Aktion Mensch-Blog

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Deutsches Sportabzeichen wird inklusiv

Blogger: Redaktion, am 29.08.2014 um 10:07 Uhr

Die Aktion Mensch unterstützt die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Sportabzeichen des Deutschen Olympischen Sportbundes

Höher, schneller, weiter: Am Sonntag trifft sich die Leichtathletik-Elite beim traditionsreichen Internationalen Stadionfest (ISTAF) in Berlin. Mit dabei: Weitspringer Markus Rehm, Paralympics-Sieger und Deutscher Meister – aber wegen seiner Beinprothese nicht zugelassen zur Europameisterschaft in Zürich.

Damit es in Zukunft besser klappt mit der Inklusion im Sport, fördert die Aktion Mensch barrierefreie und inklusive Sportangebote und unterstützt die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Sportabzeichen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Denn gemeinsames Training und Ablegen der Prüfungen baut Berührungsängste und Vorurteile ab und hilft, die Barrieren in den Köpfen zu überwinden. Prominenter Unterstützer des inklusiven Sportabzeichens: Markus Rehm. „Ein schönes Miteinander“ hat der Sport-Star bei seinem Besuch der Sportabzeichen-Tour in Kiel erlebt: „Ob Handicap oder nicht, das hat hier keinen interessiert.“

Mehr Infos zur Förderung des inklusiven Sportabzeichens des Deutschen Olympischen Sportbundes durch die Aktion Mensch
Die Aktion Mensch ist in diesem Jahr Inklusionspartner des ISTAF Berlin (Pressemitteilung als PDF-Dokument)


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Kommunizieren ist mehr als nur Sprechen!

Blogger: Nina Treusch, am 27.08.2014 um 09:19 Uhr

Ein Plädoyer für den Einsatz von Unterstützter Kommunikation

Eine Hand, die einen Tablet-Computer berührt

Unterstützte Kommunikation: Schnelle Entwicklung der Technik

Foto: ebayink / flickr.com

„Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist“, besagt ein deutsches Sprichwort. Doch wie würde sich unser Alltag gestalten ohne die Möglichkeit, einfach so drauflos zu reden?

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie warten im Supermarkt an der Wursttheke. Als Sie an der Reihe sind, fragt die Verkäuferin nach Ihrem Wunsch. Sie möchten Ihre Bestellung aufgeben und versuchen, Ihren Mund zu öffnen. Eine starke Anstrengung überkommt Sie, die Mundmuskulatur beginnt leicht zu zittern. Gefühlte Ewigkeiten später entspringen Ihrem Mund ein paar kleine gepresste Laute. Dabei wollten Sie doch nur 100 Gramm Salami … Stattdessen ernten Sie genervte und verständnislose Blicke.

Sprechen: für Jeden das Normalste der Welt?

Vielleicht können Sie sich nun anhand des oben stehenden Exempels annähernd vorstellen, wie unbewusst und selbstverständlich wir Wünsche und Bedürfnisse alltäglich über das Sprechen kommunizieren. Menschen mit motorischen und/oder kognitiven Einschränkungen, schweren Behinderungen sowie Entwicklungsverzögerungen ist dies von Geburt an oder aufgrund einer erworbenen Erkrankung oftmals kaum bis gar nicht möglich.

Sprache als Überbringer von Emotionen

Die reine Bedürfnismitteilung ist jedoch nur ein Teilaspekt der menschlichen Kommunikation. Erst die Übermittlung und der Austausch von Gedanken und Gefühle runden das Bild so richtig ab. Lassen uns Teilhaben am Miteinander und an der Gesellschaft. Geben unserer Persönlichkeit einen Namen. Zeigen unseren Mitmenschen, was uns ausmacht und uns anspornt. Geben uns die Chance mitzumachen. Kurzum: Wer nicht sprechen kann, hat trotzdem viel zu sagen!

