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Aktiv mittendrin

Blogger: Werner Grosch, am 25.07.2014 um 08:55 Uhr

Inklusion in der Ferienfreizeit: Der Kölner Kinderkultursommer macht vor, wie das geht. Andere Veranstalter können davon lernen

Kinderkultursommer-Teilnehmer Max zeigt seine bunten Graffiti-Bilder

Max beim Kinderkultursommer: Jeder kann etwas

Fotos: Werner Grosch

Max ist schon zum vierten Mal beim Kinderkultursommer dabei. Diesmal sogar zwei Wochen lang, jeden Tag, von morgens bis nachmittags. In der ersten Woche dieser Kölner Ferienfreizeit beim Parcours, einem Bewegungsprogramm. Für ihn ist das alles andere als selbstverständlich. Max hat geistige und motorische Schwierigkeiten und kann nicht einfach drauflosrennen wie viele andere. Er ist 14 Jahre alt, und er kann auch nicht so einfach sagen, dass er hier viel Spaß hat. Aber man sieht es. Er zeigt die Graffitis, die er in der zweiten Woche gemacht hat und die jetzt in einer Ausstellung auf dem Gelände am Rhein hängen. Schade, dass es schon vorbei ist? Er nickt. Und verschwindet, um seiner Mutter nochmal die Bilder zu zeigen.

Sehr gute Rahmenbedingungen

Der Kölner Kinderkultursommer ist ein Angebot der Jugendkunstschule Köln, der Kölner Spielwerkstatt und des Theaterpädagogischen Zentrums. Seit sieben Jahren sind hier Kinder und Jugendliche mit Behinderung dabei. Anfangs nur sechs – in diesem Jahr waren es schon 22 unter insgesamt 765 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Zahl ist immer weiter gestiegen, und sie drückt eine Entwicklung aus. Eine Entwicklung hin zur Selbstverständlichkeit der Inklusion. „Der Prozess schreitet fort“, sagt Simone Kirsch, Leiterin der Jugend- und Freizeitabteilung der Lebenshilfe Köln. Hier beim Kinderkultursommer ist gut zu sehen, was das bedeutet: „Hier sind die Rahmenbedingungen inzwischen so gut, dass auch Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf dabei sein können.“ Für sie alle gibt es eine Eins-zu-Eins-Betreuung. 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe kümmern sich um sie.

Die Lebenshilfe ist eine Organisation, die seit über 50 Jahren viele stationäre und ambulante Angebote für Menschen mit körperlicher, vor allem aber geistiger Behinderung bereit stellt. Jede und jeder soll so weit wie irgend möglich an der Gesellschaft teilhaben können – der Urgedanke der Inklusion. Und die ist – das spürt Simone Kirsch bei ihrer Arbeit sehr deutlich – ein langer Prozess. „Einer, der Jahre dauert“, sagt sie. Auch beim Kultursommer hat es seine Zeit gebraucht, bis aus den Kunstpädagogen und den Mitarbeitern der Lebenshilfe echte Teams wurden. Bis Unsicherheiten beseitigt und Vorbehalte abgebaut waren.

Träger halten an Konzepten fest

Andere Träger sind längst nicht so weit, berichtet Simone Kirsch. „Wir wollen vor allem in bestehende Freizeitangebote reingehen, aber die Bereitschaft, das Konzept anzupassen, ist oft noch gering.“ Deshalb seien auch einige Kooperationsversuche gescheitert. Dennoch will Simone Kirsch diesen Weg weitergehen. Denn der Versuch mit eigenen, von vorneherein inklusiv geplanten Angeboten hat sich auch als schwierig erwiesen: „Es hat bei diesen Programmen keine Anmeldungen für Kinder ohne Behinderung gegeben. Die Eltern sind einfach noch nicht so weit, ihre Kinder dort anzumelden.“

