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Beschäftigt Ihr Arbeitgeber Menschen mit und ohne Behinderung?
Ist Ihr Arbeitsplatz auch für Rollstuhlfahrer zugänglich?
Ist die Webseite Ihres Unternehmens barrierefrei?
Wo begegnen sich im Alltag Menschen
mit und ohne Behinderung?
Findet in der Schule Ihres Kindes gemeinsamer Unterricht statt?
Sind die Kinos in Ihrer Stadt für alle zugänglich?

Ein großer Schritt nach vorn - Mit der UN-Behindertenrechtskonvention für gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft

Was ist eine Konvention?

Eine Konvention ist ein Übereinkommen, das von Menschen oder Staaten einvernehmlich eingehalten wird. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung wurde Ende 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet.

Warum gibt es die UN-Konvention?

Sie setzt sich dafür ein, dass die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung aufhört und diese als vollwertige Bürger der Gesellschaft anerkannt werden.

Was fordert die UN-Konvention?

Die UN-Konvention fordert Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Inklusion ist ein Menschenrecht.

Wer unterstützt die UN-Konvention?

Deutschland und derzeit 152 weitere Länder bekennen sich zur UN-Konvention und haben sich mit ihrer Unterzeichnung dazu verpflichtet, sie umzusetzen.

Was muss sich ändern? Die Kernpunkte der UN-Konvention

Was muss sich ändern? Die Kernpunkte der UN-Konvention

Barrieren abschaffen

In Städten, Gebäuden und bei Transportmitteln
Im Internet und in der Sprache

Durch behindertengerechte Räume, barrierefreie Internetseiten und die Etablierung von Gebärdensprache, Blindenschrift und Leichter Sprache.

Selbstbestimmtes Leben ermöglichen

Keine Eingriffe in persönliche Rechte und Menschenrechte
Keine Entmündigungen oder Ausgrenzung von der Gemeinschaft

Durch freie Wahl von Wohnart und -ort, Unterstützungsangebote und Assistenzen für ein selbstbestimmtes Leben.

Gleiche Rechte für alle

Recht auf Bildung und Erziehung

In einer Schule für Kinder mit und ohne Behinderung.

Recht auf Arbeit

Menschen mit Behinderung verdienen ihren Lebensunterhalt selbst, in einem offenen, zugänglichen und inklusiven ersten Arbeitsmarkt.

Menschen mit Behinderung - Eine große MinderheitInformation

Was ist Behinderung

Behinderung ist kein fester Zustand, sondern ein ständiger Prozess. Er wirkt sich nachteilig aus, wenn Menschen mit Beeinträchtigungen auf einstellungs- und umweltbedingte Barrieren stoßen, die sie an der vollen und gleichberechtigten Teilnahme am gesellschaftlichen Leben hindern (Definition der UN).

Weltweit

leben 650 Millionen Menschen mit Behinderung. Das sind etwa 10% der Weltbevölkerung. Damit stellen sie die größte Minderheit auf der Erde dar.

existieren in lediglich 45 von 194 Ländern Behinderten- und Antidiskriminierungs-Gesetze. Somit sichern gerade einmal 23 % der Staaten weltweit Menschen mit Behinderung gesetzliche Unterstützung zu.

leben 80% der Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern. 90% der Kinder mit Behinderung in Entwicklungsländern erhalten keine Schulbildung.

sind 20% der in Armut lebenden Menschen von einer Behinderung betroffen.

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In Deutschland

leben 10 Millionen Menschen mit Behinderung. Das sind etwa 12,2 % der Gesamtbevölkerung.

wird der Grad der Behinderung nach Zehnergraden von 20-100 abgestuft definiert. Als schwerbehindert gelten Menschen, denen ein Grad der Behinderung von 50 oder mehr zuerkannt worden ist.

haben knapp 5% der Menschen mit Behinderung eine angeborene Behinderung. Rund 95% der Behinderungen werden erst im Laufe des Lebens erworben.

wird die Art der Behinderung anhand von 55 Kategorien erfasst. Die Kategorien richten sich nach der Erscheinungsform der Behinderung und die durch sie bestimmte Funktionseinschränkung.

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Die aktuelle Situation

In Deutschland gibt es zwar Regelungen, Gesetze und Projekte zu Inklusion von Menschen mit Behinderung. Es muss sich aber noch vieles ändern, damit eine gleichberechtigte Gesellschaft Wirklichkeit wird.

Das deutsche Grundgesetz enthält ein Verbot der Benachteiligung von Menschen mit Behinderung. Allerdings enthält es weder das Recht auf schulische und berufliche Bildung noch ein Recht auf Arbeit.

Im deutschen Sozialgesetzbuch ist die Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung verankert. Trotzdem können nur wenige Kinder mit Lernschwierigkeiten hierzulande eine Regelschule besuchen. Damit nimmt Deutschland leider europaweit einen der letzten Plätze ein.

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Die Herausforderung - Wie setzt man die Konvention in der Praxis um?

„Nichts über uns ohne uns!“

Das Übereinkommen wurde gemeinsam mit Menschen mit Behinderung konzipiert. Nun soll es auch genauso umgesetzt werden: Alle können sich daran beteiligen.

Die Bundesregierung

hat im Sommer 2011 einen 10-Jahres-Plan mit rund 200 Vorhaben, Projekten und Aktionen vorgestellt. Sie ist gefordert, diese Ansätze weiter zu konkretisieren und voranzubringen. Aber: Die Bundesregierung allein kann das Übereinkommen natürlich nicht umsetzen.

Gemeinsam

Nur, wenn alle mitmachen, kann sich etwas ändern und die Benachteiligung aufhören. Die Aktion Mensch unterstützt deshalb Projekte und Initiativen, die Inklusion in der Praxis umsetzen, mit bis zu 250.000 Euro.

Förderaktion "Miteinander gestalten" Förderprogramm Inklusion

Förderaktion Miteinander gestalten

Die Förderaktion "Miteinander gestalten" der Aktion Mensch unterstützt kleinere Projekte von Initiativen oder Organisationen mit den Schwerpunkten Inklusion sowie Kinder- und Jugendhilfe. Projekte, die die Idee von Inklusion verwirklichen und gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung umgesetzt werden, erhalten eine Fördersumme von bis zu 4.000 €.

Förderprogramm Inklusion

Mit dem "Förderprogramm Inklusion" will die Aktion Mensch das Gelingen von vernetzten Initiativen vorantreiben und die Zusammenarbeit zwischen Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe mit anderen Initiativen und Unternehmen unterstützen. Nach einer Planungsphase, die von der Aktion Mensch auch begleitet und gefördert wird, beträgt die Fördersumme für gemeinsam entwickelte Projekte im Anschluss bis zu 250.000 € bei einer Laufzeit von maximal drei Jahren.

Jetzt umdenken und aktiv werden!

"Die Menschen können sehr verschieden sein, aber ihre Träume sind es nicht."

Jens Peter Jacobsen, dänischer Schriftsteller

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Quelle: http://www.aktion-mensch.de/inklusion/un-konvention-leicht-erklaert.php