(Unterstützte) Kommunikation ist Menschenrecht

Aus diesen Grund ist es umso wichtiger, ein Medium zur Verfügung zu haben, das es ermöglicht, Gedanken und Gefühle an den Mann und oder die Frau zu bringen. An dieser Stelle kommt die Unterstützte Kommunikation ins Spiel. Unterstützte Kommunikation schließt sämtliche Verständigungsformen mit ein, die fehlende Lautsprache ergänzen oder ersetzen.
Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) als rechtliches Monument ebnet bereits zunehmend den Weg für die Umsetzung einer inklusiven Gesellschaft. Sich in dieser frei ohne Barrieren zu bewegen, bedeutet in diesem Zusammenhang jedoch auch, barrierefrei kommunizieren zu können. Jederzeit und auf die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst, ohne sich vorher erst mühsame Monate durch den knapp kalkulierten Finanz-Dschungel unseres Krankenkassensystems kämpfen zu müssen.
Stattdessen wäre es ratsam, die schnelle Entwicklung der Technik voll auszuschöpfen. Denn wo sollte die Präzisierung einer Augensteuerung oder die Verbindung der mobilen Endgeräte mit Social Media besser Anwendung finden als bei jemandem, der auf Unterstützung bei der Kommunikation angewiesen ist und mitreden möchte?
Vor allem Kinder und Jugendliche lernen schnell den Umgang mit neuen Medien und zeigen sich motivierter, anhand dieser etwas zu lernen. Jener Punkt könnte besonders in der inklusiven Bildung positiv zum Tragen kommen.
Bis dahin darf es auch für die ältere Generation gerne mal eine konventionelle Kommunikationstafel sein – Hauptsache, JEDER bekommt dadurch eine Stimme.


Linktipps:
Die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V.
Der Arbeitskreis Unterstützte Kommunikation
Neuartige Medien als Schlüssel zur Teilhabe. Ein Blogbeitrag von Nina Treusch darüber, wie sich der Schulalltag für Kinder mit und ohne Behinderung durch Technik verändert
Damit Kinder gemeinsam lernen und spielen können. Ein Blogbeitrag von Margit Glasow über den rehaKIND Kongress in Hamburg

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Rudi Cerne präsentiert die Gewinnzahlen vom 24. August

Blogger: Redaktion, am 24.08.2014 um 19:38 Uhr

Rudi Cerne präsentiert die Gewinnzahlen der Aktion Mensch-Lotterie und stellt das "Inklusive Radlabor" in Stuttgart vor. Hier bringen Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam ihre Drahtesel auf Trab. Dabei lernen sie ganz nebenbei, wie das alltägliche Miteinander auf Augenhöhe funktioniert und stärken ihre sozialen sowie handwerklichen Fähigkeiten. Die Aktion Mensch fördert das Gemeinschaftsprojekt mit 4.000 Euro.


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Antworten auf Fragen, die keiner stellt

Blogger: Katja Hanke, am 22.08.2014 um 14:17 Uhr

Im Videoprojekt „Anderssein“ geben Menschen, die in der Gesellschaft immer noch als anders wahrgenommen werden, ganz persönliche Antworten auf Fragen, die viele im Kopf haben, sie aber nie stellen.

Szene mit Dominik Peter in einem „Anderssein“-Video

Dominik Peter im „Anderssein“-Video: „Auf Augenhöhe ist gut“

Quelle: Videoprojekt „Anderssein“

Wie kann ich Ihnen etwas mitteilen, wenn ich keine Gebärdensprache kann? Welches Verhalten Ihrer Mitmenschen nervt Sie im Umgang mit Ihrer Blindheit? Soll Ihr Gesprächspartner in die Knie gehen, um mit Ihnen auf Augenhöhe zu sprechen? Fragen wie diese haben viele Menschen im Kopf, wenn sie auf Personen mit Behinderungen treffen. Auf letztere Frage antwortet der Rollstuhlfahrer Dominik Peter: „Auf Augenhöhe ist eine gute Geschichte. Ich erlebe es leider selten, dass Leute in die Knie gehen, wenn sie mit mir reden, ich muss immer nach oben gucken.“ Seine Antwort ist ein kurzes Video von 30 Sekunden. Sechs Fragen hat er insgesamt beantwortet, jede Antwort ist ein einzelner Videoclip. Neben Dominik Peter kommen bei „Anderssein“ noch elf weitere Personen zu Wort, die die Mehrheit der Bevölkerung als anders empfindet. Sie sind kleinwüchsig, taub, blind, zwangsgestört, dick oder Analphabet.