Insgesamt arbeitet die Lebenshilfe derzeit mit fünf Trägern zusammen, die in diesem Jahr acht inklusive Freizeiten organisiert haben. Hier gibt es aber oft nur zwei bis fünf Plätze für Kinder mit Behinderung. Der Kinderkultursommer, bei dem die Aktion Mensch den Fahrdienst und Fortbildungen unterstützt, ist mit seinen 22 Plätzen deshalb ein Vorreiterprojekt. Und das zeigt durchaus langsam Wirkung, sagt Simone Kirsch. „So langsam trauen sich immer mehr Träger, Kinder mit relativ geringem Unterstützungsbedarf selbst in ihre Angebote aufzunehmen.“
Der Kinderkultursommer zeigt gerade auch den Kindern und Jugendlichen ohne Behinderung und ihren Eltern, dass die jeweilige Einschränkung nicht das Bild beherrschen muss. Jeder kann etwas, mancher offenbart ganz besondere Fähigkeiten. Auch das ist das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung, sagt Simone Kirsch: „Im ersten Jahr waren die Kinder mit Behinderung erst mal nur irgendwie dabei. Jetzt sind sie, so lange und so weit wie individuell möglich, aktiv mittendrin.“


Linktipps:
Inklusion von jungen Menschen: besondere Chance und besondere Herausforderung. Ein Interview im Blog von Carmen Molitor mit Friedhelm Peiffer, Leiter des Bereichs Förderpolitik der Aktion Mensch, über Inklusion von Kindern und Jugendlichen und Projektförderung für junge Menschen
Fußball mit Perspektive. Ein Blogbeitrag von Christian Schmitz über das Streetsoccer-Projekt "Hattrick" in Oberhausen für Kinder und Jugendliche
„Es gehört sich einfach, dass Inklusion normal ist!“ Ein Blogbeitrag von Werner Grosch über den Kölner Kinderkultursommer 2013, bei dem Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen, tanzen und malen
 
Mehr Infos zur Kinder- und Jugendhilfe der Aktion Mensch
Alle Förderprogrammen der Aktion Mensch im Überblick
 


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„Gute Chancen, Geld zu bekommen“

Blogger: Wiebke Schönherr, am 23.07.2014 um 09:07 Uhr

Ein Expertengespräch über die Fördermittelvergabe für inklusive Kunstprojekte und die Offenheit der Kunstszene für Menschen mit Behinderungen

Ein farbenfrohes abstraktes Gemälde von Bettina Arelt

Outsider Art: Gemälde von Bettina Arelt von den „Schlumper“

Bild: Bettina Arelt / Freunde der Schlumper e.V.

Vor wenigen Jahren gab es eine Studie, die besagte: Künstler in Deutschland sind arm, aber glücklich. Reich und glücklich wäre natürlich auch nicht schlecht. Aber gut, wenn das Geld mal gar nicht reicht, kann man sich um finanzielle Unterstützung für seine Ideen bewerben. Ruth Gilberger von der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft und Uwe Blumenreich von der Aktion Mensch sprechen über die Fördermittelvergabe für inklusive Projekte und die angenehme Offenheit der Kunstszene.

Wiebke Schönherr: Frau Gilberger, seit April dieses Jahres sind Sie Vorständin der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft. Die Stiftung unterstützt Kunst -und Kulturschaffende darin, sich für eine chancengerechte Gesellschaft einzusetzen.
Zum Einstieg unseres Gesprächs eine kleine Zeitreise zurück in die 90er Jahre: Wenn damals bei einem Fördermittelgeber ein Antrag für ein Projekt auf den Schreibtisch flatterte, das sich inklusiv nannte, gab es da eher ein Schulterzucken als Reaktion oder neugieriges Interesse?

Ruth Gilberger: Zu Beginn der 90er Jahre gab es den Begriff Inklusion zumindest in der Fördermittelvergabe für künstlerische Projekte noch nicht, sondern man nannte das damals Partizipation. Es ging erst einmal darum, Menschen mit Beeinträchtigungen überhaupt an bestimmten Kontexten zu beteiligen. Ob das wichtig für einen Antrag war, kam dann auf das Feld und die Inhalte an. Beispielsweise in Museen war die inklusive Teilhabe an der Kultur damals schon hoch im Kurs. Aber in der Praxis war Inklusion noch sehr ungewöhnlich.

