmals ein professionelles Marketing in der Geschäftsstelle auf. Ein eigenes Marketing-Referat kümmert sich um die Lotterie-Werbung und die Entwicklung neuer Produkte. Das neue Superlos der Aktion Sorgenkind-Lotterie mit attraktiven Gewinnchancen, zum Beispiel dem Traumhaus als Hauptgewinn, wird im März eingeführt und sorgt für einen sprunghaften Anstieg der Umsätze.

Die Aufklärung gewinnt an Bedeutung – sie wird als Satzungszweck festgeschrieben.

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1997

Plattform und Vernetzerin

Die Aktion Sorgenkind ist zum ersten Mal Plattform und Vernetzerin und nimmt damit eine neue Rolle ein. Mit der bundesweiten Aufklärungskampagne "Aktion Grundgesetz" engagiert sie sich gemeinsam mit mehr als 100 Verbänden und Initiativen für die Rechte von Menschen mit Behinderung.

Die Kampagne wird durch den Schirmherrn der Aktion Sorgenkind, Bundespräsident Roman Herzog, in Berlin offiziell eröffnet.

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2000

Aus Aktion Sorgenkind wird Aktion Mensch

Äußeres Zeichen des Paradigmenwechsels: Die Mitgliederversammlung beschließt einen neuen Namen: Die Aktion Sorgenkind heißt ab dem 1. März 2000 Aktion Mensch. Wegen der großen Bekanntheit und des hohen Markenwertes des Namens “Aktion Sorgenkind“ hatten die Verantwortlichen lange gezögert, der schon seit den 1980er-Jahren geäußerten Kritik an der Bezeichnung „Sorgenkind“ nachzukommen.

Die Aktion Mensch kann auf der Basis steigender Erlöse ihr Förderspektrum erweitern: Sie unterstützt erstmals in einer Testphase Projekte im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sowie Projekte, die Basisstrukturen in Ost- und Südosteuropa aufbauen. Mehr Selbstbestimmung ermöglichen will sie mit einem Programm zur Förderung der Integration in den "ersten Arbeitsmarkt".

Um auch junge Menschen für die Aktion Mensch zu begeistern, startet sie die Jugendcommunity respect.

Der seit 1964 erwirtschaftete Zweckertrag für Projekte der Behindertenhilfe und -selbsthilfe übersteigt drei Milliarden DM.

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2000

Ausstellung in Dresden

In Dresden eröffnet die Aktion Mensch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hygiene-Museum zwei Ausstellungen: In der Fotoschau "Bilder, die noch fehlten" und der kulturwissenschaftlichen Ausstellung "Der (im-)perfekte Mensch" (2001) werden Fragen zum Bild von Behinderung gestellt.

2001

Barrierefreies Internet

Mit dem Start der Initiative "Einfach für alle" will die Aktion Mensch die barrierefreie Zugänglichkeit des Internets fördern. Dadurch erhalten Menschen mit Behinderung erweiterte Kommunikationsmöglichkeiten.

Die Aktion Mensch-Lotterie bietet ihre Lose erstmals im Internet in einem eigenen Lotterieshop an. Im Dezember erreicht die Aktion Mensch-Lotterie einen Rekordumsatz von 53 Millionen DM im Monat.

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Was glauben Sie: Wie viele Lose wurden in den ersten fünf Tagen nach Eröffnung des Lotterieshops im Internet bestellt?

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2002

1000-Fragen-Projekt

Im Oktober startet das 1000-Fragen-Projekt zur Bioethik: In diesem Projekt ruft die Aktion Mensch die Bevölkerung auf, sich an der seit einiger Zeit aufkommenden Diskussion über die Fortschritte in Medizin und Biotechnologie zu beteiligen und sie nicht allein Wissenschaftlern und Politikern zu überlassen.

Markus Schächter wird neuer Intendant des ZDF und Vorsitzender der Aktion Mensch. Mit einem neuen Förderprogramm im Bereich Wohnen werden erste Weichen in Richtung Inklusion gestellt. Die Aktion Mensch will die Umwandlung von Groß- und Komplexeinrichtungen fördern, damit Menschen mit Behinderung in kleineren Wohneinheiten mit höchstens 24 Plätzen mitten in der Gemeinde leben können.

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2003

Das WIR gewinnt

Mit dem neuen Xtra-Superlos kann die Aktion Mensch-Lotterie ihren monatlichen Umsatz um weitere 25 Prozent steigern. Thomas Gottschalk wird Botschafter der Aktion Mensch. Der Claim "Das WIR gewinnt" bringt das Ziel der Förderorganisation und Soziallotterie auf den Punkt. Die Lotteriemitspieler können nicht nur selbst gewinnen, ihre Teilnahme ermöglicht gleichzeitig die Unterstützung sozialer Projekte.

