Aktion Mensch-Blog

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Dabei sein ist alles

Blogger: Redaktion, am 10.03.2014 um 19:22 Uhr

Eindrücke von den Paralympics in Sotschi

Ein durch einen Sturz zerstörter Monoski

Monoski der gestürzten Alana Nichols: Beim Sturz total zerfetzt

Fotos: Christina Marx / Aktion Mensch

Dabei sein ist alles: Für die meisten Athleten gilt das olympische Motto wohl nicht, denn sie wollen gewinnen. Wer aber als Zuschauer dabei ist, der weiß direkt, was gemeint ist. Man möchte keinen der spannenden Wettkämpfe verpassen und am liebsten überall gleichzeitig sein.

Spektakulär schöner Wintersport

Egal, ob bei Alpin, nordisch oder Sledge-Hockey, dem Eishockey im Schlitten also, so spektakulär schön war Wintersport im gefühlten Sommer von Sotschi wohl selten. Wer will, kann die "Paralympic Disciplines" vor Ort an den Wettkampfstätten ausprobieren. Wäre die Schlange vor dem Monoski nicht so lang gewesen, ich hätte es getan. So aber konnte ich beobachten, wie sich die Leute zunächst in die enge Hartschale des Schlittens rein pressten, um sich dann nach einigen wackligen Momenten, in denen sie das Gleichgewicht zu verlieren drohten, wieder unsicher herauszuschälen. Kaum zu glauben, dass die Topathleten mit diesem "Gerät" mit über 100 km/h den Berg runter rasen. Dass das alles andere als ungefährlich ist, hat der Super-G der Damen gezeigt: Gleich zweimal musste nach schlimmen Stürzen der Rettungshubschrauber kommen.

Geschwindigkeit und Risiko rausnehmen

Und da teilen sich dann auch gleich die Geister: Während die einen meinen, das sei eben Gleichberechtigung mit dem Spitzensport der Nichtbehinderten, sagen die anderen, dass die Gesundheit der Athleten Vorrang hat. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte: Ich hatte das Glück, mit Alexander Spitz, dem unterschenkelamputierten, ehemaligen Topskifahrer und Paralympics-Sieger, das Rennen der Damen zu beobachten. Er brachte es einfach auf den Punkt: "Die Athleten wollen es natürlich gerne schnell, aber mit ein, zwei anders gesteckten Toren hättest du Geschwindigkeit und Risiko rausnehmen können."


Linktipps:
Gold im Visier – Interview mit Paralympics-Teilnehmerin Andrea Eskau
Ziel: Sotschi! – Interview mit Paralympics-Teilnehmerin Anja Wicker
Die Weichen des Behindertensports von Sotschi bis Rio. Ein Interview im Blog von Michael Wahl mit dem DBS-Präsidenten Friedhelm Julius Beucher über Paralympics, Breitensport und Inklusion
 

Paralympics 2014 in Sotschi

  • Lächelnde Anna Schaffelhuber

    Glück und Leid eng beieinander: Anna Schaffelhuber ist glücklich über ihr zweites Gold

  • Anna Schaffelhuber bei der Flower Ceremony

    Anna Schaffelhuber nach ihrem Sieg bei der Flower Ceremony


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Gewinnzahlen vom 9. März 2014 mit Rudi Cerne

Blogger: Redaktion, am 09.03.2014 um 19:34 Uhr

Rudi Cerne präsentiert die Gewinnzahlen der Aktion Mensch-Lotterie und stellt das Projekt „Lernengel“ in Halle an der Saale vor.

Bildungspaten eröffnen Kindern und Jugendlichen in diesem Projekt einen neuen Zugang zum Schulalltag und stärken ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Ehrenamtliche Mitarbeiter, die sogenannten „Lernengel“, widmen sich zwei Mal pro Woche Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 16 Jahren, um sie für das Lernen zu begeistern. Die Aktion Mensch unterstützt das Projekt „Lernengel“ für Kinder und Jugendliche in Halle mit 108.542 Euro.


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Engagement als Abenteuer – als Freiwillige bei den Paralympics

Blogger: Henrik Flor, am 08.03.2014 um 10:00 Uhr

Eigentlich studiert Amelia Romanenko in Würzburg Jura. In diesen Semesterferien steht aber etwas anderes auf dem Lehrplan. Amelia ist Volunteer, also freiwillige Helferin, bei den Paralympics in Sotschi. Es ist ein Abenteuer, auf das sie sich gut vorbereitet hat.