Zuviel Unsicherheit

Die Idee zu diesem Projekt, in dem Inklusion sehr breit gefasst wird, hatte Stefanie Trzecinski, Leiterin der Bildungsagentur „KOPF, HAND + FUSS“, als sie in einem Bus in Berlin saß, in dem ein Mann mit Tourette-Syndrom mit Schimpfwörtern um sich warf. „Alle im Bus waren peinlich berührt und wussten nicht, wie sie reagieren sollten“, erinnert sie sich. „Auch ich war unsicher.“ Da fiel ihr auf, dass sie wenig weiß über Menschen, „die anders sind“. „Ich wollte ihnen gern die Fragen stellen, die ich und bestimmt auch viele andere Menschen im Kopf haben.“

Sehr persönliche Fragen

Als Ausgangspunkt für die Fragen in den Videos nahm sie gängige Vorurteile, doch auch die Befragten haben Fragen beigesteuert, die sie wichtig fanden. „Deshalb sind einige Fragen sehr persönlich“, sagt Trzecinski. Die Antworten sind 30 bis 50 Sekunden lang. Länger sollten die Filme nicht sein. „Wir möchten ja Leute ansprechen, die sich nicht tiefgehend mit dem Thema beschäftigen möchten und sie im Vorbeigehen informieren“, sagt sie. So sollen Unsicherheiten und Vorurteile abgebaut werden.

Inklusion weit gefasst

Dominik Peter ist sich sicher, dass das klappen wird. „Sogar ich habe durch das Projekt gemerkt, dass ich viel zu kurz denke, wenn es um Menschen mit Benachteiligungen und Einschränkungen geht“, sagt Peter, der Vorsitzender des Berliner Behindertenverbandes ist. „Auch Analphabeten oder Ultra-Dicke als Menschen mit Einschränkungen zu betrachten, das ist für mich ganz neu.“ Die breite Auffassung von Inklusion habe ihn besonders fasziniert, sagt er. Und der Perspektivwechsel. Eine Frage wie „Möchten Sie aktiv angesprochen werden, ob Sie Hilfe brauchen?“ habe er sich noch nie gestellt, sagt er. „Ich fand es immer selbstverständlich, dass man anderen hilft.“ Umso erstaunter war er, dass andere Menschen da unsicher sind.

Kostenlos herunterladen

Die 72 kurzen Filme stehen auf der Webseite von „KOPF, HAND + FUSS“ und können kostenlos heruntergeladen werden. Stefanie Trzecinski hofft, dass Unternehmen sie zum Beispiel im firmeneigenen Intranet zeigen, um Mitarbeiter über neue Kollegen zu informieren, die anders sind. Auch im Kino oder als Außenwerbung kann sie sich die kurzen Filme vorstellen. Trzecinski möchte noch mehr Videos machen. Gern würde sie zum Beispiel eine Transgender-Person befragen oder jemanden mit Tourette-Syndrom. Denn, wie sie mit Letzterem umgehen soll, das weiß sie leider immer noch nicht.


Linktipps:
Mehr Infos zum Projekt „Andersein“ und alle Videos zum Herunterladen
Berührungsängste abbauen. Ein Blogbeitrag von Carina Kühne über Probleme im Umgang mit Menschen mit Behinderung
Inkludiere dich selbst. Anastasia Umrik überlegt im Blog, dass es nicht immer an den "Nicht-Behinderten" liegt, wenn es mit der Inklusion hakt
Was haben Nichtbehinderte von der Inklusion? Anastasia Umrik erklärt im Blog, warum Inklusion für ALLE gut ist

Katja Hanke

Blogger: Katja Hanke
Kategorie: Inklusion
Schlagworte: Menschen mit Behinderung

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Was mit Menschen

Blogger: Carmen Molitor, am 18.08.2014 um 11:23 Uhr

Monika Kleinefenn, Leiterin des Vorstandsreferats, berät den Vorstand, organisiert die Gremien, leistet politische Lobbyarbeit zum Glücksspielstaatsvertrag und koordiniert Projekte zum Jubiläumsjahr. „Der Job meines Lebens“, findet sie.

Monika Kleinefenn zeigt auf ein Bild der Jubiläums-Briefmarke der Aktion Mensch.