„Forderung nach aktiver Teilhabe für alle Menschen ist breitenwirksam geworden“

 
Wiebke Schönherr: Heute sieht es anders aus?
Ruth Gilberger: Ja. Wenn man heute im Kunst- und Kulturbereich einen Antrag auf Fördermittel stellt und dabei die Inklusion berücksichtigt, sind die Chancen gut, Geld zu bekommen. Zumindest bei den Stellen, die Wert darauf legen, und wenn die Inhalte ansonsten stimmen. Für die soziokulturellen Fonds ist das beispielsweise wichtig, auch bei der Antragstellung bei Verbänden kultureller Bildung oder bei ausgewählten Projekten der Kulturstiftung des Bundes. Bei anderen Kulturförderungen spielt das wiederum keine Rolle. Das ist Zielgruppenantragstellungslyrik! Aber dass eine Forderung nach aktiver Teilhabe für alle Menschen so breitenwirksam geworden ist, dass hier so ein politisches Interesse besteht, dass sich das durch alle Verwaltungsinstitutionen durchgesetzt hat, das ist neu.

Wiebke Schönherr: Herr Blumenreich, Sie sind bei der Aktion Mensch der Leiter der Projekt- und Inklusionsförderung. Welche Projekte im Kulturbereich unterstützt die Aktion Mensch?

Uwe Blumenreich: Wir fördern seit ca. zehn Jahren Kunst- und Kulturprojekte von frei-gemeinnützigen Organisationen aus dem Bereich der Behindertenhilfe und in der Hauptsache deshalb von und mit Menschen mit Behinderung, zunehmend aber eben auch inklusiv ausgerichtete Konzepte. Gemessen an den insgesamt geförderten Projekten pro Monat und am Gesamtfördervolumen der Aktion Mensch bleibt die Förderung der Kunst und Kultur zwar ein „Randthema“. Aber in der Summe ist das immer noch ein nennenswerter siebenstelliger Betrag pro Jahr, der in die Förderung der inklusiven Kulturarbeit fließt. Gefördert wurde in den letzten Jahren beispielsweise ein integrativ geführtes Kino oder ein Tanzprojekt als Open-Air-Spektakel.

Wiebke Schönherr: Frau Gilberger, Fördermittel gibt es also diverse, aber würden Sie auch sagen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen im Kunstbetrieb angekommen sind?

Ruth Gilberger: Das kann man pauschal so nicht sagen. In einigen Bereichen haben sie schon länger Anteil, beispielsweise in der Art brut oder Outsider Kunst. Menschen mit psychischen und geistigen Beeinträchtigungen wurden schon seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als KünstlerInnen wertgeschätzt, wenn auch nur von einer kleinen Gruppe von Kunstkennern. Beim Tanz hingegen nicht und bei der Musik, soweit ich weiß, auch eher wenig. Im Theater gibt es ungefähr seit den 80er Jahren die Tradition, dass Menschen mit Beeinträchtigungen als Akteure integral beteiligt werden. Das ist also von Kunst zu Kunst ganz unterschiedlich

„Inklusion in der Kunst ist bereichernd für alle Beteiligten“

 
Wiebke Schönherr: Dabei kann der Kunstbetrieb jeden gebrauchen, der künstlerisch etwas draufhat.

Ruth Gilberger: Inklusion in der Kunst ist bereichernd für alle Beteiligten. Und Kunst ist ja in sich sehr offen. Und sie ist so individuell, da haben ganz viele unterschiedliche Menschen Platz. Man muss eigentlich nur sicherstellen, dass jeder seinen Weg gehen kann.

Wiebke Schönherr: Herr Blumenreich, wie sehen Sie das: Hat sich inklusive
Kunst in der deutschen Kulturszene etabliert?