Ein Sportler ohne Beine macht auf speziellen Skiern Langlauf Foto: CC BY 2.0 / U.S. Army / Flickr

25.000 freiwillige Helfer engagieren sich bei den Olympischen Winterspielen und den Paralympischen Spielen in Sotschi. Sie fahren Athleten zu den Sportstätten, leisten Erste Hilfe, übersetzen, assistieren den Organisatoren, helfen bei Doping-Kontrollen oder gestalten die großen Auftakt- und Abschluss-Veranstaltungen mit. Vor allem aber tragen Sie dazu bei, dass in den Wochen während der Wettkämpfe die typische Olympia-Atmosphäre entsteht.

Amelia ist eine der Freiwilligen bei den Paralympischen Spielen. Ihre Eltern stammen zwar aus Russland, sie selbst ist aber in Deutschland geboren und lebt in Würzburg, wo sie im ersten Semester Jura studiert. Sie hatte eher zufällig von der Möglichkeit erfahren, drei Wochen als freiwillige Helferin die Paralympics in Sotschi mitzuerleben. Sie erinnert sich: „Ich hatte in einem Förderverein russischstämmigen Kindern Deutsch beigebracht. Eine Kollegin dort hatte mir erzählt, dass der Landessportverband Baden-Württemberg ein Freiwilligenkontingent stellt.“

Die Bewerbung selbst lief direkt über das Olympische Komitee – online, inklusive Englischtest, später folgte dann ein Bewerbungsgespräch via Skype. Hier konnte die 19-Jährige überzeugen, die fließend Deutsch, Russisch und Englisch spricht. Zusätzlich sorgte der Landessportverband mit speziellen Workshops für die richtige Vorbereitung. Für Amelia ist Engagement etwas ganz selbstverständliches – egal, ob es der Sprachunterricht für Kinder ist, die Leitung einer Jungschargruppe in der Kirche oder eben bei Olympia.

Am 26.2. ging es nach Sotschi. Die Rollstuhlfahrerin wird dort vor allem übersetzen – für wen genau, weiß sie noch nicht. Sie wird sich überraschen lassen. Für sie und die 4.100 anderen Freiwilligen bei den Paralympics wird Sotschi vor allem als Großevent in Erinnerung bleiben, bei dem sie nicht nur Zuschauer, sondern aktiv mit dabei waren und viele Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt haben.

Möglichkeiten, sich im Sport ehrenamtlich zu engagieren, finden Sie in der Freiwilligendatenbank mit dem Suchbegriff "Sport".

Henrik Flor

Blogger: Henrik Flor
Kategorie: Freiwilliges Engagement
Schlagworte: Sport

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Lasset die Spiele beginnen!

Blogger: Josephine Thiel, am 07.03.2014 um 15:44 Uhr

Medialounge der Aktion Mensch bei den Paralympischen Spielen in Sotschi eröffnet

Fiebrige Stimmung im Vorfeld der Paralympischen Spiele: Zur Eröffnung der Medialounge im Deutschen Haus in Sotschi versammelten sich am 6. März um 20 Uhr rund 50 Journalisten, Funktionäre und Athleten. Die Medialounge der Aktion Mensch bietet allen Journalisten die Möglichkeit, vor Ort zu recherchieren, Berichte zu verfassen und sich zwischen den vielen Wettkämpfen mit Kollegen auszutauschen. Unter die Gäste mischte sich auch UN-Sportbotschafter Willi Lemke. Erste Eindrücke von der Veranstaltung zeigt ein kurzer Film.


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Alles inklusive

Blogger: Jonas Wengert, am 07.03.2014 um 11:22 Uhr

Behindertensport präsentieren und Inklusion fördern – das wollen Aktion Mensch und Deutscher Behindertensportverband während der Paralympics

Ski-Langläufer beim Rennen

Paralympische Spiele: Kein Kontrast zur inklusiven Idee

Foto: Josi Thiel / Aktion Mensch

Paralympics und Inklusion – widerspricht sich das nicht? Inklusion meint die gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Bei den Winterspielen treten jedoch Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung bei den Paralympics an, während sich Athletinnen und Athleten ohne Behinderung bei den Olympischen Spielen messen. Es finden also getrennte Sportfeste zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt.