„Mich interessiert, wie die Mechanismen in der Politik funktionieren“ sagt Monika Kleinefenn. Das konnte sie als Büroleiterin mehrerer Bundestagsabgeordneter genau studieren – zuletzt bei Carl-Ludwig Thiele (FDP), der heute im Vorstand der Deutschen Bundesbank sitzt. Als sie vor elf Jahren zufällig die Stellenanzeige für den Job als Assistentin der Geschäftsführung der Aktion Mensch las, war die Mutter einer kleinen Tochter gerade von Berlin nach Bonn umgezogen. „Ich hatte lange Zeit in der Finanzpolitik gearbeitet und immer sehr viel mit Zahlen zu tun gehabt“, erzählt sie. „Ich wollte mich wieder mehr mit Menschen beschäftigten. Diesem Wunsch kam die Stelle sehr entgegen. Ich dachte: Superinteressanter Job, tolle Firma, da bewirbst du dich mal.“ Kleinefenn bekam die Stelle. Sie übernahm die Korrespondenz, schrieb Reden für den Vorstand und nutzte die gestalterischen Freiräume, die der ganz neu eingerichtete Posten ihr bot. Mit der Zeit erhielt sie strategische Aufgaben, betreute eine große Organisationsstrukturreform und übernahm im Laufe der Zeit immer mehr Führungsverantwortung. „Das ist der Job meines Lebens“, sagt sie.

Ihre To-Do-Liste ist lang: Die 44-jährige leitet das Vorstandsreferat und berät Vorstand Armin v. Buttlar bei inhaltlichen Fragestellungen. Sie plant die Unternehmensstrategie der Aktion Mensch mit, bereitet Mitgliederversammlungen und Aufsichtsratssitzungen inhaltlich vor und wenn in der Außenkommunikation mal etwas schief läuft, unterstützt sie im Krisenmanagement.

Seit Anfang des Jahres koordiniert Monika Kleinefenn mit einem Team auch alle Festprojekte zum 50-jährigen Bestehen der Aktion Mensch. Schon vor zwei Jahren begannen die Vorbereitungen für die Mitarbeiter. Ihr bisheriges Lieblingsprojekt: die Aktion Mensch-Sondermarke zu 60 Cent. Sie freut sich auf die weiteren Highlights, die noch auf dem Jubiläumsprogramm stehen. Höhepunkt ist die Festveranstaltung am 7. Oktober in Berlin mit geladenen Gästen, bei der Bundespräsident Joachim Gauck die Festrede halten wird. „Das wird eine bunte, lustige Veranstaltung und am Ende des Tages vielleicht auch eine tolle Party“, hofft Monika Kleinefenn. Eine „sehr, sehr schöne“ Sonderausgabe des Magazins „Menschen“ und eine Jubiläums-Sonderverlosung sind ebenfalls noch geplant. Schlusspunkt im Jubiläumsjahr wird eine große Zukunftskonferenz sein, die am 2. und 3. Dezember in Berlin aus verschiedenen Blickwinkeln den Stand der Inklusionsdebatte in Theorie und Praxis beleuchten wird. „Vielleicht wird das sogar Auftakt einer Veranstaltungsreihe, wir werden sehen“, sagt sie.

Nach dem Jubiläumsjahr ist „Begegnung“ das nächste große Thema der Aktion Mensch, lässt Kleinefenn durchblicken. „Wir wollen Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen, die bestehenden Unsicherheiten des Miteinanders thematisieren und sie humorvoll und modern auflösen.“ 2015 wird also spannend.


Linktipps:
Schon viel erreicht: Die Meilensteine aus 50 Jahren Aktion Mensch in unserer Chronik
Zwischen Briefkastenonkel und Kampagnenmacher. Ein Porträt über Christian Schmitz, den früheren stellvertretenden Pressesprecher der Aktion Mensch
Glücksfee ohne Casting. Ein Porträt über Angela Hofmeister, früher TV-Glücksfee in „Der große Preis“ und heute Hüterin des Aktion Mensch-Logos
Beraten statt bedrängen. Ein Porträt über Stefan Weltring, dem Leiter des Aktion Mensch-Servicecenters

Carmen Molitor

Blogger: Carmen Molitor
Schlagworte: 50 Jahre Aktion Mensch

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Rudi Cerne präsentiert die Gewinnzahlen vom 17. August

Blogger: Redaktion, am 17.08.2014 um 19:47 Uhr

Rudi Cerne präsentiert die Gewinnzahlen der Aktion Mensch-Lotterie und stellt das Bielefelder Ehrenamt-Projekt "Gemeinsam engagiert" vor. Hier setzen sich Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite ehrenamtlich ein und können so einen sichtbaren Unterschied machen. Die Aktion Mensch unterstützt das Bielefelder Projekt von den Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit rund 120.000 Euro.


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