Die Sendung "Mach mit", im ZDF ausgestrahlt seit 1994, und die Zeitschrift der Aktion Mensch werden umbenannt in "MENSCHEN. das magazin".

Die Förderung der Kinder- und Jugendhilfe, der Basisstrukturen in Ost- und Südosteuropa sowie der Integration in den ersten Arbeitsmarkt werden neben der Förderung der Behindertenhilfe und -selbsthilfe zu dauerhaften Förderschwerpunkten.

Gemeinsam mit der Stiftung Digitale Chancen verleiht die Aktion Mensch im Museum für Kommunikation in Berlin zum ersten Mal eine Auszeichnung für vorbildliche barrierefreie Internet-Präsenzen.

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Wie heißt diese Auszeichnung?

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2004-2014

Strategische Neuausrichtung

Inklusion - das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung - wird Schwerpunkt für Förderung und Aufklärung.

Das Jahrzehnt im Überblick:

2004

Größte deutsche Soziallotterie

Die Aktion Mensch-Lotterie hat sich mit einem Jahresumsatz von annähernd 400 Millionen Euro zur größten deutschen Soziallotterie entwickelt: Mehr als sieben Millionen Menschen, das sind 20 Prozent der Haushalte in Deutschland, nehmen aktiv an der Lotterie teil. Der Reinerlös seit Gründung der Aktion Mensch für Förderprojekte übersteigt die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze.

Mit der Förderaktion 5000xZukunft stellt die Aktion Mensch für 5.000 neue Projekte für Kinder und Jugendliche jeweils bis zu 5.000 Euro zur Verfügung. Erstmals fördert die Aktion Mensch in großem Umfang kleine lokale Initiativen und stärkt damit auch das Freiwilligenengagement.

Die Aktion Mensch steigt in eine umfassende Förderung von Projekten ein und verlagert damit ihren Förderschwerpunkt weg von Bau- und Investitionsmaßnahmen, um noch wirksamer Innovationen und kreative Ansätze und Konzepte anzuschieben.

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2005

Kinder im Fokus

Kinder als neue Zielgruppe der Aufklärung: Aktion Mensch und das Entdeckermagazin pur+ des ZDFtivi rufen X&Co., das Entdecker-Netzwerk für Kinder zwischen acht und dreizehn Jahren, ins Leben, um sie schon früh für das Thema Behinderung zu sensibilisieren.

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2006

dieGesellschafter.de und Filmfestival

Die Aktion Mensch startet die Aufklärungsinitiative dieGesellschafter.de. Mit der Frage "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" wird die Bevölkerung aufgefordert, sich als "aktive Gesellschafter" zu begreifen und in die Diskussionen um die Zukunft der Gesellschaft einzuschalten. Dieser sehr breite Ansatz wird später zugunsten einer Fokussierung auf die Kernthemen der Aktion Mensch wieder aufgegeben. Das erste bundesweite Filmfestival "ueber arbeiten" wird in 80 Städten veranstaltet. Es folgen weitere vier, zuletzt 2013 "Überall dabei".

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2007

Erfolgreiches 5 Sterne-Los

Mit dem 5 Sterne-Los startet ein neues Losprodukt. Es ist das erste Los in Europa, bei dem Einsatz und Gewinn modular frei wählbar sind. Beim 5 Sterne-Los steht jeder Stern für einen besonderen Gewinn.

Die Einführung des neuen Loses führt dazu, dass 2007 zum umsatzstärksten Jahr in der Geschichte der Aktion Mensch-Lotterie wird. Es ist bis heute das erfolgreichste Los der Aktion Mensch.

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2008

Glücksspielstaatsvertrag

Der Glücksspielstaatsvertrag tritt in Kraft. Die Folge sind strengere Auflagen zum Jugendschutz, massive Werberestriktionen sowie das Verbot der Internetwerbung.

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2009

Neue Organisationsstruktur

Nach mehr als 20 Jahren gibt es einen Wechsel an der Spitze der Aktion Mensch – damit einher geht eine Organisationsstrukturreform. Gemäß den Vorgaben eines modernen Unternehmens wird die Trennung von operativer Leitung (Vorstand) und Kontrollinstanz (Aufsichtsrat) institutionalisiert und in der Satzung festgeschrieben. Der bisherige Geschäftsführer Dieter Gutschick wird von einem hauptamtlichen Vorstand, zunächst bestehend aus Armin v. Buttlar und Martin Georgi, abgelöst. Seit April 2013 ist Armin v. Buttlar Alleinvorstand. Im Zuge der transparenten Unternehmensführung wird der erste Jahresbericht der Aktion Mensch veröffentlicht.

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2010

"Voll im Leben"

Die Aktion Mensch hat seit ihrem Bestehen rund drei Milliarden Euro an mehr als 100.000 Förder- und Aufklärungsprojekte weitergegeben.

Mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen wirbt die Aktion Mensch für Inklusion, zunächst mit der bundesweiten Aufklärungskampagne "Voll im Leben". Sie zeigt anhand von Alltagssituationen, wie das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung aussehen kann.

Die Förderung von Wohneinrichtungen wird modernisiert. Zukünftig werden vor allem Einrichtungen für bis zu zwölf Personen bezuschusst. Mit mehr als 181 Millionen Euro vergibt die Aktion Mensch in diesem Jahr die größte Fördersumme in ihrer Geschichte.

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Wie viele Projekte der Behindertenhilfe und -selbsthilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe hat die Aktion Mensch im Jahr 2010 unterstützt?

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2011

Schwerpunkt Inklusion

Das Jahr 2011 steht für die Aktion Mensch ganz im Zeichen des Themas Inklusion. Um Inklusion voranzutreiben, initiiert die Aktion Mensch zwei neue Förderbausteine - das Förderprogramm Inklusion und die Förderaktion "Miteinander gestalten". Das Förderprogramm Inklusion unterstützt Vernetzungsprojekte auch mit Organisationen, die bislang nicht in der Behindertenhilfe und -selbsthilfe engagiert sind. Die Förderaktion unterstützt kleinere inklusive Projekte.

Gleichzeitig startet die erste Phase einer Inklusionskampagne, die Menschen für die gesellschaftliche Bedeutung von Inklusion sensibilisieren will und sich für eine Gesellschaft der Vielfalt ausspricht.

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2012

Aktion Mensch in 15 Städten

Die Aktion Mensch bekommt einen neuen Botschafter: Jörg Pilawa folgt zum Jahreswechsel 2012 auf Thomas Gottschalk. Thomas Bellut wird Intendant des ZDF und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Aktion Mensch.

Sechs Wochen lang geht die Aktion Mensch auf Städtetour, um in 15 Orte das Thema Inklusion zu tragen. Fast zeitgleich beginnt auch das Filmfestival "überall dabei". In der fünften Auflage werden im Jahr 2012 und im Folgejahr 40 Städte besucht, die sechs spannende Filme rund um die Idee der gesellschaftlichen Teilhabe zeigen.

Mitte 2012 tritt der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Er sieht Erleichterungen für gering suchtgefährdende Glücksspiele vor. Die Verwaltung setzt diese allerdings nicht um, verschärft entgegen der gesetzlichen Vorgabe die Regulierung sogar gegenüber dem bisherigen Status. Das bedeutet: hohe Hürden für Losbestellung im Internet, keine Erlaubnis für neue Vertriebswege, Verbot von Geschenklosen. Strenge Werberichtlinien konterkarieren außerdem die Vorteile für Soziallotterien im Glücksspielstaatsvertrag: zum Beispiel durch Wegfall des Privilegs bei TV-Werbung.

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2013

Wahllokale im Test

Ab Januar 2013 können Lotterieteilnehmer erstmals zwei Millionen Euro als Höchstgewinn erspielen. Die Lotterie veranstaltet im Laufe des Jahres zum ersten Mal drei Sonderverlosungen. Mit den Sonderverlosungen werden nicht verausgabte Gewinne ausgespielt.

Mit ihren jährlichen Aktivitäten zum "Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" am 5. Mai und der Wahllokal-Tester-Tour anlässlich der Bundestagswahlen im September engagiert sich die Aktion Mensch für das Thema Selbstbestimmt Leben.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Thema Arbeit. Die Aktion Mensch gibt zwei Studien in Auftrag, die eine verlässliche Datenbasis über den Grad der Inklusion in der Arbeitswelt schaffen. Damit möchte die Aktion Mensch Arbeitgeber auf die Chancen aufmerksam machen, die eine Beschäftigung von Menschen mit Behinderung bietet.

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2014

50 Jahre Aktion Mensch

Die Aktion Mensch wird 50. Unter dem Motto „Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor.“ startet sie zahlreiche Jubiläumsaktivitäten, darunter die neue Förderaktion „Noch viel mehr vor“, die lokale Initiativen und Vereine fördert, die sich für Inklusion engagieren. Noch mehr Inklusion will die Aktion Mensch mit ihrer neuen Wohnförderung zur Schaffung kleiner Wohnangebote für max. acht Personen erreichen: Neben einer hohen Investitionsförderung fördert sie zusätzlich Projekte, die den Bewohnern die Erschließung ihrer neuen Umgebung ermöglichen, um sie zu gleichberechtigten Bürgern ihrer neuen Gemeinde zu machen.

Rudi Cerne wird neuer Aktion Mensch-Botschafter.

Mittlerweile hat die Aktion Mensch seit Gründung rund 3,5 Milliarden Euro an Fördergeldern an soziale Projekte weitergegeben.

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