Viele Athletinnen und Athleten mit Behinderung befürworten die bestehende Trennung und sehen darin keinen Kontrast zur inklusiven Idee. Im Gegenteil: Sie befürchten, dass bei zeitgleichen Wettbewerben die Paralympics im medialen Rummel den Kürzeren ziehen würden. Inklusion bedeutet in diesem Fall, dass beide Ereignisse die gleiche Plattform und die jeweils ihnen zustehende Aufmerksamkeit bekommen.

Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren

Die Paralympischen Spiele sind eine großartige Möglichkeit für den Behindertensport, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dies sieht auch die Aktion Mensch so, die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich. Sie ist neuer Unterstützer des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und richtet beispielsweise die Medien Lounge im Deutschen Haus in Sotschi aus. Das Deutsche Haus ist während der Paralympischen Spiele das Zuhause des Deutschen Teams und ein Anlaufpunkt für Medienvertreter.

„Wir freuen uns sehr, mit der Aktion Mensch einen neuen Partner begrüßen zu können“, so DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. „So können wir mit geballten Kräften unsere Ziele angehen und die Aufmerksamkeit und Angebote für Sportler mit einer Behinderung weiter voranbringen.“ Auch Aktion Mensch-Vorstand Armin v. Buttlar ist von dem neuen Weg, den seine Organisation eingeht, überzeugt: „Sport ist ein idealer Treiber für Inklusion. Die Begeisterung im und durch den Sport führt Menschen zusammen und überwindet Grenzen.“

Training von Menschen mit und ohne Behinderung auch im Breitensport etablieren

Das wachsende Interesse an paralympischem Sport soll dabei helfen, mehr Angebote für das gemeinsame Training von Menschen mit und ohne Behinderung auch im Breitensport zu etablieren. In einer aktuellen Umfrage der Aktion Mensch gaben 37 Prozent der Befragten ohne Behinderung an, in einem Sportverein gemeinsam mit Menschen mit Behinderung Sport zu treiben. Besonders in den Mannschaftssportarten ist dies beliebt: Immer mehr Menschen ohne Behinderung spielen beispielsweise Rollstuhlbasketball. Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass die Bereitschaft von Menschen mit und ohne Behinderung, gemeinsam Sport zu treiben, größer ist als das derzeitige Angebot. Der Deutsche Behindertensportverband und die Aktion Mensch wollen das Angebot gemeinsam ausbauen.


Dieser Artikel ist auch in der Paralympischen Zeitung erschienen, die während der Zeit in Paralympischen Spiele einigen großen Tageszeitungen beiliegt und hier im Netz abgerufen werden kann.


Linktipps:
Gold im Visier – Interview mit Paralympics-Teilnehmerin Andrea Eskau
Ziel: Sotschi! – Interview mit Paralympics-Teilnehmerin Anja Wicker
Die Weichen des Behindertensports von Sotschi bis Rio. Ein Interview im Blog von Michael Wahl mit dem DBS-Präsidenten Friedhelm Julius Beucher über Paralympics, Breitensport und Inklusion
Klischees wett kämpfen. Ein Blogbeitrag von Raúl Krauthausen über das gesteigerte mediale Interesse an den Paralympics und Klischees in der Berichterstattung

"Sport führt Menschen zusammen und überwindet Grenzen": Aktion Mensch ist neuer Partner des Behindertensports
 

Jonas Wengert

Blogger: Jonas Wengert
Schlagworte: Sport

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Inklusion durch Spiel und Sport

Blogger: Benny Ulmer, am 03.03.2014 um 09:08 Uhr

Am Dienstag, den 18. Februar 2014, war das Projekt „Handicap macht Schule“ zu Gast an der Goldbergschule in Sindelfingen bei Stuttgart. Mit den Sportarten Rollstuhlbasketball und Blindenfußball soll den Viertklässlern das Thema „Inklusion“ spielerisch vermittelt werden.