Uwe Blumenreich: Es gibt schon viele gute Beispiele. Kunst und Kultur von Menschen mit und ohne Behinderung muss sich überhaupt nicht verstecken. Ich meine, inklusive Kunst findet in Deutschland zum Teil auf richtig hohem Niveau statt, wie beispielsweise beim Blaumeier-Atelier aus Bremen oder bei der DIN A 13 tanzcompany aus Köln. Oder nehmen Sie eine der vielen guten inklusiven Musik-Bands: zum Beispiel die Station 17 aus Hamburg. Da entstehen wirklich anspruchsvolle Dinge. Gleichwohl gilt: Inklusive Kunst ist noch immer nicht alltäglich, und wir müssen auch noch viele Barrieren abbauen, um den Zugang überhaupt erst zu ermöglichen. Erst wenn inklusives Denken und Handeln bei allen Kulturakteuren, Förderern und beim Publikum selbstverständlich geworden sind, dann hat sich inklusive Kunst etabliert.


Linktipps:
Anerkennung von Kunst von Menschen mit Behinderung wächst. Ein Interview im Blog von Werner Grosch mit Jutta Schubert vom Verein EUCREA, der Künstler mit Behinderung fördert
Kann Kunst die Gesellschaft verändern? Ein Blogbeitrag von Margit Glasow über den Dokumentarfilm „Insider Art – Aus Liebe zur Kunst“
"Ich sehe was, was du nicht siehst". Ein Blogbeitrag von Ulli Steilen über eine Kölner Ausstellung von Künstlern mit und ohne Behinderung
Ein Auftrag der besonderen Art. Ein Blogbeitrag von Eva Keller über die Künstler des "Atelier Goldstein"
 
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Sie wollen sich für eine Förderung bei uns bewerben? Von der Idee zum Projektantrag, hier wird alles Schritt für Schritt erklärt!
 

Experten im Gespräch

  • Ruth Gilberger
    Foto: Montag Stiftungen

    Ruth Gilberger

  • Uwe Blumenreich
    Foto: Aktion Mensch

    Uwe Blumenreich


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Sommer, Sonne, Inklusion

Blogger: Redaktion, am 21.07.2014 um 12:12 Uhr

Unsere Sommertour ist zu Ende! Gemeinsam mit Paralympics-Gewinnerin Andrea Rothfuss hat der Aktion Mensch-Bus Förderprojekte in ganz Deutschland besucht.

Andrea Rothfuss vor dem Tourbus mit den Terminen der Sommertour

Sommertour mit Andrea Rothfuss: Inklusion in der Praxis

Eine bunte Woche voll eindrucksvoller Erlebnisse ist am Wochenende zu Ende gegangen – die Sommertour der Aktion Mensch ist vorbei. Anlässlich unseres 50-jährigen Bestehens war der Aktion Mensch-Bus in drei Bundesländern unterwegs. Gemeinsam mit der Paralympionikin und Goldmedaillengewinnerin von Sotschi, Andrea Rothfuss, ging es zu sechs unterschiedlichen Förderprojekten, die ganz praktisch zeigen, wie Inklusion im Alltag funktionieren kann. Ob Musicalstar oder Fahrradbastler – die Woche war geprägt von vielfältigen Begegnungen.

Am Montag ging es mit dem Performanceprojekt „Wie die Tiere“ in Mannheim los. Hier konnten sprach- und hörgeschädigte Kinder unter Anleitung von Profikünstlern in die Haut ihrer liebsten Tiere schlüpfen – von gackernden Hühnern bis zu wilden Stieren. Die Vorführung war nicht nur für die Kinder ein Riesenspaß, auch die Zuschauer genossen den exklusiven Voreinblick in das Stück, das eigentlich erst im Dezember Premiere feiert.

Engagement im Bereich Barrierefreiheit

Am Dienstag machte die Aktion Mensch-Sommertour Halt in Bad Saulgau in Baden-Württemberg. Die Stadt gehört zu den Gewinnern des Wettbewerbs „Wer wird barrierefreie Gemeinde Baden Württembergs?“, der 2012 vom Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen ausgelobt und von der Aktion Mensch gefördert wurde. Der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Michael van Beek führte die Teilnehmer und Vertreter der Stadt bei bestem Wetter zu verschiedenen Eckpunkten, die das Engagement im Bereich Barrierefreiheit deutlich machen.

