Zahlen und Fakten

Wo spielt Barrierefreiheit eine Rolle?

Wer Inklusion möchte, muss Barrierefreiheit bei allen Handlungen mit bedenken.
Das gilt zum Beispiel für folgende Lebensbereiche:

Gebäude, Plätze und Verkehr

Während für Rollstuhlfahrer ebene Flächen, Schalter und Griffe in der richtigen Höhe wichtig sind, benötigen Blinde und Sehbehinderte Tastkanten und Bodenindikatoren oder auch Lautsprecher-Ansagen um sich zurecht zu finden. Für Menschen mit geistiger Behinderung sind eine übersichtliche Gestaltung von Innen- und Außenräumen sowie Piktogramme und Schilder in leichter Sprache bei der Orientierung hilfreich. Gehörlose sind bei Veranstaltungen in öffentlichen Räumen – wie im Theater, bei Museumsführungen oder Vorträgen – auf Gebärdensprachdolmetscher angewiesen.

Gebrauchsgegenstände

"Barrierefreie Produkte" sind auf die Bedürfnisse bestimmter Gruppen zugeschnitten, wie Besteck oder Stifte mit verstärkten Griffen für Menschen mit motorischen Einschränkungen oder Kippspiegel für Rollstuhlfahrer. Außerdem bemühen sich einige Designer um Produkte, die sich an den Bedürfnissen möglichst vieler Menschen ausrichten – ein so genanntes "universelles Design". So ermöglicht beispielsweise ein Hörbuch den meisten Menschen mit und ohne Behinderung ein Buch zu 2lesen", sei es zur Unterhaltung, zum Lernen oder als Informationsquelle.

Informationen zum Thema "Universelles Design" vom Forschungsinstitut Technologie und Behinderung
Informationen auf www.universelles-design.com

Computer und Kommunikation

Das Internet mit seinen sozialen Netzwerken und der Möglichkeit zum Kommunizieren per E-Mail ermöglicht vielen Menschen mit Behinderung mehr Kommunikation mit ihrer Umwelt. Barrierefreiheit verlangt aber auch, dass die Software sich leicht erschließen lässt und dass Websites gut strukturiert sind. Für Gehörlose und Menschen mit geistiger Behinderung müssen die Informationen zudem verständlich aufbereitet werden. Print-Medien werden für Menschen mit Behinderung leichter zugänglich, wenn sie als Audio-Datei, in Brailleschrift und/oder in leichter Sprache vorliegen.

Wer regelt, was barrierefrei ist?

Die meisten Vorgaben zur Barrierefreiheit gibt es für das Bauen.

  • In § 8 BGG verpflichtet die Bundesregierung sich selbst zur Barrierefreiheit in Bau und Verkehr. Rechtsgrundlage für die Bundesländer sind Landesbauordnungen und technische Baubestimmungen. Außerdem gelten DIN-Normen, wobei Bayern und Nordrhein-Westfalen diese nicht in ihre Bauordnungen aufgenommen haben. Sie arbeiten ersatzweise mit Anweisungen für die Bauherren. Einen guten Überblick über die Rechtslage liefert: http://nullbarriere.de/normen-liste.htm
  • Wesentlich ist die DIN 18040-1: Sie regelt die Planungsgrundlagen für Barrierefreies Bauen. Mit der Neufassung der Norm im Jahr 2010 wurde auch festgeschrieben, wie visuelle, akustische oder taktile – also durch berühren zu erschließende – Bauelemente gestaltet werden sollen.
  • Als Richtlinie für Wohnungen gilt die DIN 18040-2.
  • Die DIN 18040-3 soll künftig die Barrierefreiheit auf Straßen, Plätzen, Wegen, öffentlichen Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätzen sicherstellen. Auch Details wie Kontrast-Grenzwerte (wichtig für Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum) und die Elektroakustik (wichtig für die Hörsamkeit in Räumen) werden per Norm geregelt.
  • Mit efA - Einfach für alle – einer Initiative der Aktion Mensch für barrierefreies Internet, wurde ein zentrales Projekt ins Leben gerufen, um Barrierefreiheit in der Informationstechnik umzusetzen. Die im Jahr 2010 von der Aktion Mensch herausgegebene "Studie Web 2.0 zu barrierefreiem Internet" belegt, dass Menschen mit Behinderung das Internet häufiger nutzen als andere. Web 2.0 fördert demnach gesellschaftliche Teilhabe. Die Studie erfasst, wo und wie Internetnutzer Barrieren erfahren. Ein Ergebnis ist beispielsweise, dass es im Netz häufig an der Verwendung leichter Sprache mangelt.
  • Für barrierefreie Informationstechnik will auch die Bundesregierung mit 11 § BGG sorgen: Die Verwaltung in Bund und Ländern wird dazu verpflichtet, auf private/kommerzielle Anbieter von Internetseiten und Programmen will die Bundesregierung "einwirken", diese barrierefrei zu gestalten. Zudem gibt es die verbindliche "Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik" (BITV), die den Zugang zur Informationstechnik für Menschen mit Behinderung ermöglichen soll.

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