Werner Rieger mit Schülern beim Rollstuhlbasketball

Werner Rieger mit Schülern beim Rollstuhlbasketball: „Wow“

Pünktlich um 10 Uhr betreten die ersten Schüler der Klasse 4c die Turnhalle. Werner Rieger erwartet sie schon. Er ist im Rahmen des Projektes „Handicap macht Schule“ an diesem Morgen zu Gast an der Grund- und Werkrealschule Goldberg in Sindelfingen.

Mit der Aufklärungsarbeit zum Thema „Inklusion“ kann nicht früh genug begonnen werden, dachten sich die Verantwortlichen der „SportRegion Stuttgart“ und des „Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband“ und starteten Mitte Januar 2014 „Handicap macht Schule“. Bis Juli 2014 werden insgesamt 28 Schulen aus der Stuttgarter Region an diesem Projekt teilnehmen. Durch die Sportarten Rollstuhlbasketball und Blindenfußball wird Kindern das Thema Inklusion praktisch und spielerisch vermittelt.

Barrieren in den Köpfen der Kinder abbauen

Nach einer kurzen Begrüßung geht es auch schon los. Die Kinder dürfen sich in die mitgebrachten Sportrollstühle setzen. Mit ersten einfachen Fahrübungen werden die Berührungsängste abgebaut. Doch noch fehlt das Wichtigste, der Ball! Werner Rieger zeigt, wie der Ball vom Boden aufzuheben ist. In einer fließenden Bewegung drückt er ihn im Vorbeifahren an den hinteren Teil des drehenden Reifens und hält ihn auch schon auf Brusthöhe. Ein kollektives „Wow“ ist zu hören.

Solche einfachen Übungen seien es, die Barrieren in den Köpfen der Kinder abbauen, sagt er später. Hier erleben sie selbst, was es heißt, in so einem Stuhl zu sitzen, und er ist sich sicher, dass sie nach dieser Sportstunde Rollstuhlfahrer mit anderen Augen sehen werden. Es ist halb zwölf, die Doppelstunde „Rollstuhlbasketball“ vorbei. Und mittlerweile ist auch der zweite, an „Handicap macht Schule“ beteiligte Trainer eingetroffen: Benjamin Zoll wird den Kindern Blindenfußball zeigen. Seine Klasse, die 4a, ist auch schon da.

Hautnah die Herausforderungen spüren

Benjamin Zoll hat seine Übungen so aufgebaut, dass die Kinder allmählich mit Blindheit vertraut gemacht werden. Nach einer kurzen Aufwärmphase werden Skibrillen, deren Sichtfenster abgeklebt wurden, verteilt. Diese simulieren auf simple und wirkungsvolle Weise das Blindsein. Bevor die Kinder auf das Spielfeld geschickt werden, erklärt Benjamin Zoll noch das für den Blindenfußball feststehende Wort „Voy“, das aus dem Spanischen kommt und „Ich komme!“ bedeutet. Es dient der Orientierung auf dem Spielfeld. Erst zögerlich benutzen sie das neu gelernte Wort, doch nach den ersten Zusammenstößen hallt es immer lauter durch die Halle.

Den Schülern ist anzumerken, dass es sie anstrengt. Doch gerade das dürfen sie auch spüren, sagt dazu Benjamin Zoll; in diesen Situationen erfahren sie hautnah, wie ihr Körper funktioniert und welche Herausforderungen Blindheit mit sich bringt. Werner Rieger ist zufrieden mit dem heutigen Tag: „Wir müssen gerade den Kindern die Chance geben, Menschen mit verschiedenen Behinderungsarten und anderen Fähigkeiten kennen zu lernen, damit sie lernen, mit Vielfalt umzugehen.“


Linktipps:
Selbstbewusstsein durch Sport. Ein Blogbeitrag von Michael Herold über seine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Thema Sport
Inklusion in Reinkultur. Ein Blogbeitrag von Christian Schmitz über ein inklusives Sportprojekt in Kiel
Mit Riesenball zur Inklusion. Ein Blogbeitrag von Nico Feißt über eine neue Sportart, die auch für den inklusiven Sportunterricht geeignet wäre

„Sport führt Menschen zusammen und überwindet Grenzen“: Aktion Mensch ist neuer Partner des Behindertensports
 

„Handicap macht Schule“

Benny Ulmer

Blogger: Benny Ulmer
Kategorie: Inklusion
Schlagworte: Freizeit, Sport

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