Mittwoch ging es zum Inklusiven Radlabor in Stuttgart. Hier basteln 30 Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam an ihren Rädern und erarbeiten eigene Geschicklichkeits-Parcours. Andrea Rothfuss war von dem erlebnisreichen Nachmittag begeistert: „Es war toll zu sehen, wie die Kinder gemeinsam den Parcours ausprobiert haben – jeder mit jedem.“ Der Höhepunkt war das Rollstuhlfahrrad, das alle unbedingt ausprobieren wollten.

Auch der vierte Stopp der Aktion Mensch-Sommertour, das inklusive Musical „Lorenas Augen“, beeindruckte die Sportlerin: „Ich finde, dass sich viele eine Scheibe von den Kindern abschneiden können, die mit so viel Spaß die Stücke gesungen und getanzt haben. Ich war zum ersten Mal bei einer Premiere, es hat mich total mitgerissen.“ Auch die mehr als 200 Gäste der bis auf den letzten Platz belegten Schulaula in Haßfurt waren bewegt vom Engagement der Kinder und Jugendlichen und verabschiedeten die Darsteller mit Standing Ovations und tosendem Applaus.

Beindruckendes Miteinander im Team

Die letzte Station der Sommertour war am Samstag in Essen. Dort öffneten gleich zwei von der Aktion Mensch geförderte Projekte ihre Türen: Zuerst das ****Hotel Franz, ein Integrationsbetrieb, in dem mittlerweile 21 und damit sogar mehr Menschen mit Behinderung arbeiten als ursprünglich geplant. Andrea Rothfuss: „Wie selbstverständlich sie gemeinsam im Team mit den anderen Mitarbeitern ohne Behinderung agieren, ist sehr beeindruckend und vor allem: überzeugend. Da gibt es nichts Bemühtes, da ist alles selbstverständlich.“ Übrigens: Die Mitarbeiter mit Behinderung werden im Hotel Franz tariflich bezahlt und können alle vom selbstverdienten Geld leben.

Das zweite Essener Projekt war die inklusive Bahnhofsmission, in der Mitarbeiter mit und ohne Behinderung die Reisenden am Bahnhof unterstützen. Hier wurde der Aktion Mensch-Bus von allen drei Tandems empfangen. Andrea Rothfuss war auch hier beeindruckt und hat mit den Aktion Mensch-Schoko-Medaillen für viel Freude und Überraschung gesorgt. Das Fazit der Sportlerin nach einer Woche und fünf Städten: „Schade, dass die Tour schon vorbei ist. Ich hätte mir gerne noch weitere Förderprojekte der Aktion Mensch mit dem Team angesehen.“

Sechs großartige inklusive Projekte auf unserer Sommertour – aber nur einige Beispiele für die vielen gelungenen Projekte, die die Aktion Mensch Jahr für Jahr fördert. Sie haben auch eine tolle Projektidee? Dann bewerben Sie sich für eine Förderung durch die Aktion Mensch!


Linktipps:
Kriechen, flattern, Hufe scharren: Das Video zum Auftakt der Sommertour beim Performanceprojekt „Wie die Tiere“ in Mannheim
Alle Infos zu den Förderprogrammen der Aktion Mensch
Sie wollen sich für eine Förderung bei uns bewerben? Von der Idee zum Projektantrag, hier wird alles Schritt für Schritt erklärt!
 

