Transkript
Warum gibt es die Aktion Mensch?
Ein Grundsatz von der Aktion Mensch ist: »Es lebe der Unterschied!«
Auf dieser Welt zu leben und sie zu erleben bedeutet für jeden Mensch eine andere, persönliche und individuelle Erfahrung. Es gibt so viele Unterschiede auf der Welt. Diese Erfahrungen sind nicht gleich, das ist eben so. Ohne diese Unterschiede wäre die Welt langweilig und leblos. Mit Unterschieden wird die Welt bunt und lebendig. Jeder Mensch mit seinen persönlichen Erfahrungen ist anders. Auch behinderte Menschen sind nicht gleich. Darum weiß die Aktion Mensch, wie wichtig diese Unterschiede sind.
Damals, bis in die 60er Jahre, war das Thema Behinderte tabu. Niemand sprach offen darüber. Niemand sah behinderte Menschen, denn sie wurden oft versteckt. Man bestimmte immer über behinderte Menschen. In der Nazi-Zeit wurden viele behinderte Menschen getötet. Heute sollen Behinderte an der Gesellschaft teilhaben. Sie sind keine Fürsorge-Fälle. Beim Thema Behinderung soll der Mensch im Mittelpunkt stehen. Behinderte Menschen sollen ernst genommen werden.
Warum wurde die Aktion Mensch gegründet?
Einer der Gründe war der so genannte »Contergan-Schock«. Viele Tausende Kinder wurden schwer behindert geboren. Das Schlafmittel Contergan wurde 1957 zugelassen. Viele Mütter haben während ihrer Schwangerschaft dieses Mittel eingenommen. Deshalb war das Thema Behinderung nun nicht mehr nur privates Schicksal, sondern es ist zu einer Aufgabe der Gesellschaft geworden. Darum wurde 1964 Aktion Sorgenkind gegründet.
Darüber wurde auch im Fernsehen berichtet. Es gab Spendenaufrufe für Contergan Kinder. Später wurde aus dem Spendenaufruf eine Lotterie. Für Aktion Mensch hat die Lotterie eine wichtige Aufgabe, weil mit diesem Geld viele Ziele und Wünsche für Behinderte erreicht werden konnten, wie zum Beispiel verschiedene Projekte und Aktionen. Das war beachtlich, aber auch notwendig und ist darum bis heute so geblieben.
Es gab einige Veränderungen, weil Aktion Mensch auch neue Ziele hatte. Zum Beispiel ist die Integration auch eine wichtige Aufgabe, denn behinderte Menschen wollen nicht mehr außerhalb der Gesellschaft leben. Menschen mit Behinderungen wollen selbstständig sein und selbst über ihr Leben bestimmen. Eben normal leben. Die Behinderung steht nicht im Mittelpunkt, sondern der Mensch selbst ist der Mittelpunkt. Darum heißt Aktion Sorgenkind seit dem 1. März 2000 Aktion Mensch.