Impressionen von der Sommertour

  • Paralympionikin Andrea Rothfuss mit ihrer Gold-Medaille aus Sotschi

    Andrea Rothfuss mit ihrer Gold-Medaille aus Sotschi

  • Kinder der Performance-Gruppe "Wie die Tiere" vor dem Aktion Mensch Bus

    Tour-Auftakt in Mannheim: die Kinder der Performance-Gruppe "Wie die Tiere" vor dem Aktion Mensch-Bus

  • Lachende Kinder am Tourbus

    Unübersehbar: viel Spaß im Projekt

  • Ein Kameramann filmt die Kinder bei der Aufführung

    Im Fokus: Filmaufnahmen während der Tier-Performance

  • Teilnehmer der Ortsbegehung vor einem barrierefreien Fußgängerübergang

    Zweite Station war die barrierefreie Gemeinde Bad Saulgau: Andrea Rothfuss bei der Ortsbesichtigung

  • Die Teilnehmer des Rundgangs halten ihre Aktion Mensch-Goldmedaillen in die Höhe

    Nach dem Rundgang: Schoko-Goldmedaillen für alle ...

  • Ein Aktion Mensch-Los und Strickhandschuhe mit bunten Fingern

    ... außerdem ein Aktion Mensch-Los und original Handschuhe aus Sotschi für das Projekt

  • Andrea Rothfuss vor dem Tourbus im Gespräch mit den Projektteilnehmern

    Nächstes Ziel: das Inklusive Radlabor in Stuttgart

  • Andrea Rothfuss mit Projektleiter im dreirädrigen Rollstuhlfahrrad

    Probefahrt im Rollstuhlfahrrad

  • Andrea Rothfuss hängt einem Jungen eine Goldmedaille um den Hals

    Und schließlich: eine süße Anerkennung für die Projektteilnehmer

  • Kinder und Jugendliche singen und tanzen auf der Bühne

    Vierte Station: das inklusive Musical „Lorenas Augen“ in Haßfurt

  • Aufführung des Musicals mit vielen Kindern und Jugendlichen auf der Bühne

    Spaß auf der Bühne

  • Andrea Rothfuss bei den Jugendlichen auf der Bühne, Projektteilnehmer umarmen sich freudig

    Freude nach einer gelungenen Premiere

  • Andrea Rothfuss mit Hotel-Mitarbeitern vor dem Eingang des Hotel Franz

    Letzter Tour-Tag in Essen: Andrea Rothfuss zu Besuch beim Hotel Franz

  • Das Aktion Mensch-Team und die Hotel-Mitarbeiter in Plastikanzügen und Haarnetzen in der Hotelküche

    Führung in der Küche: Hygienevorschriften müssen eingehalten werden

  • Andrea Rothfuss gibt Autogramme

    Medaillen und ein Original-Trikot fürs Hotel-Team

  • Alle Mitarbeiter der Bahnhofsmission vor dem Aktion Mensch-Tourbus

    Letzter Projekt-Besuch der Tour: die inklusive Bahnhofsmission in Essen

  • Andrea Rothfuss lässt sich von Bahnhofsmission-Mitarbeitern den Fahrplan erklären

    Hilfe für Reisende: die Mitarbeiter der Bahnhofsmission zeigen ihre Arbeit

  • Andrea Rothfuss übergibt Medaillen und ein Trikot

    Finale in Essen: Medaillen und ein Original-Trikot von Andrea Rothfuss

  • Andrea Rothfuss vor dem Tourbus mit der Aufschrift "Mit Andrea Rothfuss auf Sommertour"

    Schön war's: unsere Sommertour mit Andrea Rothfuss


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Gewinnzahlen vom 20. Juli 2014 mit Rudi Cerne

Blogger: Redaktion, am 20.07.2014 um 19:36 Uhr

Rudi Cerne präsentiert die Gewinnzahlen der Aktion Mensch-Lotterie und stellt die inklusive Sportstätte Haxterpark in Paderborn vor. Der Neubau eines Gasthauses an der großen Golfanlage der Sportstätte bietet 16 neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Die Mitarbeiter halten das Grün auf dem Golfplatz in Schuss, bedienen die Gäste im Restaurantbereich oder sorgen in der Verwaltung dafür, dass alles rund läuft. Die Aktion Mensch fördert die Sport- und Freizeitanlage Haxterpark mit 250.000 Euro.


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Inklusion gemeinsam weiter voran bringen

Blogger: Ulrike Pfaff, am 18.07.2014 um 09:21 Uhr

„Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor.“ heißt das Motto nicht nur für das Jubiläumsjahr, mit dem die Aktion Mensch auch in den kommenden Jahren weitere aktive Mitgestalter für die gleichberechtigte Teilhabe aller in unserer Gesellschaft gewinnen will. Uwe Blumenreich, Leiter der Bereiche „Inklusion“ und „Behindertenhilfe“ bei der Aktion Mensch, erläutert im Interview mit Ulrike Pfaff, wie das Förderprogramm funktioniert – aber auch, wo die Herausforderung liegt.

Lachende junge Menschen mit und ohne Behinderung am WG-Küchentisch

Wohnprojekt in Saarbrücken: Neue Ideen einbringen

Foto: Thilo Schmülgen / Aktion Mensch

Ulrike Pfaff: Was ist das Förderprogramm Inklusion?
Uwe Blumenreich: Mit Hilfe des Förderprogramms Inklusion will die Aktion Mensch Netzwerke schaffen und Trägern aus unterschiedlichen Bereichen die Zusammenarbeit erleichtern. Um die Inklusion in Deutschland gemeinsam weiter voran zu bringen, braucht es noch mehr Menschen, die sich mit Ideen für neue Projekte einbringen. Diese können dann durch die finanzielle Unterstützung der Aktion Mensch realisiert werden.

Wie ist das Förderprogramm aufgebaut?
Das Förderprogramm besteht aus zwei Bausteinen. Erster Baustein ist die Förderung von sogenannten Vorlauf- und Planungsaktivitäten. Mit der Förderung von Vorlaufphasen wollen wir vor allem den kleinen Einrichtungen und Organisationen die Chance geben, sich in Ruhe, mit Zeit und Geld auf ein Inklusionsprojekt in ihrem Lebensumfeld vorzubereiten. Denn uns ist es wichtig, dass sich neben den großen und starken Verbänden auch kleinere Träger am Inklusionsprozess beteiligen.
Der zweite Baustein ist die Förderung von Inklusionsprojekten. Hierbei wird dann das eigentliche Projekt unterstützt.

Das heißt, wenn ich als Verein oder Einrichtung eine Idee habe, unterstützt die Aktion Mensch zunächst und gesondert auch die Planung dieser Idee?
Genau, und das mit bis zu 15.000 Euro in einem Förderzeitraum von maximal 12 Monaten. Damit geben wir den Antragstellern die Möglichkeit, in einen vernünftigen Planungsprozess zu kommen, mit potenziellen Partnern zu sprechen, sich mit allen Partnern an einen Tisch zu setzen, sich inhaltlich mit Inklusion zu befassen und – ganz wichtig – bei Bedarf auch den Sozialraum zu analysieren, damit das geplante Inklusionsprojekt später entsprechend umgesetzt werden kann.

Vernetzungsgedanke spielt eine ganz große Rolle

 
Kann ein Träger auch ohne Planungsvorlauf einen Förderantrag für ein Inklusionsprojekt stellen?
Ja. Der Planungsvorlauf kann, muss aber nicht Voraussetzung für ein Inklusionsvorhaben sein. Das heißt, man kann aus den beiden verschiedenen Förderbausteinen den jeweils passenden für die eigene Einrichtung oder Organisation aussuchen.
Inklusionsprojekte werden mit bis zu 250.000 Euro über maximal drei Jahre gefördert und verfolgen ganz andere Ziele als Planungsvorhaben. Nämlich die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, die aus der Behindertenhilfe kommen, und Initiativen, die bislang nicht in diesem Bereich tätig sind, anzustoßen. Hier spielt der Vernetzungsgedanke eine ganz große Rolle. Für eine erfolgreiche Förderung müssen deshalb neben dem Antragsteller mindestens zwei weitere Kooperationspartner eingebunden werden. Wir meinen, nur in der Zusammenarbeit mit Kommunen, Bildungsträgern und Unternehmen kann Teilhabe möglich werden.

Ein Beispiel?
Das kann eine örtliche Lebenshilfe zusammen mit der Stadtverwaltung sein, die sich mit den örtlichen Sportvereinen und weiteren Akteuren zusammen tun und überlegen, wie Inklusion in ihrer Gemeinde gelingen kann. Damit am Ende dieses Prozesses Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport machen, an Kulturveranstaltungen teilnehmen oder sich barrierefrei im Stadtraum bewegen können.

Kreativität und eine Vision des gemeinsamen Miteinanders

 
Eine schöne Vorstellung. Wo liegt der Haken?
Wir beobachten, dass es meist ein bis zwei Jahre dauert, bis ein neues Förderangebot wie das Inklusionsprogramm bei den Antragstellern angekommen ist. Und Netzwerkbildung als Förderintention ist zunächst einmal auch relativ abstrakt, vor allem, wenn es darum geht, Inklusion vor Ort konkret zu gestalten. Da sind Kreativität und eine Vision des gemeinsamen Miteinanders in einem Handlungsfeld wie zum Beispiel Arbeit, Bildung oder Selbstbestimmung gefragt. Die Herausforderungen sind, diese in fassbare Aktivitäten und Projekte zu übersetzen, dafür die richtigen Partner zu finden und letztlich die inhaltliche Arbeit zu organisieren.

Gibt es Ausschlusskriterien bei den Anträgen für das Förderprogramm?
Nicht gefördert werden in diesem Programm einzelne Projekte, die zwar das Thema Inklusion beinhalten, aber nicht dem Vernetzungsgedanken folgen. Das heißt: Hier haben inklusive Jugendprojekte, Stadtteilfeste oder Sportveranstaltungen keinen Platz. Für diese Projekte gibt es andere Förderbausteine, z. B. die Förderaktion, die kleine Projekte mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr mit max. 5.000 Euro unterstützt, oder die spezielle Kinder- und Jugendhilfe oder die Behindertenhilfe, die größere Projekte mit längerer Laufzeit mit bis zu 250.000 Euro unterstützen.

Was geben Sie möglichen Antragstellern mit auf den Weg?
Wir möchten sie einladen, sich an dem Programm zu beteiligen! Sie ermutigen, Vernetzungs- und Kooperationspartner zu suchen, weil das nicht immer einfach ist. Die Aktion Mensch hat das Thema Teilhabe ganz stark nach vorne gestellt und hält entsprechend Mittel dafür bereit. Insofern können wir noch viele Projekte fördern.
 


Linktipps:
Alle Infos zum Förderprogramm Inklusion der Aktion Mensch
Sie haben eine tolle Projektidee und wollen sich für eine Förderung bei uns bewerben? Von der Idee zum Projektantrag, hier wird alles Schritt für Schritt erklärt!
 


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Kriechen, flattern, Hufe scharren

Blogger: Redaktion, am 16.07.2014 um 18:02 Uhr

Die Aktion Mensch ist unterwegs auf Sommertour durch ihre Förderprojekte, um neue Mitgestalter für Inklusion zu gewinnen. Zum Auftakt machte der Tourbus mit Paralympics-Siegerin Andrea Rothfuss Station in Mannheim bei der inklusiven Performance-Gruppe „Wie die Tiere“.

Kriechen wie eine Schnecke, flattern wie ein Vogel, mit den Hufen scharren wie ein wilder Stier: Unter Anleitung von Profi-Künstlern schlüpften sprach- und hörgeschädigte Kinder im Performance-Projekt „Wie die Tiere“ in Tierrollen und führten ein märchenhaftes Spiel auf. Ein Riesen-Spaß für die Nachwuchskünstler, die sich gegenseitig anfeuerten und für die Zuschauer, die für die Sommertour der Aktion Mensch schon einmal vorab einen Einblick in die Projektarbeit bekamen – Premiere des Stückes ist eigentlich erst im Dezember. Mit dabei im Publikum: Paralympics-Siegerin Andrea Rothfuss, die nach der Performance Schoko-Goldmedaillen an die begeisterten Jungschauspieler verteilte – für ihre eindrucksvolle Leistung in einem tollen Projekt.

Linktipp:
Mehr Infos zur Sommertour und ihren Stationen


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